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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Shincha und die 88 Nächte

(Gastbeitrag, Autorin: Ingrid Harke, Midori T. Versandhandel e.K.)

Shincha ist ein Fest. Eines, das die Sinne schweben lässt! Meines beginnt mit einem Shincha aus Kagoshima, der zweitgrößten Teeregion im Süden des japanischen Archipels. In einer Dose bestens verpackt wartet er auf dem Tisch. Klack – kaum ist die Lasche eingedrückt und der Deckel abgezogen, schmeichelt ein grasig-frischer Duft aus der Dose. Ein Blick hinein bestätigt: schön gearbeitetes, tiefgrünes Blatt. Kurz darauf leuchtet der Shincha hellgrün in meiner Tasse. Er schmeckt … einfach nur grün: grasig, süß und fruchtig, weich und leicht - alles gleichzeitig und mit langem Nachklang.

Aber Moment, was genau ist Shincha?

Teefeld Japan © www.midoritee.de

Ausgehend vom Süden beginnt das japanische Teejahr Ende April, wenn die Teesträucher junge Triebe ausgebildet haben. Die zarten Blätter werden zum Shincha oder „neuen Tee“ verarbeitet. Später werden weitere Ernten stattfinden: ab Mitte Juni die 2. Pflückung, „ni bancha“ und ab Ende Juli die 3. Pflückung, „san bancha“. Ichi-ni-san, das japanische eins-zwei-drei! Im warmen Kagoshima kann Ende September sogar noch ein viertes Mal gepflückt werden, während die Sträucher in Japans nördlichster Teeregion Saitama nur zwei Ernten ergeben. Zwischen den Ernten wird eine Ruhephase eingehalten, in der neue Blätter am Strauch nachwachsen.

Grüner Tee 88 Ya no Shincha © www.midoritee.deEin ganz besonderer First Flush ist der 88 Ya no Shincha. Die 88. Nacht, japanisch ya, markiert im alten japanischen Mondkalender den Wandel der Jahreszeiten. Vom traditionellen Frühlingsbeginn Anfang Februar aus gezählt fällt sie auf den 2. oder 3. Mai. An diesem Tag gepflückter Tee verleiht Gesundheit und ein langes Leben, so die Legende. Die Wissenschaft hat nichts einzuwenden. Denn Messungen haben ergeben, dass die Pflanzenstoffe des jungen, noch weichen Teeblatts zu dieser Zeit ihren Höchstwert erreichen. Im allmählich größer und härter wachsenden Blatt sinkt der Gehalt an Catechinen (antioxidativ), Koffein (anregend) und Theanin (beruhigend). Der Wirkstoff Theanin ist übrigens für den Wohlgeschmack, Japanisch umami, zuständig. Darum schmeckt Shincha so lecker!

Das Alter des Teeblatts ist also ein Indiz für die Qualität des Tees. Mit der Zahl der Ernte nimmt sie ab. Auch der Preis spiegelt sich darin wider, so dass die Tees aus der ersten Ernte die höchsten Preise erzielen.

Und so entlockst du dem Tee seinen Geschmack – acht Tipps zur Zubereitung von zwei Tassen à 80-100 ml mit 3-5 g Shincha:

  1. Teetasse Shincha © www.midoritee.deKleine Teeschalen und eine Seitengriff-Kanne verwenden - die japanische kyusu, lässt dem Teeblatt viel Platz!
  2. Wasser aufkochen (Leitungswasser wird durch Filtern entkalkt und damit weich),
  3. in Kanne und Tassen füllen und das Wasser aus der Kanne wieder weggießen.
  4. Shincha in die Kanne geben und mit dem inzwischen abgekühlten Wasser aus den Teeschalen übergießen,
  5. etwa eine Minute ziehen lassen.
  6. Für einen gleichmäßig starken Tee die Tassen abwechselnd befüllen. Der zunächst blasse Farbton der Tasse wird so nach und nach leuchtend grün.
  7. Die Kanne vollständig leeren und die letzten Tropfen in die Schalen perlen lassen - sie sind die Seele des Shincha.
  8. Beim 2. Aufguss genügt eine Ziehzeit von wenigen Sekunden, denn die Blätter sind schon aufgeschlossen.

Übrigens, den eingangs erwähnten „Dosentee“ gibt es hier: www.midoritee.de (Update: Betrieb eingestellt)

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