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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Japanische Teeprodukte aus dem Tee-Shop Koyamaen

Gyokuro Chitose no Homare
Im Tee-Shop "Marukyu-Koyamaen" oder kurz Koyamaen habe ich vor kurzem Matcha-Seife, spülmaschinenfeste japanische Seitengriffkännchen und hochpreisigen Gyokuro entdeckt. Der Firmensitz des Betreibers liegt laut Impressum in der Schweiz, es gibt aber auch eine deutsche Kontaktadresse in Stuttgart. Da war ich natürlich neugierig. Das Paket mit der Ware ist bereits eingetroffen, so dass ich meinen Wissens- und Teedurst jetzt stillen kann.

Der Standard-Versand in Deutschland und der Schweiz erfolgt ohne Sendungsverfolgung via Deutsche Post und ist ab 50 Euro versandkostenfrei. Alternativ wird auch die Lieferung per DHL für 4,50 Euro angeboten; in diesem Fall  inklusive Trackingcode und ab 100 Euro versandkostenfrei. Die Ware kann per Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung, Bankeinzug oder Vorkasse bezahlt werden. Als Lieferzeit für die sofort lieferbaren Waren nennt der Shop zwei bis drei Werktage.

Die Produkte und mein Eindruck


Meine Lieferung kam gut verpackt und exakt am dritten Werktag per DHL an. In meinem Paket waren die folgenden Teeprodukte:

Produkt 1: Gyokuro Chitose no Homare


Gyokuro ist ein japanischer Schattentee mit leicht pflanzlich-süßlichem Geschmack. Die Plantage Marukyu-Koyamaen, von der dieser Tee stammt, stellt 9 verschiedene Qualitätsstufen des Gyokuro her. Die Gyokuro-Sorte Chitose no Homare entspricht der Qualitätsstufe 9 und ist mit über 100 Euro für 40 Gramm sogar teurer als die meisten Matcha-Sorten. Der Tee erreichte mich als 50-Gramm-Paket in einer versiegelten Aromaschutz-Tüte. - Ich war gespannt, ob sich dieser Preis auch im Geschmack niederschlägt.


Der Tee zeigt ein sehr gleichmäßiges, sehr dunkles, nadeliges Blatt und verströmt einen angenehmen Duft, ganz so, wie ich es mir von einem Schattentee wünsche. Die trockenen Blattnadeln sind hart und knackig. Diese mit einem Löffel aus der Packung zu bekommen, um sie zu portionieren, braucht mehrere Anläufe.

Den ersten Aufguss habe ich mit 50 Grad Celsius warmem Wasser und 90 Sekunden Ziehzeit zubereitet. Den zweiten ebenfalls mit ca. 50 Grad und 30 Sekunden, den dritten Aufguss mit ca. 60 Grad und 15 Sekunden, wie im Shop empfohlen. Die Teeblätter scheinen aber auch dann noch genügend Kraft zu haben, um daraus weitere Aufgüsse machen zu können.

Gyokuro - erster Aufguss

Gyokuro - nach dem ersten Aufguss

Gyokuro - nach dem dritten Aufguss


Das feuchte Blatt zeigt direkt im ersten Aufguss ein intensives Hellgrün und junge Blätter, Knospen und weiche Blattrispen- und stängel. Die Teeblätter sind jetzt so weich, dass sie sich wie Gemüse essen lassen, wenn man das möchte.

Das Ergebnis der einzelnen Aufgüsse ist jeweils eine sehr helle, schwach gelblich-grüne Tasse, die mit einem runden, ausgewogenen, milden Geschmack überzeugt. Keine Bitterkeit, eine angenehm "grüne" Note, die an Erbsen und frisches Gras erinnert.


Die helle Tasse im ersten Aufguss.

Ein schöner Tee, der allerdings auch einen stolzen Preis hat!

Produkt 2: Spülmaschinenfestes Seitengriffkännchen (Kyusu)


Passend zum Tee gibt es ein spülmaschinenfestes japanisches Seitengriffkännchen (yokode kyūsu), das 180 Milliliter fasst und für 37,50 Euro angeboten wird.


Mit den vielen kleinen Vertiefungen im Kannenkörper erinnert es mich ein wenig an eine Bienenwabe. Vor der Ausguss-Tülle ist im Inneren der Kyusu ein Metallsieb fest angebracht. Durch den geschlossenen Glasurbrand soll das Kännchen besonders robust und auch für die Spülmaschine geeignet sein.

Fehlerhafte Stellen
im  Glasurbrand.
Bei meinem Exemplar sind dort, wo der Deckelrand auf dem Kännchen liegt, etliche matte, dunklere Stellen zu sehen, die in den Shop-Fotos so nicht zu erkennen sind. Zunächst dachte ich, dass sich hier Staub abgesetzt hätte. Aber da diese Stellen auch nach dem gründlichen Reinigen des Kännchens blieben, vermute ich, dass hier entweder die Glasur nicht komplett aufgetragen wurde oder beim Brennen des Kännchens etwas schiefgegangen ist. Auch im Kannenboden entdeckte ich kleine Toneinschlüsse, die zwar den Gebrauchswert nicht schmälern, aber auf eine nicht optimale Verarbeitung hindeuten.

