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Smiling GaiwanNeuigkeiten, Gedanken und Entdeckungen zum Thema Tee - das findest du im Tee-Tagebuch.de. "Good tea makes me smile" sagt der Smiling Gaiwan. Darum wünsche ich dir immer einen guten Tee in der Tasse, anregende Unterhaltung und viel Spaß bei der Lektüre
wünscht dir
Stephan Kockmann

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Verkostungsnotiz Tongqinghao Pu’er-Tee

Mit Pu’er (auch Pu Erh oder Pu Er geschrieben) hatte ich bisher immer so meine Probleme. Diese oft als Teefladen verkaufte Teesorte ist ein durch spezielle Lagerung gereifter Tee, der aus den recht großen Blättern einer oft noch wild wachsenden Teestrauch-Art hergestellt wird.

Nach der Ernte werden die Teeblätter zu Teefladen oder Teekuchen gepresst und mehrere Jahre gelagert, wobei der Tee in dieser Zeit nachfermentiert und langsam “reift”. Entstanden ist diese Art der Verarbeitung eigentlich aus praktischen Gründen, weil der Tee in der kompakt gepressten Form leichter über die Teehandelsrouten zu transportieren war. Auf diesem langen, mühsamen Transport über die Teestraße reifte der Tee und bekam sein einzigartiges Aroma.

Tongqinghao-Pu-Erh

Gerade bei Pu’er ist die Kunst der Teemeister gefragt, die seine Fermentation durch Kontakt mit Luft und Feuchtigkeit steuern müssen, so dass der Tee reift, aber nicht verschimmelt. Da dies sehr zeitaufwändig ist, gibt es heute auch Produktionsmethoden, bei denen dieser Reifungsprozess künstlich beschleunigt wird.

Pu’er-Tee bekommt durch den Reifungsprozess einen erdigen, sehr charakteristischen Geschmack – kann allerdings durch falsche Lagerung auch schnell verderben. Dann schmeckt der Tee nur noch “schimmlig” und ist ungenießbar. Gerade diese “Schimmel-Note” ist mir bei vielen Pu-Erh-Tees unangenehm aufgefallen, die ich bisher probiert habe. Ausnahmen waren ein sehr junger, frischer, grüner Pu-Erh-Teefladen und eben der Tongqinghao Pu’er (Jahrgang 2006), den ich vor kurzem als Teeproben aus China erhalten habe. Oft stand ich mit meiner Kritik und meinen Zweifeln allerdings ziemlich allein da. Darum vergleiche ich Pu’er gerne mit Blauschimmelkäse und Harzer Roller – auch hier gibt es meist nur zwei Reaktionen: Begeisterung oder strikte Ablehnung.

Aber zurück zu meiner Verkostung: Nachdem ich den kleinen, gepressten “Teeziegel” zunächst mit kochendem Wasser “geweckt” habe (also mit kochendem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen, dann diesen Aufguss wegschütten), durfte der Tee im ersten Aufguss nach chinesischer Tradition zunächst knapp 30 Sekunden ziehen. Schon hier zeigten sich dezente Fruchtnoten von getrockneten Aprikosen und der Teesud hatte eine schöne, hellgoldene Farbe.

Im zweiten Aufguss, der dann etwas länger zog, zeigte sich die Aprikosen-Note noch deutlicher, wobei der Tee eine intensivere, bernstein-goldene Farbe bekam, ohne dabei jedoch bitter zu werden. Der Geschmack blieb angenehm mild, leicht erdig und fruchtig. Und auch im dritten Aufguss ist noch jede Menge Geschmack und Farbkraft zu finden, was für die hohe Qualität dieses Tees spricht.

Der Teeziegel öffnete sich schon im ersten Aufguss wunderschön und gab die ganzen Blätter frei, so wie ich es von gerollten Oolongs kenne, deren kleine Kügelchen sich im Wasser wieder zu ganzen Teeblättern entfalten.

Das feuchte Blatt des Tongqinghao Pu’er verströmte genau wie der Teesud den Duft nach getrockneter Aprikose und zeigte nur beim allerersten Schnuppern nach dem Heben des Deckels eine ganz schwache Tendenz zu dem bei anderen Pu Erhs erlebten Geruch nach “feuchtem Keller”.

Mir gefällt der Tongqinghao Pu’er ausgesprochen gut. Beim ersten Verkosten Ende Oktober hatte ich eher die erdigen Noten des Aufgusses erlebt, heute treten deutlich die fruchtigen Noten in den Vordergrund. Ich bin gespannt auf weitere Verkostungsdurchgänge – und vor allem auf weitere Jahrgänge und deren Geschmack!

So wie es aussieht, wird Tongqing Tea bald auch direkt in Deutschland eine Bezugsquelle anbieten, so dass es einfacher wird, diesen Tee zu kaufen.

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