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Stephan Kockmann

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Tischwasserfilter von BWT im Test

Beim Thema Wasserfilter* denken die meisten Teetrinker vermutlich zunächst an die Brita-Wasserfilter*. Es gibt aber inzwischen auch andere Filter-Hersteller, die mit eigenen Produkten und Technologien gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen.

Tischwasserfilter von BWT Foto: © BWT-AG
Foto: © BWT-AG
Getestet hatte ich im letzten Jahr bereits die ClaroSwiss-Filter im Vergleich zum Brita-System: “Wasserfilter für guten Tee”.

Heute berichte ich von meinen Eindrücken beim Test des Tischwasserfilters der Marke BWT (Best Water Technology), den ich in den letzten vier Wochen im Einsatz hatte.

Besonderheit der BWT-Wasserfilter: Mg2+-Technologie

Die Filtertechnologie von BWT bietet im Prinzip eine ähnliche Filterung wie Brita: Partikelfiltration und Feinfiltration, Kalk- und Schwermetallgehalt werden reduziert, ebenso Chlor und “bestimmte organische Verunreinigungen”. Eine Besonderheit ist, dass der BWT-Filter die Kalzium-Ionen durch Magnesium-Ionen austauscht. Laut Hersteller soll dadurch der Geschmack des Wassers und damit zubereiteter Getränke gesteigert, zugleich aber ein Verkalken der Haushaltsgeräte wie Wasserkocher und Kaffeemaschine verhindert werden.

Für die Kartuschen von BWT gibt es auch Refill-Sets mit Granulat*, so dass sich die benutzten Filterkartuschen weiter verwenden lassen, indem nur das Filter-Granulat ausgetauscht wird. Ein Beitrag zum Umweltschutz, der auch noch Geld sparen kann. – Ob das im alltäglichen Einsatz aber praktiziert wird? Ich denke, viele werden aus Bequemlichkeit doch zu komplett frischen Kartuschen greifen.

Die Filterkanne im praktischen Einsatz

Kannengröße und -form unterscheiden sich kaum von den bekannten Filterkannen. Auch die Reinigung und “Start-Vorbereitungen” sind ähnlich (Wässern der Kartusche, erste Filterungen zum Blumengießen verwenden).

Allerdings zeigte sich im täglichen Einsatz, dass die etwas schmalere, hohe Bauform und der nach unten spitz zulaufende Griff nicht so angenehm im Handling waren, wie von meiner gewohnten Brita-Kanne. Zudem neigt die Kanne dazu, bei etwas schwungvollerem Ausgießen das Wasser zu verspritzen, was mir mit meiner Brita-Kanne nicht passiert.

Bis auf den Deckel sind alle Teile der Kanne auch für die Reinigung in der Spülmaschine geeignet. Die Reinigung von Hand ist durch den schlanken Kannenkörper des von mir getesteten Modells etwas “fummeliger” als bei meiner Brita-Kanne.

Die BWT-Filterkartuschen sind als Nachfüllpaket* unabhängig von einer Filterkanne zu bekommen und in der Variante “Longlife” so konstruiert, dass sie auch in die Brita-Kannen mit Maxtra-Technologie passen. Insofern kann sich jeder für die Kombination aus Filter und Kanne entscheiden, die im Alltagseinsatz praktisch und angenehm ist.

Die BWT-Kanne lässt sich durch eine kleine Klappe im Deckel befüllen, die gleichzeitig die Füllungen mitzählt. Da die Kanne aufgrund ihrer Höhe leider nicht unter meinen Wasserhahn passt, musste die Befüllung mittels eines Messbechers erfolgen. Wird die Kanne nicht “in einem Rutsch” komplett befüllt, sondern in zwei kurz aufeinander folgenden Füllgängen, wird dies vom integrierten “Zählwerk” trotzdem als eine Einzelfüllung erfasst, wenn die nächste Befüllung innerhalb der Zählpause von 15 Sekunden beginnt. Hier gefällt mir allerdings die Lösung der ClaroSwiss-Kannen* besser, bei denen die Deckelöffnung und Befüllungs-Zählung über einen Schiebeknopf gelöst ist. Das verhindert zuverlässig(er) falsche Zählungen.

Der Zählmechanismus von BWT berücksichtigt (ähnlich wie die aktuellen Brita-Systeme) sowohl die vergangene Zeit (nach 28 Tagen soll die Kartusche unabhängig von der gefilterten Wassermenge getauscht werden) als auch die Anzahl der Füllungen (was dann der Menge gefilterten Wassers entspräche, wenn die Kanne jedesmal komplett gefüllt wird). Wird einer der vorprogrammierten Grenzwerte erreicht, beginnt die “Easy-Control” genannte Anzeige zu blinken. Die Longlife-Kartuschen von BWT sollen bei einer Gesamtwasserhärte von 15 – 17,8°d für ca. 120 Liter gefiltertes Wasser ausreichen.