Beim Zubereiten des Gyokuro schenkte die Kanne nicht ganz tropffrei aus. Einige Male rann ein einzelner Tropfen von der Tülle am Kannenkörper herunter. Unproblematisch, aber auch das in meinen Augen ein Zeichen für eine nicht ganz perfekte Verarbeitung der Kyusu.

Eine Anfrage beim Shopbetreiber zu den entdeckten Mängeln läuft - ich warte noch auf Antwort.

Produkt 3: Seife aus Matcha und Olivenöl


Dass Tee, gerade Grüntee, gut für die Haut sein soll und gerne in Kosmetika verwendet wird, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Neu war mir aber die Variante einer Seife, die hauptsächlich aus sehr fein pulversisierten Grünteeblättern (Matcha) und Olivenöl besteht. Laut Produktbeschreibung besteht die Seife aus: Matcha, Olivenöl, Wasser und Natriumchlorid. Das gelieferte Seifenstück wiegt laut meiner Waage 85 Gramm - im Shop und auf der Verpackung habe ich keine Gewichtsangabe gefunden. Verpackt ist sie in einem kleinen Karton mit japanischen Schriftzeichen, in dem die Seife dann nochmals in einem versiegelten Papierbeutel steckt, der sie vor Feuchtigkeit schützt.

Die Seife kostet 16 Euro je Stück. Ein stolzer Preis für ein vergleichsweise kleines Stück Seife - aber manch kleines Cremetöpfchen im Kosmetiksalon ist deutlich teurer. Was also bietet diese Seife?


Die Seife soll für jeden Hauttyp geeignet sein, außer für sehr fettige Haut. Sie sollte nicht direkt unter fließendem Wasser verwendet werden, sondern lieber nur in den feuchten Händen gerieben und dann sanft in die Haut einmassiert werden. Empfohlen wird sie speziell "für Gesicht und Hände".

Das Seifenstück sieht braun aus, was dafür spricht, dass das Grünteepulver vor oder während der Verarbeitung oxidiert ist. Ob die Seife wie beschrieben "freie Radikale" abwehrt, also die Antioxidantien des Grünteepulvers auch bei äußerlicher Anwendung krebshemmende Wirkung entfalten können, das wage ich anzuzweifeln. Neugierig auf das Wascherlebnis war ich trotzdem. Denn die Seife scheint mir eher auf eine pflegende als eine reinigende Wirkung abzuzielen.

Die Seife im kurzen Praxis-Test


Die Seife riecht recht neutral, auch nach dem "Einseifen" in den feuchten Händen. Wer Kernseife kennt, wird Duft und "Waschgefühl" wiedererkennen. Beim Einreiben in die feuchten Hände entsteht hier und da ein feiner Schaum und ein ölig-cremiges Hautgefühl. Die Seife scheint recht ergiebig zu sein.

Nach einer knappen Minute des "Cremens" ändert sich dieses ölige Gefühl plötzlich: Die Hände fühlen sich stumpf und klebrig an. Auch das Abspülen unter fließendem Wasser bringt nur kurzzeitig wieder das leicht ölige Empfinden. Für mich ein unangenehmes Gefühl, das keinen pflegenden Eindruck hinterlässt.

So habe ich dann doch wieder zu normaler Seife gegriffen, um dieses Gefühl loszuwerden. Vielleicht bin ich da zu ungeduldig, aber mir hat dieser Effekt nicht gefallen.

Zugegebenermaßen fühlt sich die Haut eine Weile nach dem Waschen ein wenig so an, als habe man Olivenöl einmassiert. Da greife ich dann aber lieber zu einer guten Flasche Olivenöl und massiere ein paar Tropfen direkt in die Haut ein, um sie zu pflegen. Vom in die Seife eingearbeiteten Grüntee sehe, rieche und spüre ich persönlich nichts. Auch hier würde ich zur Hautpflege lieber zum feuchten Blatt greifen, das sowieso nach dem Trinken übrig bleibt.

Mein Fazit


Die Abwicklung der Bestellung und Lieferung erfolgte problemlos und im zugesagten Zeitfenster. Die Verpackung war gut, die Ware erreichte mich unbeschädigt, im Fall des Kännchens aber nicht mängelfrei. Der Gyokuro ist von sehr guter Qualität, aber auch sehr hochpreisig. In meinen Augen gibt es durchaus vergleichbare Qualitäten zu niedrigeren Preisen. Aber das ist eben eine persönliche Geschmacksfrage.

Die Matcha-Seife halte ich für eine Fehlinvestition. Da greife ich lieber zu Grüntee, Matcha und Olivenöl pur und pflege meine Haut auf andere Weise. Das so gesparte Geld investiere ich dann lieber in guten Tee.

Bezugsmöglichkeit für die oben vorgestellten Produkte

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