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Donnerstag, 22. April 2010

Test: Wasserkocher mit Temperaturvorwahl

Jede Teesorte hat ihre ganz persönliche “Lieblings-Wassertemperatur”, bei der sich das Tee-Aroma in seiner ganzen Schönheit entfaltet. Grüntee zum Beispiel wird oft bitter, wenn er mit zu heißem, nämlich noch kochendem Wasser “verbrüht” wird. Du solltest also sorgsam darauf achten, deinem Lieblingstee ein passend temperiertes Wasser zu schenken – zur Belohnung erhältst du eine wundervolle Tasse Tee voller Hochgenuss.

Gastroback Design Wasserkocher Advanced Pro *Ein kleiner Luxus und nützlicher Helfer im Teetrinker-Alltag sind Wasserkocher mit Temperaturvorwahl* und Warmhaltefunktion. Durch ein solches Gerät lässt sich ganz leicht passend temperiertes Wasser für grünen, weißen, schwarzen und Oolong-Tee (und zur Not auch mal Pulverkaffee) zubereiten – ohne dass du mit einem Thermometer hantieren oder minutenlang neben dem Wasserkocher stehend warten musst. Natürlich gibt es Momente, in denen das Hantieren mit mehreren Gefäßen einfach zu einer entspannten Teezeremonie dazu gehört. Aber für den gut zubereiteten Alltagstee greifen wir doch alle gerne auf technische Hilfen zurück, oder?

Bei der Firma Gastroback habe ich den Design Wasserkocher Advanced Pro* entdeckt. Und neugierig wie ich bin, habe ich mir den Wasserkocher zwecks Test kommen lassen. Mein Fazit: Ein schönes, praktisches und brauchbares Gerät mit ganz kleinen Schwächen. Mehr dazu im nun folgenden Testbericht.

Lieferumfang und Ausstattung
Geliefert wird der Wasserkocher gut verpackt in einem Karton. Enthalten sind die Basisstation, der Kessel, eine Bedienungsanleitung auf Deutsch und Englisch, ein Produktkatalog von Gastroback, eine Kurzanleitung sowie eine Packung mit verschiedenen Sorten Meßmer-Tee(beuteln). Eine nette Idee.

Schnell ausgepackt präsentiert sich das Gerät in edler Metall-Optik mit folgenden technischen Daten und Ausstattungsmerkmalen:

  • Basisstation mit Kabelaufwicklung und Knöpfen für die Temperaturwahl, Warmhaltefunktion und Start/Stopp
  • maximal 1,7 Liter fassender, kabelloser Edelstahlbehälter mit zwei Sichtfenstern für die Wasserstandsanzeige links und rechts, 360 Grad drehbar, auf Knopfdruck öffnender Deckel mit Sichtfenster, Kalkfilter aus Metall, isolierter Griff
  • Leistungsaufnahme 2.200 – 2.400 Watt
  • 5 Temperaturprogramme auf Knopfdruck
    • 80 Grad Celsius für Grüntee
    • 85 Grad Celsius für weißen Tee
    • 90 Grad Celsius für Oolong Tee
    • 95 Grad Celsius für Kaffee
    • 100 Grad Celsius für Schwarztee
  • Warmhaltefunktion (die gewählte Temperatur wird bis zu 20 Minuten gehalten)
  • Trockengehschutz (Abschaltautomatik)
  • akustische Signale für Start/Stop, Tastendruck, Abschaltung

Weitere Details zum Gerät und die Bedienungsanleitung sind online auf der Herstellerseite verfügbar.

Design und Materialien
Der Wasserkocher hat eine schöne Optik in gebürstetem Edelstahl, sowohl beim Kannenkörper als auch bei der Basis-Station mit den Temperaturwahl-Knöpfen. Der Griff und die gegenüberliegende Kannenaußenwand sind mit einem angenehm griffigen Kunststoff ummantelt und gut isoliert, so dass keine Verbrennungsgefahr für die Finger besteht.

Im Deckel der Kanne ist ein rundes Sichtfenster, das sich per Knopfdruck leicht, sanft und leise öffnet. Innen vor der Ausgussnase ist ein Kalkfilter aus Metall eingesetzt, der allerdings – genau wie der Deckel – durch Kunststoffteile gehalten wird. Auch die beiden seitlichen Sichtfenster mit Füllstand-Skala sowie das Sichtfenster im Deckel sind (leider) aus Kunststoff statt aus hitzebeständigem Glas.

Das bringt zwar einerseits einen Gewichtsvorteil, wiegt das Gerät doch unbefüllt schon ein knappes Kilogramm (956 Gramm). Andererseits ist gerade bei den ersten Kochvorgängen trotz des Edelstahlkorpus ein deutlicher Kunststoffgeruch wahrnehmbar, wenn man den Deckel öffnet und die Nase leicht in den Dampf hält.

