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Sonntag, 20. Juni 2010

Fragen an Teefreunde – Teil 3: Marc Könemann

Cha Tao Tee-Blog

In loser Folge stelle ich hier im Tee-Tagebuch interessante Teefreunde, Teekenner und Teehändler vor. Marc Könemann vom Cha Tao Blog, gleichzeitig der Betreiber von Tee-Heimat, hat sich netterweise die Zeit genommen, meinen kleinen Teefreunde-Fragebogen zu beantworten.

Marc, bitte stell dich kurz vor:

Ich heiße Marc Könemann (34) komme gebürtig aus dem schönen Ostwestfalen und lebe seit 11 Jahren in Bremen. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann und habe an der Hochschule Bremen „Management im Handel“ studiert. Der Handel und E-Commerce ist ein Teil meines beruflichen Lebens - Tee ist darüber hinaus meine Leidenschaft. Daher kam im Oktober 2010 der Beschluss mich mit der Firma Tee Heimat selbstständig zu machen. Schon seit 2006 führe ich den Cha TaoTee Blog.

Wenn ich von Tee spreche, meine ich zu 95% orthodoxe Tees, aber auch Rooibush und Mate-Tee. Mit Kräutertees kann ich nicht so viel anfangen. Ich selber ordne mich keiner bestimmten Sichtweise zu. Immer schön flexibel bleiben und nicht zu sehr verkrampfen.

Meine Hobbys: Laufen und Radfahren und hin und wieder baue ich gerne Fahrräder zusammen oder restauriere sie.

Welche Bedeutung hat Tee in deinem Leben? Welche Beziehung hast du zum Tee?

Tee ist mein täglicher Begleiter. Jedoch bin ich wohl nicht der typische Teetrinker, das möchte ich auch gar nicht sein. Ich mag Personen nicht, die Tee in etwas Magisches verwandeln möchten oder auf die medizinische Komponente reduzieren. Tee ist für mich ein Genussmittel mit positiven Nebeneffekten, mehr auch nicht. Teetrinken hat in unserer Gesellschaft viele Barrieren bekommen, meist aus ideellen Aspekten, das finde ich schade und versuche es tagtäglich abzubauen.

Was ist für dich das Besondere am Tee?

Tee ist nicht aufdringlich. Ihn kann man den ganzen Tag trinken - morgens, mittags, abends. Ich habe das mal mit einem Produkt gemacht, das ähnlich komplex ist. Nach der zweiten Flasche Wein verlief der Tag nicht so wie geplant. Nach vielen Jahren und tausenden Tassen Tee, erlebt man immer wieder Aha-Effekte, es wird halt nie langweilig.

Wann hattest du den ersten Kontakt zum Tee und welcher Tee war das?

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, dann liegt mir immer noch dieser Fenchelgeschmack auf der Zunge. Doch es gab einen Moment in der 10. Klasse, als ich ein Referat über Tee hielt. Das hat mir die Hemmungen vor diesem schönen Naturprodukt genommen, was sicherlich geholfen hat.

Was hat sich seitdem in deinem Verhältnis zum Tee geändert?

Ich trinke mehr hochwertigen Tee. Und es gab, wie bei vielen Teetrinkern, eine Wanderung vom Schwarztee hin zum Grüntee und Oolong. Natürlich unternehme gerne mal einen Ausflug in die Schwarzteewelt.

Was war dein schönstes Tee-Erlebnis?

Schwierige Frage. Es gab so viele positive Erlebnisse. In den letzten Monaten war es wohl der Zealong Tea, ein Oolong der in Neuseeland angebaut und hergestellt wird. (Wir haben ja beide in unseren Blogs darüber geschrieben, ich jedoch war ein wenig früher *grins*) [Anmerkung der Redaktion: Hier der Bericht über Zealong Tea im Tee-Tagebuch.] Dieser Tee ist auch eine Genugtuung, denn als ich in Neuseeland gearbeitet habe, hatte ich diese Vermutung, dass dort irgendwann mal Tee angebaut wird. Deshalb habe ich mir vor Jahren die Domain www.newtealand.com reserviert. Übrigens, der Tee ist wirklich wunderbar.

Was ist dein Lieblings-Tee, was ist das Besondere daran und wie bereitest du ihn zu?

