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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

Auf dieser Seite findest du alle Beiträge zu Tee-Büchern und Interviews mit Tee-Buch-Autorinnen und -Autoren, die bisher im Tee-Tagebuch.de veröffentlicht wurden. Viel Spaß bei der Lektüre!

Fragen an Teefreunde - Teil 25: Lukasz Parobij

In meiner Interview-Reihe "Fragen an Teefreunde" stelle ich bekannte und weniger bekannte Tee-Persönlichkeiten, Teekenner und Teefreunde vor. Im 25. Teil dieser Reihe stellt sich Lukasz Parobij, Betreiber des Blogs "Über Tee und Keramik", meinen Fragen.

Bitte stell dich kurz vor, Lukasz:
Teefreund Łukasz Parobij
Im Sommer 2013 habe ich mein Magister-Studium (Japanologie) abgeschlossen. Schon viel früher entdeckte ich meine Liebe zur japanischen Teekultur und habe meine Magisterarbeit zum Thema japanische Teeschalen des 14. bis 17. Jahrhunderts geschrieben. Bei Aiya kam das gut an. [Anmerkung der Redaktion: Aiya ist ein japanisches Unternehmen, das Matcha-Tee produziert, und hat seinen europäischen Firmensitz in Hamburg] Seit Oktober darf ich mich dort hauptsächlich um den Import von Matcha und Blatttee kümmern, aber ich bin auch zuständig für unsere BIO-Zertifikate und Analysen.
Welche Bedeutung hat Tee in deinem Leben? Welche Beziehung hast du zum Tee?
Tee ist unter den Interessen, die ich habe, dasjenige, für welches ich am meisten Leidenschaft aufbringe. Er ist für mich ein Genussmittel, dient aber auch der Entspannung. Über diese Leidenschaft lerne ich viel über mich, über andere Kulturen und entwickle einen Sinn für Ästhetik und Handarbeit. Daher ist Tee für mich ein gutes Mittel für (inter-)kulturelle (Weiter-)Bildung.
Was ist für dich das Besondere am Tee?
Es ist die Vielfalt, die ich an Tee so schätze. Wenn man bedenkt, wie viele unterschiedliche Verarbeitungsweisen es gibt, wie unterschiedlich der Geschmack, das Aussehen der bearbeiteten Blätter und der Duft sein können, dann erkennt man schnell, dass ein Leben für die meisten von uns vermutlich viel zu kurz ist, um diese Vielfalt gänzlich erfassen zu können. Und dann gibt es ja noch verschiedene Zubereitungsmethoden ...
Wann hattest du den ersten Kontakt zum Tee und welcher Tee war das?
In Polen ist Tee in Form von Schwarztee schon sehr lange als Alltagsgetränk etabliert und wird begleitend zum Essen getrunken, ohne dass dabei auf erlesene Qualitäten geachtet wird. Daher wertet man die einfachen Sorten mit Zucker und etwas Milch oder Zitrone auf. So habe ich als Kind Tee kennengelernt.
Was hat sich seitdem in deinem Verhältnis zum Tee geändert?
Vieles. Oder eher alles. Tee ist nicht einfach nur ein Teebeutel, den man in die Kanne oder Tasse hängt. Alles beginnt beim Anbau und der Verarbeitung. Irgendwo auf der Welt leben Menschen davon, dass sie gepflückte Blätter in Tee verwandeln. Einige unter ihnen haben hochkomplexe und aufwendige Verfahren entdeckt, um besonders edle Sorten zu kreieren. Ich kenne diese Menschen nicht persönlich, aber ich habe etwas dafür übrig, wenn sich jemand mit seiner Arbeit viel Mühe macht und dabei etwas Neues oder richtig Gutes entsteht. Und das ist doch das Spannende am Tee: es gibt einfach so viele verschiedene Wege aus rohen Blättern Tee zu machen und die Unterschiede sind teils so gewaltig, dass man kein Experte zu sein braucht, um diese auch zu bemerken. Wenn man Tee für sich entdeckt hat, dann hat man ohne zu übertreiben eine ganz neue Welt betreten, in der man nie auslernt.
Was war dein schönstes Tee-Erlebnis?
Es ist gar nicht so lange her, als ich zum Anlass unseres gelungenen Umzugs meine Eltern und einen guten Freund samt Mutter an einem Sonntag zum Kuchen eingeladen habe. Statt Kaffee gab es Tee, einen ausgezeichneten Second Flush aus Nepal. Über den Tee habe ich nichts weiter gesagt, außer, dass ich empfehle, den ohne Zucker zu trinken. Im Laufe des Abends kam die Mutter des Freundes auf mich zu und fragte, wo sie den Tee kaufen könne. Als ich sagte, dass dieser Tee leider schon ausverkauft sei, fragte sie, ob ich ihr den Tee verkaufen könne, weil er ihr so schmecke. Ich habe ihr einen Teil davon mitgegeben, weil ich mich so gefreut habe, dass er ihr so gefallen hat. Auch beim Tee gilt: "Geteilte Freude ist doppelte Freude."
Was ist dein Lieblings-Tee, was ist das Besondere daran und wie bereitest du ihn zu?
Ich habe keinen Lieblingstee mehr. Ich freue mich darauf, immer wieder Neues zu entdecken, und probiere daher verschiedene Tees bzw. Zubereitungsmethoden aus. Dennoch gibt es Sorten, zu denen ich immer wieder greife, wie z.B. Assam, den ich als Frühstückstee sehr schätze. 
Wann und wo trinkst du am liebsten Tee?
Ich bevorzuge eine stille Umgebung bzw. Atmosphäre. Daher kommen zwei Orte infrage: die eigene Wohnung oder die Natur. Wichtig ist mir, dass ich mich dabei so weit entspannen kann, dass ich den Tee als Gesamtkunstwerk genieße, wozu auch die Utensilien zählen.
Welches ist dein liebstes Tee-Zubehör?
Ich bin ein großer Anhänger des rustikalen Stils. Besonders unglasierte bzw. mit Ascheanflug glasierte japanische Keramiken mit einer urigen Ausstrahlung haben es mir angetan. Sie wirken so, als wenn sie schon seit Jahrtausenden existierten, weil sie auf einer aus heutiger Zeit primitiven Brenntechnik beruhen. Auf viele Menschen wirken sie daher primitiv und unvollendet.
Hast du eine Lieblings-Zutat zum Tee?
Auch wenn die Frage anders gemeint ist: Einen Menschen, der ebenfalls gerne guten Tee trinkt.
Was ist dein Lieblingsbuch zum bzw. über Tee? Welche Musik passt für dich zu einer schönen Teestunde?
Obwohl ich Musik gerne mag, höre ich zum Tee nur selten welche. Am ehesten klassische Musik wie z. B. Erik Saties Gymnopédie No. 1. Ein Lieblingsbuch über Tee habe ich bisher nicht wirklich, aber vielleicht kommt das ja noch. 
Wen würdest du gerne einmal zum Tee einladen und welchen Tee würdest du servieren?
Interessante Frage. Es gibt eine Reihe von Menschen, die ich über das Internet kennengelernt habe, die ich gerne auf einen Tee einladen würde. Neben diversen Teefreunden wäre es sicher spannend, mit Töpfern wie Andrzej Bero oder Petr Novak einen Tee zu trinken.
Vielen Dank für das Interview, Lukasz!

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