Das ist auch mein Hauptkritikpunkt: Selbst nach mehrtägigem Gebrauch mit etlichen Kochvorgängen ist dieser Geruch leider noch nicht gänzlich verflogen. Gerade bei einem solch edlen und hochpreisigen Gerät hätte ich gehofft und erwartet, dass zumindest im Innenbereich des Kochers auf Kunststoffe verzichtet wird. Gerade Weichmacher und flüchtige Stoffe kommen immer wieder ins Gerede und lösen sich bevorzugt bei höheren Temperaturen, wie sie in Wasserkochern zwangsläufig entstehen.

Handhabung und Bedienbarkeit
Der Wasserkocher steht sehr stabil und sicher auf der Arbeitsfläche, alles wirkt sehr wertig. Die Knöpfe sind gut erreichbar und haben einen angenehmen Druckpunkt. Die Lichtsignale in blau und rot sind deutlich und schaffen eine angenehme Optik. Auch die Tonsignale für Tastendruck sowie Start und Ende des Kochvorgangs sind deutlich, aber unaufdringlich.

Bei Maximalbefüllung mit 1,7 Litern kalten Leitungswassers dauert es 4 Minuten und 49 Sekunden, bis das Wasser siedet und die Abschaltautomatik den Kochvorgang stoppt. Das Wasser kocht zwar schon ca. 10 Sekunden früher, sprudelt also erfreulicherweise recht lange, bevor die Abschaltung erfolgt. Selbst bei Maximalbefüllung und heftig sprudelndem Wasser spritzt kein Tropfen aus der Ausgusstülle, auch der Deckel hält wunderbar dicht.

Die Signale für das Beenden des Kochvorgangs sind durchaus notwendig, da gerade bei den niedrigeren Temperaturen der Wasserkocher immer wieder “Zwischenstopps” einlegt, um die Temperatur zu prüfen. Hier war ich anfangs in dem Glauben, die gewünschte Temperatur sei schon erreicht und musste dann überrascht feststellen, dass der Kocher nach kurzem Abschalten wieder loslegte. Der Signalton und die Lichtringe geben hier Sicherheit, wenn man die Signale erst einmal verinnerlicht hat.

Der Deckel öffnet sich sehr sanft auf Knopfdruck. Der Knopf ist gut erreichbar oben im Griff untergebracht. Und auch sonst liegt der Kocher sehr angenehm in der Hand – trotz seines relativ hohen Gewichts. Das Befüllen mit Wasser klappt sowohl durch die Ausgussnase als auch über den geöffneten Deckel problemlos – sofern man einen Wasserhahn hat, der hoch genug ist.

Das Ausgießen des heißen Wassers klappt gut. Durch den Kalkfilter bzw. dessen Halterung kommt es allerdings teilweise zu kleinen Verwirbelungen, die gerade bei stärkerer Neigung des Kochers dazu führen können, dass nicht mehr ganz zielgenau ausgegossen wird. Vermeiden lässt sich das durch langsames Ausgießen.

Wie üblich bei Wasserkochern mit Metallkörpern wird die Außenwand beim Kochvorgang sehr heiß. Da heißt es aufpassen. Allerdings ist die Isolierung des Griffbereichs so gestaltet, dass hier absolut keine Gefahr besteht.

Zuverlässigkeit der Temperaturvorwahl und Warmhaltefunktion
Die vorgewählte Temperatur wird vom Wasserkocher recht genau erreicht und gehalten. Schwankungen um bis zu 5 Grad Celsius nach oben und unten sind übliche Toleranzwerte. Bei meinen Stichproben lag die Temperatur aber sehr nah am eingestellten Wert. Auch die Warmhaltefunktion und automatische Abschaltung arbeitete bei meinen Testläufen zuverlässig. Zudem bleibt das Wasser im Kochbehälter recht lange heiß, auch ohne dass die Warmhaltefunktion genutzt wird. Ein Pluspunkt, der Energie sparen hilft.

Reinigung und Entkalkung
Der Korpus aus gebürstetem Edelstahl ist – wie für dieses Material üblich – empfindlich gegenüber Wasser- bzw. Kalkflecken. Du solltest Wassertropfen auf der Außenseite des Kochers also möglichst direkt wegwischen. Später bekommst du diese Flecken nicht mehr so leicht weg. (Oder hat da jemand einen guten Tipp?)