Die Ergebnisse meines Tests

Dunkle Ränder und Ablagerungen in Kanne und Tassen waren keine zu finden. Das spricht dafür, dass der Filter tatsächlich zuverlässig den Kalk aus dem Wasser entfernt. Auf eine Messung des Härtegrads des gefilterten Wassers habe ich verzichtet, da ich irgendwo gelesen hatte, dass sich die Wasserhärte durch den Austausch der Kalzium-Ionen gegen Magnesium-Ionen kaum ändere. Zudem ist das Fehlen der dunklen Ränder und weißer Ablagerungen im Wasserkocher ein ziemlich sicherer Indikator für eine gute Filterleistung.

Den Geschmack des BWT-Filterwassers im direkten Vergleich zum Brita-Filterwasser bezeichnete eine meiner Testpersonen als “ganz leicht bitter” und fühlte sich an den Geschmack erinnert, den das Weiße im Inneren von Orangenschalen hat. Ich führe das auf die Magnesium-Anreicherung des Wassers zurück. Nach kurzer Zeit fiel das allerdings nicht mehr auf, die Zunge gewöhnt sich also scheinbar daran.

Das Wasser schmeckte etwas stumpfer, ähnlich wie es mir beim Test der ClaroSwiss-Filter erging. Es kommt mir aber nicht so "rau" vor. Das dürfte wiederum mit der unterschiedlichen Filtertechnik und Zusammensetzung der im Wasser verbleibenden Mineralstoffe zusammenhängen.

Die mit dem Wasser zubereiteten Tees empfand ich geschmacklich nicht intensiver als mit dem Brita-Wasser, aber auch nicht schlechter. Hier habe ich den Eindruck, dass mit dem Brita-Wasser der Geschmack des Tees etwas klarer und glatter ist. Das ist aber eine rein subjektive Beurteilung – es gibt auch Teetrinker, die es bevorzugen, wenn durch eine Filterung mehr Mineralstoffe im Wasser verbleiben. Hier wird dann ähnlich wie bei BWT argumentiert, dass dies die Geschmacksfülle des Tees steigere. Ich persönlich bevorzuge bisher aber das “neutrale” Brita-Filterwasser.

Mein Fazit

Für mich bringt derzeit das mit Brita-Technik gefilterte Wasser die ansprechendsten Ergebnisse. Das Wasser schmeckt klar, glatt und ist neutral – so wie Porzellan im Vergleich zu Ton bei der Teezubereitung.

Der Preis für die BWT-Kartuschen und -Filterkannen ist momentan in etwa gleichauf mit den Brita-Produkten, daher werde ich weiterhin die Brita-Produkte einsetzen.

Aber Geschmäcker sind verschieden. Und so wie Yixing-Tonkännchen den Geschmack des Tees unterstützen und beeinflussen können, so ist es eben auch möglich, dass dir der Tee besser schmeckt, wenn das Wasser mehr Mineralien enthält. Letztlich musst du den für dich optimalen Filter finden. Da sowohl die Filterkartuschen von BWT als auch die von ClaroSwiss in die Brita-Kannen mit Maxtra-Technologie passen, kannst du hier problemlos experimentieren. ClaroSwiss hat derzeit den Vorteil, dass die Filterkartuschen und –kannen preislich günstiger sind.

Da die Produkte über amazon erhältlich sind, hier für alle Kaufinteressierten die entsprechenden Links:

Kommentare:

teetrinker hat gesagt…

Moin Stephan, Schöner Test. Seltsam nur, dass die Kalzium-Ionen mit Magnesium-Ionen ausgetauscht werden, Magnesium-Ionen gehören doch auch zu den Härtebildnern, indem Magnesiumcarbonat gebildet wird?

Teefreund hat gesagt…

Moin, Namensvetter!

Chemiker bin ich nicht, aber soweit ich das im Test feststellen konnte, scheint sich das Magnesium nicht negativ in Form von "verkalken" der Haushaltsgeräte bemerkbar zu machen. Da hier recht hartes Wasser aus der Leitung kommt, kann man am Wasserkocher recht schnell ablesen, ob der Filter funktioniert (also Kalzium aus dem Wasser herausgelöst wird). Wie ich im Test schon schrieb, habe ich auf eine Messung des Härtegrads verzichtet, da sich die Härte dank des Tauschs Kalzium gegen Magnesium kaum ändern dürfte. Trotzdem scheint der Filter seine Wirkung zu entfalten. Letztlich bleibt es dann eine Geschmacksfrage, ob man möglichst "neutrales" (Brita) oder "kalkarmes" (ClaroSwiss) oder "magnesium-angereichertes" (BWT) Wasser verwenden möchte.
Gemütliche Teestunden!
Stephan

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