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Stephan Kockmann

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Matcha von BioNutra im Test

Vor einigen Tagen erreichte mich Post aus Berlin. Absender war die Firma BioNutra, und im Umschlag fand ich neben einem kurzen Anschreiben auch zwei Packungen Matcha. Es handelt sich laut Aussage des Unternehmens um Bio-Matcha aus Japan, Region Kagoshima. Den Matcha gibt es in zwei Qualitäten: Als Koch-Matcha und als Genuss-Matcha (Usucha).

Matcha von BioNutra: links Usucha-Qualität, rechts Kochmatcha
Matcha von BioNutra: links Usucha-Qualität, rechts Kochmatcha

Kleiner Exkurs zu Matcha-Qualitäten und Zubereitungsarten


Koch-Matcha ist eine einfachere Qualität, die in der Regel mehr Bitterstoffe aufweist und eher für Mischgetränke, beim Backen und Kochen zum Einsatz kommt. Beim Genuss-Matcha, der für die Zubereitung einer Schale Matcha gedacht ist, gibt es nochmals viele Qualitätsunterschiede. Diese hängen vom Blattgut, seiner Beschattung und der weiteren Verarbeitung ab, unter anderem auch von der Art des Vermahlens.

Mehr Beschattung der Teeblätter vor dem Pflücken führt zu einem intensiveren Grün der Blätter und weniger Bitterstoffen im Blatt. Eine korrekte und rechtzeitige Dämpfung des Blattguts nach dem Pflücken ist wichtig, um die Oxidation rechtzeitig zu stoppen. Die saubere Trennung der Stängel und Blattgerippe vom gehaltvollen "Blatt-Fleisch", sowie die sorgfältige Auswahl des Blattguts führt schließlich zu einem guten Tencha, der Vorstufe des Matcha. Abschließend sollte er auf klassischen Granitsteinmühlen weiterverarbeitet werden, um ein besonders feines Teepulver zu erhalten.

Erkennbar sind die Qualitätsunterschiede später an Duft, Optik und Geschmack. Je gelblicher die Farbe des Matcha, je bitterer der Geschmack, je weniger natürliche Süße zu finden ist, desto einfacher die Qualität. Viele Tee-Experten machen zudem die "Streichprobe" auf einem weißen Blatt Papier. Hieran lässt sich für diese Fachleute dann neben der Farbe auch der Mahlgrad des Teepulvers erkennen.

In Japan werden beim Genuss-Matcha zwei Zubereitungsarten unterschieden: Usucha und Koicha. Der Usucha ist ein "dünner" oder "schwacher" Tee, der mit weniger Teepulver und mehr Wasser zubereitet wird. Im Gegensatz dazu ist der Koicha ein "dicker" oder "starker" Tee ist, der mit mehr Teepulver und weniger Wasser zubereitet wird. Den Usucha bereitet man eher im Alltag zu, während der Koicha für besondere Anlässe und bei der Teezeremonie zubereitet wird. Für den Koicha braucht man daher auch die bestmögliche Matcha-Qualität.

Der BioNutra-Matcha - mein Eindruck


Die beiden Matcha von BioNutra kommen in wiederverschließbaren, luft- und aromadichten Beuteln. Beide Beutel lassen sich leicht öffnen und wieder verschließen, so dass das Teepulver gut geschützt ist und sich auch gut entnehmen lässt.

Matcha von BioNutra
Matcha von BioNutra

In den folgenden Fotos sind die Informationen der jeweiligen Verpackungs-Rückseite und das Matcha-Pulver zu sehen:



Sieht man die Tees nebeneinander, fällt sofort der Farbunterschied auf. Die Kochqualität ist deutlich gelblicher. Der Duft der beiden Teepulver ist angenehm frisch. Im Vergleich zu Zeremonienqualitäten anderer Hersteller ist aber auch der Usucha-Matcha erkennbar gelblicher.


Im Aufguss zeigt sich ebenfalls der Farbunterschied. Zubereitet habe ich beide Matcha-Qualitäten wie gewohnt: Zunächst verrühre ich mit etwas kaltem Wasser und dem Teebesen (Chasen) das Teepulver zu einer geschmeidigen Paste, anschließend fülle ich wie auf der Verpackung empfohlen mit 80 Grad Celsius heißem Wasser auf und schlage beide Matcha schaumig.


Das Aufschlagen funktioniert gut, trotz der Zubereitung als "dünner Tee". Selbst beim Koch-Matcha kommt der Schaum zustande. Bei einem Koicha wäre der Schaum noch feinporiger und fester, aber für einen Alltags-Matcha ist das ein gutes Ergebnis.

Geschmacklich finde ich bei den ersten Schlucken beim Zeremonien-Matcha relativ deutlich Bitterkeit. Je mehr der Tee abkühlt, desto weniger bitter wirkt er auf mich. Mir scheint, dass es weniger darauf ankommt, mit welcher Temperatur ein Matcha aufgegossen wird, als vielmehr, welche Temperatur der Aufguss hat, wenn ich ihn trinke. Zumindest in diesem Fall scheint das zu funktionieren.

Beim Koch-Matcha war ich überrascht, dass hier kaum Bitterkeit in der Tasse zu finden war. Hier war aber auch die Verdünnung stärker und die Temperatur des Tees bereits niedriger. Für den schnellen Matcha zwischendurch, der eher wach machen als ein exklusiver Genuss sein soll, lässt sich in meinen Augen sogar der Koch-Matcha trinken. Und wer sowieso plant, einen Matcha-Latte daraus zu machen, der kann unbesorgt zu dieser günstigeren Qualität greifen. Andererseits ist der Preis für den Zeremonien-Matcha aus dem Haus BioNutra auch nicht soviel höher, dass hier eine große Ersparnis zu erzielen wäre.

Preislich sind die beide Matcha nämlich günstig. Der Koch-Matcha kostet aktuell in der 100-Gramm-Packung 17,85 Euro. Der Matcha für die (alltägliche) Tee-Zeremonie kostet 24,95 Euro für 100 Gramm bzw. 14,75 Euro für 50 Gramm.

Mein Fazit


Geschmäcker sind natürlich verschieden. Ich persönlich mag die süßlicheren Matcha der besonders hohen Qualitätsstufen lieber, die ich bereits hier und hier vorgestellt habe. Aber diese meist hochpreisigen Matcha-Qualitäten kann oder will man sich nunmal auch nicht jeden Tag leisten. Wer also auf der Suche nach einem preisgünstigen Matcha brauchbarer Alltagsqualität ist, der kann den BioNutra-Matcha auf jeden Fall einmal ausprobieren. Wenn der Tee zu bitter erscheint, einfach ein wenig abkühlen lassen und nochmal probieren oder gleich mit niedrigerer Temperatur aufgießen. Eventuell noch etwas kaltes Wasser nachgießen, falls zu viel Teepulver genommen wurde.

Bezugsquelle


Beide Teequalitäten werden aktuell über den amazon-Shop von BioNutra angeboten:


Weitere Informationen zum Unternehmen und den hier angebotenen Produkten gibt es auf der Firmen-Website von BioNutra.

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