Lung Ching. Ihn trinke ich gerne, da er sehr frisch schmeckt. Da ich keine langen Rituale veranstalte und eher pragmatisch denke, verwende ich wie fast immer einen klassischen englischen Teapot 0,5 Liter, je nach Tagesform und -wunsch mit 5 - 7 g Tee. Eine Waage verwende ich nicht, dafür reines Augenmaß. Die Wassertemperatur liegt so bei ca. 75 Grad und die Ziehzeiten bei 2 bis 2,5 Minuten.

Wann und wo trinkst du am liebsten Tee?

Wie gesagt, Tee ist mein täglicher Begleiter. Ob nun zum Frühstück, im Büro oder auch auf Festivals. Sollte es nicht zu umständlich sein, nehme ich Tee an viele Ort mit.

Welches ist dein liebstes Tee-Zubehör?

Ein Wasserkocher mit Temperaturauswahl. Da man sich bei uns im Lande keine großen Sorgen um Keime im Wasser machen muss, oder vorsichtiger gesagt, ich mache es nicht, ist er gut geeignet für den täglichen Gebrauch. Das spart dazu Strom, Zeit und somit Geld.

Was ist dein Lieblingsbuch zum bzw. über Tee? Welche Musik passt für dich zu einer schönen Teestunde?

Als Buch würde ich gerne „Rund um Tee“ von Curt Maronde* ins Spiel bringen. Es ist nicht so verkrampft geschrieben und nicht so arrogant.

Das Thema Musik ist da schon schwieriger. Ich war lange Zeit DJ in verschiedenen Clubs und Lounges. Damals habe ich hauptsächlich House gespielt, später die ruhigen chilligen Stücke. Ich finde Downtempo und Loungemusik passt gut dazu. Doch immer geht das auch nicht. Denn auch Rock passt hervorragend zum Tee. Tee passt sich immer der Situation an - so sehe ich seine Natur. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um sich nur mit einer Musikrichtung zu beschäftigen. Welch eine Verschwendung immer nur das Gleiche zu hören.

Was ist dein Lieblings-Zitat zum Thema Tee?

Auf keinen Fall: „Man trinkt Tee um den Lärm der Welt zu vergessen.“ Ich will nicht vergessen und die Welt ist nur so laut, wie ich es zulasse.

Ich finde sehr passend ein Zitat von George Bernard Shaw „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ Es sagt für mich viel aus, wohin die Reise gehen sollte. Die Tradition, die Tee hat, bewahren, aber auch an die heutigen Gegebenheiten anpassen. Das nennt man auch Evolution, aber viele Menschen verschließen sich diesem grundliegenden Prinzip des Lebens. Dazu möchte ich noch sagen: „Tradition ist kein Geschäftsmodell.“

Wen würdest du gerne einmal zum Tee einladen und welchen Tee würdest du servieren?

Wynton „Kiwi“ Rufer, der Neuseeländer spielte 1989 bis 1995 bei Werder Bremen in der 1. Bundesliga. Und natürlich würde ich ihm einen Zealong servieren. Ich habe da ein paar Ideen, die ich gerne mit ihm diskutieren würde.

Was möchtest du sonst noch zum Thema Tee erzählen, das ich vergessen habe zu fragen?

Ich bin für eine Liberalisierung des Teetrinkens. Jeder so wie er möchte ohne große Einschränkungen. Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da. Die meisten Tea Taster, die ich über die Jahre kennengelernt habe, denken so. Nur diese Barrierebauer (siehe vorherige Antworten) haben dieses Verhalten wie z. B.: <Ironiemodus an> Das Wasser meines Tee muss fünffach durch Mondlicht gewedelt werden, dann mit exakt 73,21 Grad Wasser in einem 23 Grad-Winkel eingegossen werden und dann 2,23 Minuten ziehen. </Ironiemodus aus> Solche Sätze, führen nur dazu, dass der Durchschnittsbürger Angst vor Tee und auch Teetrinkern bekommt. Und mal ehrlich, wir sind doch alle durchschnittlicher, als wir es uns eingestehen.

Wenn ich darf, würde ich gerne noch ein Wort an alle Teefachhändler und Kleinunternehmen, die das Produkt Tee führen, richten. Wir von Tee Heimat haben uns auf den Weg gemacht, Tee ein neues Zuhause zu geben. Unsere Idee ist die Verbindung zwischen E-Commerce und stationärem Handel. Eine Anlaufstelle und Zusammenkunft für alle, die etwas von gutem Tee verstehen oder bereit sind, Tee eine Chance zu geben.

