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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Matcha 108 im Test

Matcha 108 in der Verpackung.
Matcha, Matcha - wohin man auch schaut. Das japanische Grüntee-Pulver hat einen neuen Tee-Hype ausgelöst. Matcha landet nicht nur in der Tasse, nein, auch im Cocktailglas, in Saucen, Gebäck, Mixgetränken, Kosmetik. Ein gesunder Jungbrunnen und Wachmacher soll dieser Tee sein. Samurai, Kaiser und Zen-Mönche haben sich an ihm erfreut, ihre Leistungsfähigkeit und Gesundheit damit erhalten - so preisen es die Händler allerorten an.

Guter Matcha ist ein Genuss, keine Frage. Wenn er auch noch gesund ist, umso besser. Aber so langsam bin ich übersättigt von all den Lobpreisungen. Es gibt noch viele andere tolle Teesorten, die nicht nur einen Blick wert sind. Aber lassen wir meine Befindlichkeiten beiseite - da ich eine neue Teeprobe bekommen habe, soll es heute um einen weiteren Matcha-Test gehen.

Matcha 108 im Test


Diesmal handelt es sich um einen in China produzierten grünen Bio-Pulvertee namens Matcha 108*. Die Zahl 108 ist ein Wortspiel, da sie in Asien als Glückszahl gilt und zudem lautmalerisch für "one hundred aid" steht. Das Unternehmen hinter Matcha 108 spendet einen Teil seines Verkaufserlöses für wohltätige Zwecke, daher das "aid", also auf Deutsch "Hilfe".

Außerdem betont der Anbieter, dass sein Matcha-Tee und die Verpackung strengen Qualitätskontrollen in Europa (TÜV/GBA) unterzogen werden:

"Unser Lieferant baut bereits seit 2004 ökologisch an, ist EU-ÖKO-zertifiziert und unterliegt den strengen Kontrollen der Grüntee Tests. Außerdem führen wir mit unabhängigen Laboren in Deutschland regelmäßig den Nachweis auf ökologischen Landbau durch. Diese Tests gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen beim Grüntee Test hinaus und garantieren den Ausschluss von 500 Pestiziden und Herbiziden. Zusätzlich lassen wir uns durch mikrobiologische Tests die lebensmittelhygienische Unbedenklichkeit unserer Produkte bestätigen. Und auch unsere Matcha Verpackung ist auf Lebensmittelverträglichkeit und Unbedenklichkeit getestet und bestätigt."
Hier die Vorder- und Rückseite der Verpackung:

 

Kleiner Exkurs zur Matcha-Produktion


Qualitativ guter japanischer Matcha wird aus hochwertig verarbeiteten Teeblättern mit speziellen Granitsteinmühlen vermahlen. Für den aus dem chinesischen Hanghzhou stammende Matcha 108 kommen Industriemühlen aus Keramik zum Einsatz. Ansonsten ist laut Anbieter der Anbau und die Verarbeitung der japanischen Produktionsweise angeglichen - Zitat aus dem Online-Shop:
"MATCHA ONE HUNDRED AID gedeiht auf einer der besten Plantagen des Hangzhou-Anbaugebiets an der chinesischen Ostküste. Dort wird er vor der Ernte vor der Sonne geschützt, damit er delikate, dunkelgrüne Blätter entwickeln kann, die noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Aminosäuren und Antioxidantien enthalten. Die Teeblätter werden gedämpft, getrocknet, von Stielen und Blattrippen getrennt, und in Keramikmühlen zu feinstem Pulver zermahlen."
Granitsteinmühlen sind die klassische, traditionelle Variante mit der aus dem Aracha (vom Blattgerippe befreiter Rohtee, sozusagen das "Tee-Fleisch") ein qualitativ hochwertiger Matcha hergestellt wird. Keramik-Industriemühlen sind günstiger in der Anschaffung und sollen ein nicht ganz so feines Teepulver erzeugen. Ob sich dieser Unterschied tatsächlich bemerkbar macht, das muss jeder für sich entscheiden.

Meine ersten Vergleichstests zeigten jedoch, dass sich bisher die aus Japan stammenden Matcha-Qualitäten positiv abhoben. Insofern war ich gespannt, wie der Matcha 108 aussieht und schmeckt. Die Beschreibung im Shop klingt gut - die Verarbeitung bis hin zum Rohmaterial scheint gleich zu sein.

Matcha 108 im Vergleich mit aiya Matcha Ten


Der Matcha 108 kommt in einem Ziplock-Beutel. Nach dem Öffnen verströmt das hell gelb-grüne Teepulver einen feinen Teeduft. Im Vergleich zu meinem japanischen Referenz-Matcha, dem Matcha Ten von aiya, sind allerdings deutliche Unterschiede in Farbe und Duft erkennbar. Der Matcha Ten zeigt ein intensives Jadegrün und duftet intensiv-dunkel, der Matcha 108 zeigt ein deutlich helleres gelb-grün und duftet bei weitem nicht so intensiv. Dieser deutliche Unterschied ist auf den Fotos in diesem Beitrag leider nicht so klar zu erkennen.

Links der Matcha 108, rechts der aiya Matcha Ten.
Leider ist der deutliche Farbunterschied im Foto nicht richtig zu erkennen.

Auch im Aufguss zeigt sich dieser Farbunterschied. Der Matcha 108 zeigt eine eher ins gelbliche gehende, hell-olivgrüne Farbe in der Schale. Geschmacklich ist er in Ordnung, im Vergleich zum Matcha Ten fehlt ihm allerdings die feine pflanzliche Süße und Tiefe. Der Matcha 108 tendiert hier eher zum leicht Bitteren ,was aber nicht unangenehm ist.




Preislich liegt der Matcha 108 mit seinen 29,90 Euro für 108 Gramm deutlich günstiger als der aiya Matcha Ten, der mit 40 bis 46 Euro für 30 Gramm gehandelt wird.

Umgerechnet auf 100 Gramm liegt der Matcha 108 also bei rund 28 Euro und der aiya Matcha Ten bei ca. 133 bis 153 Euro. Der Matcha Ten spielt allerdings geschmacklich und optisch auch in einer ganz anderen Klasse.

Mein Fazit


Für die schnelle Tasse Matcha zwischendurch, als Koch-Matcha und für Mixgetränke ist der Matcha 108 völlig in Ordnung. Für den vollen, puren Matcha-Genuss empfehle ich persönlich allerdings die japanischen Matcha-Qualitäten - auch wenn der Preis selbst für Einsteiger-Sorten hier mehr als das Doppelte beträgt. Es lohnt sich.

Bezugsquellen


Den in diesem Beitrag vorgestellten Matcha 108 kannst du bei amazon* und im Shop von Matcha 108 bestellen.

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