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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Zealong Black - der Schwarztee aus Neuseeland

Nr. 2697 - Zealong Black aus dem
Sortiment von TeeGschwendner
Vor ziemlich genau vier Jahren hatte ich meine erste Begegnung mit einem Tee namens "Zealong" aus Neuseeland. Damals gab es diese Oolong-Tees noch nicht in Deutschland, so dass mein Verkostungsmuster direkt aus Neuseeland kam. Es war ein Zealong Aromatic, der mich sofort begeisterte.

Insgesamt werden auf der Zealong-Teeplantage in Neuseeland drei verschiedene Oolongs produziert, die sich durch die verschiedene lange Erhitzung und Röstung unterscheiden: Zealong Pure (ungeröstet), Zealong Aromatic (kurz geröstet) und Zealong Dark (länger geröstet). - Ob wohl Hobbits, Elben und Zwerge während der Drehpausen zum "Herrn der Ringe" auch das ein oder andere verzaubernde Tässchen genossen haben? Es würde mich nicht wundern.

Seit meiner ersten Verkostung hat sich einiges getan und die Zealong-Tees haben einen guten Ruf unter Teegenießern. Inzwischen gibt es immer mal wieder auch deutsche Händler, die Zealong-Tees für kurze Zeit in ihr Sortiment aufnehmen. TeeGschwendner ist einer dieser Händler. Allerdings sind die Zealong-Tees schon vom Teegarten recht hochpreisig angesetzt, so dass der Ladenpreis nicht ohne ist. Ein eher überschaubarer Kundenkreis wird bereit sein, so viel Geld auf den Tisch zu legen. Andererseits bieten diese Tees auch ein tolles Geschmackserlebnis.

Der Zealong Black - ein Oolong als Schwarztee


Das trockene Blatt des Zealong Black

Das feuchte Blatt des Zealong Black
nach dem zweiten Aufguss.
Aktuell hat TeeGschwendner einen Tee aus der Zealong-Produktion im Sortiment, auf den ich sehr neugierig bin. Es ist allerdings kein Oolong-Tee, sondern ein voll oxidierter Schwarztee: Nr. 2697 - Zealong Black in der Edmon's Sophisticated Tea Selection. Dieser Tee wird aus den Blättern der gleichen Teesträucher gewonnen, die für die Produktion der Oolong-Sorten als Basis dienen. Allerdings werden die Teeblätter im Gegensatz zum Oolong voll oxidiert, wodurch sie ihre intensiv dunkle Farbe bekommen.

Die Beschreibung dieses Tees klingt äußerst verführerisch: "ein Schwarztee, der betörend nach Honig, Karamell und ein wenig Malz schmeckt. Weich und sanft, verblüfft die Tasse mit Ausdrucksstärke, die man sonst nur aus Indonesien oder Vietnam kennt." Da sind die knapp 40 Euro für 100 Gramm schnell vergessen. Eventuell relativiert sich der Preis ja ein wenig, wenn dieser Tee mehrere Aufgüsse verträgt? Das gilt es zu testen.

Jetzt steht also eine kleine Packung des Zealong Black vor mir: Dunkle, fast komplett schwarze, relativ große, nicht gerollte Blätter. Das trockene Blatt verströmt duftet nicht intensiv, aber bereits vielversprechend - und ich bin gespannt, wie sich der Tee in der Tasse zeigen wird.

Der Tee in der Tasse - mein Eindruck


Ich habe den Tee wie empfohlen zubereitet: 13 Gramm für einen Liter weiches, kochendes Wasser, vier Minuten Ziehzeit. Die Blätter entfalten sich während des Ziehens. Im feuchten Blatt sind Stängel, Blatt-Teile, aber auch ganze Blätter zu finden. Typisch für einen Oolong-Tee, Blattgröße und Anteil der Blattstängel eher untypisch für einen Schwarztee, wie er üblicherweise produziert wird.

Erster Aufguss des Zealong Black.

Der Tee in der Tasse verströmt einen angenehmen, dunkel malzig-süßen Duft. Nach ein wenig Wartezeit, bis die tiefgoldene Flüssigkeit Trinktemperatur erreicht hat, koste ich endlich.

Genau wie der Duft und die Beschreibung im Online-Shop es versprochen haben, schmeckt der Tee intensiv, zeigt aber keinerlei Bitterkeit. Eine dunkle, malzige Süße mit einem Hauch Honig und Lakritz schmeichelt der Zunge und bleibt noch lange im Mundraum erhalten. Wunderbar. Geschmacklich erinnert mich der Zealong Black an einen Sanxia Hongcha aus Taiwan, was nicht verwundert, da die Herstellungsverfahren und Teestrauch-Typen der Tees sich ähneln.

 

Nachdem der erste Aufguss mich schon begeistert hat, wollte ich wissen, ob der Zealong Black genügend Kraft für einen zweiten Aufguss hat. Für den zweiten Aufguss habe ich wiederum 4 Minuten Ziehzeit und kochendes Wasser gewählt. Farblich ist der Tee auch jetzt intensiv bernstein-golden. Geschmacklich fehlt allerdings die dunkle, malzige Süße des ersten Durchgangs. Jetzt finde ich eher Fruchtnoten, die ich allerdings nur schwer beschreiben kann. Trockenobst, grüner Apfel, vielleicht auch ein Hauch von Süßholz oder Lakritz? Ganz anders als im ersten Aufguss, aber immer noch angenehm, ohne Bitterstoffe, durch die leichte Fruchtigkeit erfrischend im Mundraum.


Einen dritten Aufguss habe ich nicht mehr getestet, da mir das Gefälle zwischen erstem und zweitem Aufguss bereits zu groß erschien. Bei einem Schwarztee war allerdings auch nicht zu erwarten, dass er mehr als zwei Aufgüsse durchhält.

Mein Fazit


Ein wunderbarer Schwarztee, der mit seinem intensiven Aroma und seiner unaufdringlichen Süße lange am Gaumen nachklingt. Trotz des vergleichsweise hohen Preises auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für alle, die sich einen besonderen Schwarztee für besondere Stunden wünschen oder einen exquisiten Tee verschenken möchten. Wer eine preisgünstigere Alternative sucht, sollte einen Sanxia Hongcha aus Taiwan probieren.


Bezugsquellen für Zealong-Tees


Der Zealong Black ist meines Wissens derzeit in Deutschland nur bei TeeGschwendner zu bekommen. Wer weitere Zealong-Tees probieren möchte, findet beim Tee-Kontor Kiel den Dark Oolong oder bestellt direkt in Neuseeland ein Komplettpaket. Bei Direktbestellung über den Zealong-Shop ist allerdings zu bedenken, dass ggf. recht hohe Versandkosten und Kosten für den Zoll anfallen. Schneller, einfacher und kostengünstiger ist es in jedem Fall, wenn ein deutscher Händler den Tee vorrätig hat.

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