Wir würden uns freuen, wenn Sie ein Teil von Tee Heimat werden. Damit wir gemeinsam Tee in die heutige Gesellschaft integrieren, um letztendlich mehr Umsatz zu machen. Eines unserer Mottos lautet: „Online informieren - offline kaufen“.

Vielen Dank, Marc!

Wer mehr über das Projekt Tee-Heimat erfahren möchte, kann sich auf der Seite www.teeheimat.de informieren und Marc Könemann direkt kontaktieren.

Sonntag, 6. Juni 2010

Buch-Tipp: James N. Pratt, Tee für Genießer

Bücher über Tee gibt es wie Sand am Meer. Na gut, nicht ganz so viele, doch einige Regalmeter sind es.

Aber wirklich gute Bücher über Tee sind leider selten - und selbst in den besseren begegnen uns immer wieder die selben Aussagen und Geschichten. Irgendwie sind sie austauschbar. Manche sind eher wie trockener Beuteltee, andere immerhin loser Tee in Alltagsqualität – aber nur ganz selten findet man eine Spitzenqualität, die alle Sinne mit ihrem Wesen betört.

Eine solche Ausnahme möchte ich heute vorstellen – und dieses Ausnahme-Buch haben wir James Norwood Pratt zu verdanken. Er schafft es, auf über 230 Seiten sowohl die historische Seite des Teehandels als auch die unterschiedlichsten Teesorten und Teezeremonien in einer humorvollen und zugleich gebildeten Art vorzustellen, die zu lesen Spaß macht! Würde ich gefragt: Welches Buch über Tee sollte ich lesen, um den Tee und seine Welt besser zu verstehen? "Tee für Genießer"* wäre meine erste Wahl.

Pratt schreibt mit so viel Wärme, Begeisterung und Wissen über Tee, den Teegenuss und seine Geschichte, dass es einfach Freude macht, ihm zu folgen. Man spürt in jeder Zeile seine Begeisterung für und Liebe zum Tee.

Die ersten 100 Seiten des Buches sind der historischen Bedeutung und Entwicklung des Teehandels gewidmet. Darauf folgt das Kapitel “Die Schatzkammer”, im dem ein sehr fundierter Überblick über die Tees der Welt gegeben wird – immer in dem Bewusstsein, dass selbst mehr als 70 Seiten nur mit einer subjektiven Auswahl gefüllt werden können, weil Tee einfach so viele Facetten hat. Wer aber diese Teesorten auf seiner persönlichen Tee-Entdeckungsreise kennen lernt, der beginnt das Wesen des Tees zu begreifen. Zugleich lässt es erkennen, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt – getreu dem alten Motto: “Der Weg ist das Ziel.”

Nach einem kurzen Blick auf das Feld “Biologischer Tee” geht es weiter mit dem Kapitel “Tee als eine Beschäftigung”. Hier stellt Pratt uns die Grundlagen der Teezubereitung und die vielen Teerituale vor, die sich in verschiedenen Kulturkreisen entwickelt haben. (Leider lässt er hier meine geliebte ostfriesische Teestunde zugunsten des English Afternoon Tea unter den Tisch fallen.)

Abgerundet wird das Buch schließlich durch die Auflistung der zitierten und empfehlenswerten Literatur, eine Liste von Tee-Fachgeschäften und Tee-Versandhäusern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Paris sowie ein umfangreiches Stichwort-Register. Nicht zuletzt sind die schönen, meist farbigen Abbildungen und das Hochglanzpapier zu erwähnen.

Ein rundum gelungenes Buch, dem man gerne den einen oder anderen Übersetzungs-Lapsus nachsieht. Einzig das Stichwort-Register hätte etwas logischer strukturiert und formatiert werden können. Hin und wieder muss man hier um die Ecke denken, um das Gesuchte zu finden.

Mein Fazit: Uneingeschränkte Empfehlung für alle, die Tee lieben oder die Teewelt mit Lust für sich entdecken möchten!

Bestell-Link für das Buch bei amazon:
James Norwood Pratt, Tee für Genießer*

Es handelt sich bei diesem Buch übrigens um die im Jahr 2002 herausgegebene Übersetzung der amerikanischen Originalausgabe des “New Tea Lover’s Treasury” (1999), von der manche behaupten, es gebe keine deutsche Übersetzung …

Meine erste bewusste (virtuelle) Begegnung mit James Norwood Pratt hatte ich übrigens durch dieses Video bei youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=F9zT5VZKHI0

Gemütliche Teestunden euch allen!