Die Innenreinigung ist mit der üblichen Entkalkung (Essig, Zitrone, Soda, …) problemlos machbar. Aufpassen solltest du bei der Reinigung allerdings im Bereich der seitlichen Sichtfenster und im Deckel. Da es sich um Kunststoffteile handelt, können diese leicht zerkratzen, wenn du auf die Idee kommst, sie mit einem Scheuerschwamm zu reinigen.

Mein Fazit
Das Gastroback Design Wasserkocher Advanced Pro * ist ein tolles Gerät, das sowohl optisch als auch funktional überzeugt. Ein schönes Geschenk für Teeliebhaber, die sich etwas Luxus gönnen möchten.

Ein Kritikpunkt in meinen Augen ist allerdings, dass im Kocher-Innenteil Kunststoffelemente verbaut werden – hier sollten Lösungen mit hitzebeständigem Glas zum Einsatz kommen, die geruchs- und geschmacksneutral sind und jegliche Fragen bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von vorneherein ausräumen. Bei einem Preis von über 100 Euro müsste eine bessere Lösung möglich sein: Wenn schon Luxus, dann 100 Prozent! – Vielleicht liest hier ja der Hersteller mit und mag sich dazu äußern?

Deine Meinung ist gefragt
Welche Erfahrungen hast du mit Wasserkochern gemacht? Welchen verwendest du für die Zubereitung deines Teewassers? Von welchem Gerät bist du begeistert?

Links zum Thema

Samstag, 17. April 2010

Grüner Tee mit Kirschblüten von Midori T.

Kukicha Sakura Grüntee mit KirschblütenPassend zur Zeit der japanischen Kirschblüten-Feste, landete in dieser Woche ein ganz besonderer Tee in meinem Briefkasten: Ein Kukicha Sakura Grüntee vom Midori T. Shop.

Das Besondere an diesem Grüntee ist, dass er mit fein gemahlenen Kirschblüten verfeinert wird, wodurch der Aufguss eine duftige Note und einen dezenten Kirschgeschmack erhalten soll. Da es sich um einen “Stängeltee” handelt, enthält der Aufguss wenig Teein. Im Shop von Midori T. wird er beschrieben als “weicher und vollmundiger, koffeinarmer Tee mit einer strahlend grünen Tasse.”

Ich bin schon sehr gespannt. Vielen Dank an Ingrid Harke, die Inhaberin des Midori T. Tee-Shop, die mir diesen Tee-Wunsch erfüllt hat!

Sonntag, 11. April 2010

Fragen an Teefreunde - Teil 1: Torsten Sukrow

In loser Folge stelle ich hier im Tee-Tagebuch Teefreunde, Teekenner und Teehändler vor. Für den heutigen Beitrag war der selbsterklärte “Teefanatiker & Enthusiast” Torsten Sukrow so nett, meinen kleinen Tee-Fragebogen auszufüllen.

Tea & Tea - Richtig guter TeeZur Person: Torsten Sukrow ist Inhaber des Online-Tee-Shops Tea & Tea. Manche kennen ihn sicher noch aus seiner Zeit bei Teewerk, wo er sich als Produktmanager zum Beispiel um den Teebereiter “Teemeister” kümmerte und bei der Entwicklung des Teekonzentrats Verity mitwirkte. 

Hier meine Fragen an den Teefreund und seine Antworten:

Welche Bedeutung hat Tee in deinem Leben? Welche Beziehung hast du zum Tee?

Tee ist mein Hauptnahrungsmittel, liebstes Getränk, höchster Genuss und Droge zugleich! Deswegen ist Tee für mich unverzichtbar und erhält größten Respekt sowie höchste Anerkennung. So bereite ich gerade auch die besonderen Tees mit größter Aufmerksamkeit zu und genieße sie ganz bewusst! Bei einigen Tees fällt es mir sogar etwas schwer, sie zu trinken, weil sie so kostbar sind. Aber wie heißt es so schön: “Das Schicksal eines guten Tees ist es, getrunken zu werden.” Und so geschieht das unvermeidliche früher oder später!

Was ist für dich das Besondere am Tee?

Aus quasi einer Pflanze (Camellia sinensis) können durch Anbaugebiet, Art der Pflege, klimatische Unterschiede, Weiterverarbeitung und vielen weiteren Faktoren unzählige verschiedene Tees hergestellt werden. Daraus resultieren unerschöpfliche Eindrücke, Geschmackserlebnisse und Erfahrungen, die mich immer wieder aufs Neue faszinieren.

Wann hattest du den ersten Kontakt zum Tee und welcher Tee war das?