Der finum Tea-Control 0.4 Teebereiter im Kurztest

finum Tea-Control bei amazon *

Das patentierte Filtersystem Tea Control von finum* gibt es schon länger in Kombination mit diversen Glaskannen-Formen zu kaufen. Neu ist die weiterentwickelte Version 0.4 mit knapp einem halben Liter Fassungsvermögen – ideal für die kleine Teestunde mit ein oder zwei Personen.

Der Hersteller beschreibt sein Produkt wie folgt:

Die umständliche Zubereitung von Tee muss sich niemand mehr antun. Nach Vollendung der Ziehzeit wird der Deckel einfach gedreht und der Brühvorgang damit unterbrochen, ohne dass die Teeblätter oder der Tee aus der Kanne herauszunehmen sind: Kein Kleckern und kein Abfall bei Tisch. Gleichbleibender Geschmack bei unkomplizierter Zubereitung von der ersten bis zur letzten Tasse!

Der neue Tea Control mit seinem Fassungsvermögen von 0.4 L ist ein komplettes Re-Design seines größeren Vorgängermodells, dem Tea Control 0.8 (doppeltes Fassungsvermögen): finum setzt für den Filterkorb das gänzlich neue Material „Tritan“ ein, das eine noch schönere Optik, Haptik und Funktionalität gewährleistet und BPA-frei ist. Zusätzlich wird der Teebereiter nun durch einen Edelstahl-Griff am Drehdeckel veredelt. Als Variante bietet finum nun ebenfalls einen abgedunkelten Filterbecher an, der die Teefärbung kaschiert, wenn Teetrinker ihre Kannen samt Filter nicht ordentlich abwaschen bzw. nicht in die Spülmaschine geben möchten. Im Lieferumfang wird stets ein wärmeisolierender schwarzer Filzuntersetzer aus Merinowolle enthalten sein.

Es gibt auch ein kleines Produktvideo und Fotos direkt auf der Herstellerseite zu sehen: http://www.finum.eu/tea-maker.htm

Klingt gut, dachte ich mir. Gerade für Grüntee, der ja mehrere Aufgüsse verträgt, wäre das eine tolle Sache! - Aber ich hatte meine Zweifel, ob das wirklich so gut funktioniert. Also habe ich die neue Kanne mit dem Brühstop-Einsatz einem Alltagstest unterzogen. Hier meine Eindrücke:

Lieferumfang

Geliefert werden die Kanne und der Filtereinsatz in einem farbig bedruckten Karton zusammen mit einer übersichtlichen und leicht verständlichen Kurzanleitung zum Gebrauch, zur Reinigung und Sicherheitshinweisen. Zusätzlich enthalten ist auch ein praktischer, schwarzer Filzuntersetzer aus Merinowolle in der zur Kanne passenden Größe. Aber Vorsicht beim Transport auf dem Tablett: Die Glaskanne rutscht auf dem Filz.

Rein optisch sind die Unterschiede zum Vorgängermodell nicht groß. Die Änderungen liegen eher im Detail: Das Material des Filters wurde verändert, so dass es jetzt BPA-frei sein soll. (BPA ist die Abkürzung für die Chemikalie Bisphenol A und steht im Verdacht gesundheitsschädlich und erbgutschädigend zu sein.) Der Deckelgriff ist jetzt in Metall ausgeführt und es gibt den bereits erwähnten Untersetzer aus Merinowolle zur Kanne.

Handhabung der Kanne und des Filters

Für meinen Test habe ich einen großblättrigen Oriental Beauty Oolong Tee verwendet, der mehrere Aufgüsse und längere Ziehzeiten ohne Nachbittern verträgt. Die Handhabung des Filtersystems ist dabei denkbar einfach:

Zunächst wird der Filtereinsatz ohne den Deckel in der Kanne platziert. Dann wird der Tee in den Siebeinsatz gegeben und mit passend temperiertem Wasser aufgegossen. Durch die großflächige Lochung von Wand und Boden des Filtereinsatzes verteilt sich das Wasser angenehm schnell in der ganzen Kanne. Man muss hier also nicht "portionsweise" das Wasser hinzugeben, sondern kann dies in einem Zug tun. Anschließend habe ich den Deckel mit dem "Brühstop-Schwert" eingeführt und ein klein wenig hin und her gedreht, damit keine Teeblätter eingeklemmt werden.

Nach der passenden Ziehzeit habe ich den Deckel im Uhrzeigersinn in die "Brühstop-Position" gedreht. Dadurch werden die Teeblätter in einen "ungelochten" Bereich des Filters geschoben. Fertig.

Durch eine kleine Lasche am Rand des Filters in Höhe des Kannengriffs, kann dieser beim Ausgießen mit dem Daumen fixiert werden. Zusätzlich fixieren die zur Kannenwand weisenden “Nasen” des Filters diesen im Kannen-Inneren. Auch der Deckel mit dem Brühstop-Schwert ist in der Brühstop-Position automatisch in der Halterung fixiert, so dass hier nichts herausrutschen kann. Gut gelöst!

Die Kanne hält den Tee lang genug warm, um ihn genüsslich trinken zu können. Der Siebeinsatz bleibt dabei aber dank des Kunststoffmaterials so “kühl”, dass er problemlos berührt werden kann.

Vorteilhaft an diesem System ist, dass man die Kanne direkt mit zum Tisch nehmen und den Tee servieren kann, ohne den Filter entnehmen zu müssen. Ideal auch für die Gastronomie oder im Büro.

Die zwei bis drei Tassen Kanneninhalt sind schnell getrunken und der zweite und dritte Aufguss können folgen. Dazu wird der Deckel entgegen dem Uhrzeigersinn bis zum Anschlag gedreht. Erst jetzt lässt er sich aus der Kanne entnehmen. Dann wird passend temperiertes Wasser aufgegossen und der Deckel mit dem "Brühstop-Schwert" wieder eingesetzt.

Ist die gewünschte Ziehzeit verstrichen, genügt ein Dreh am Deckel und der Tee kann serviert werden. Sollte der Tee noch nicht kräftig genug sein, kann der Brühstop jederzeit durch einen Dreh am Deckel aufgehoben werden und der Tee so nachziehen. Sehr praktisch.

Reinigung des Systems

Da Kanne und Filter spülmaschinengeeignet sind, lassen sie sich leicht reinigen: Den verbrauchten Tee aus dem Sieb klopfen und ab in die Spülmaschine. Fertig.

Auch von Hand lässt sich der Filtereinsatz relativ gut reinigen: Ausklopfen, ausspülen, (fast) fertig. Ein klein wenig nachteilig sind das kompakte Format sowie die Führungselemente für den Brühstop-Mechanismus, wenn sich in irgendeinem Winkel ein Teeblättchen hartnäckig hält.

Hier kann man nur mit einer kleinen Bürste oder einem Löffelstiel nachhelfen. Auch in den Löchern im Sieb können sich hier und da feine Teepartikel absetzen, die dann fummelig zu entfernen sind. (Das gilt übrigens genauso für die Bodum-Teefilter-Einsätze*, deren Löcher gleichartig gefertigt sind.) Hier kann dann eine kleine Spülbürste oder auch eine Zahnbürste gute Dienste leisten.

Das Abtrocknen des Siebs von Hand ist leider etwas Fummelarbeit. Die Innenseite des Filters ist mit einem Spültuch kaum zu trocknen, da man nicht an alle Winkel herankommt. Zudem bleibt immer etwas Feuchtigkeit in der Lochung des Siebs – man sollte es also gut trocknen lassen, bevor die Kanne in den Schrank wandert. Praktischer ist hier sicherlich die Reinigung in der Spülmaschine, wo der Trockenvorgang diese Arbeit erledigt.

Mein Fazit

Idee, Optik, Haptik und Handhabung des Tea Control von finum* sind gelungen. Die Kanne ist in dieser Größe für ein bis zwei Personen prima geeignet, um eine kleine Teestunde abzuhalten. Die gründliche Reinigung des Filters ist etwas fummelig, wenn man sie von Hand vornimmt. Also besser in die Spülmaschine damit. Für Gastronomie und Büro ist die Kanne ideal.

Deine Meinung ist gefragt

Welches Teebereiter-System verwendest du? Machst du es ganz klassisch mit zwei Kannen und einem Sieb? Nimmst du lieber Papierfilter oder Dauersieb-Einsätze? Bist du überzeugt von den Bodum-Teebereitern? Oder verwendest du einen Gaiwan*? Schreib deine Tipps einfach als Kommentar zu diesem Beitrag, so können andere Teefreunde von deinen Erfahrungen profitieren. Ich freue mich auf deine Beiträge!

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