Bewusst erinnere ich mich an Schulferien in den 1970er Jahren, die ich oft zusammen mit meinem Bruder bei Oma und Opa verbracht habe. Dort gab es zum Abendessen meistens schwarzen Tee – vermutlich ein Blend. Durch Beigabe von reichlich Zucker war der sehr lecker. Noch heute habe ich z.B. bei einigen Ceylon Tees Assoziationen zu damals. An heißen Tagen gab es dann auch mal sehr leckeren selbstgemachten kalten Zitronentee, also der abgekühlte Aufguss des schwarzen Blends mit Zitronensaft und Zucker verfeinert. Der war richtig lecker und kein Vergleich zu industriellen Fertigprodukten!

Was ist dein Lieblings-Tee, was ist das Besondere daran und wie bereitest du ihn zu?

Den einen Lieblingstee habe ich nicht. Ich brauche Abwechslung und trinke am liebsten chinesische Grüntees wie z.B. White Monkey Pekoe, Snow Bud, Tai Mu Long Zhu, Tian Mu Quing Ding oder Huang Hua Yun Jian, um nur einige zu nennen. Alle Tees haben Ihren ganz eigenen Charakter. Zubereitet werden diese bei mir alle gleichermaßen. Ich dosiere auf 1 Liter Aufguss ca. 8 Gramm Teeblätter. Dann lass ich das Wasser nach dem Kochen 10 Minuten abkühlen und gieße es über die Blätter. Der erste Aufguss zieht ca. 3 Minuten, die folgenden ca. 2 Minuten. Wichtig ist, dass die Blätter beim Aufguss viel Platz haben, um sich voll entfalten zu können.

Wann und wo trinkst du am liebsten Tee?

Sofern es guten Tee gibt, trinke ich diesen immer und überall. Meine Ansprüche sind aber leider nicht leicht zu befriedigen, so dass ich anderswo auch schon mal lieber einen Kaffee oder etwas anderes trinke. Ja, das geht notfalls. Ansonsten gibt es bei mir zu Hause zum Essen fast immer Tee. Ich liebe z.B. grünen Tee zu scharfem Essen. Und zwischendurch gibt es noch mehr Tee, selbst im Hochsommer!

Welches ist dein liebstes Tee-Zubehör?

Viele Unwissende denken wohl, dass Teetrinker nur in spießiger Atmosphäre mit spitzem Mund und abgespreizten Fingern ihren Tee aus ganz zarten Porzellantässchen nippen. Ich habe eine schöne, große Tasse von einem Schleswiger Töpfer. Diese fasst ca. 600 ml Tee und ist für mich genau richtig. Der Tee schmeckt daraus sehr gut und ich muss nicht permanent nachschenken. Bei einem Tagesdurchsatz von bis zu 3 Litern Tee, hat das auch praktische Gründe. Die Tasse nutze ich täglich und sie ist mein Hauptaccessoire in Sachen Tee.

Was ist dein Lieblingsbuch zum bzw. über Tee? Welche Musik passt für dich zu einer schönen Teestunde?

Es gibt viele Bücher über Tee, die leider gar nicht gut und häufig sogar fachlich falsch sind. Drei gute Bücher möchte ich hier empfehlen:

  1. “Das Buch vom Tee” von Kakuzo Okakura
    Eine kurzweilige Lektüre mit vielen schönen Zitaten.
  2. “T´U CH´UAN – Grüne Wunderdroge Tee” von Aleíjos
    Ein fachlich sehr gutes Buch, leider nur noch gebraucht zu bekommen.
  3. “Das Buch vom Tee” vom Heyne Verlag
    Ein Bollwerk von Buch mit einem Vorwort von Anthony Burgess und einer extrem hochwertigen Aufmachung. Inzwischen bereits etwas veraltet und auch nur noch gebraucht zu bekommen, aber dennoch beeindruckend und einfach schön!

Musikalisch passt vieles zum Tee! Für mich funktioniert eine gute Rockplatte genauso gut, wie Jazz, Pop oder ambiente Musik. Es muss zur Stimmung passen. Teegenuss bedeutet ja nicht automatisch, dass das nur mit Kammermusik und steifer Contenance am knisternden Kamin im Country Club funktioniert. Im Gegenteil. Ich bevorzuge eine lockere Atmosphäre z.B. mit Pink Floyd, Queen oder Robben Ford als musikalischen Rahmen! Tee ist vollkommen frei!

Wen würdest du gerne einmal zum Tee einladen und welchen Tee würdest du servieren?

Paul McCartney! Für mich einer der wichtigsten Musiker des letzten Jahrhunderts. Er ist eine Legende, sympathisch und hat mit den Beatles und mit den Wings so viele Menschen positiv beeinflusst und tut dies bis heute! Für “Paulchen” würde ich einen Schatz öffnen. Ich habe noch einen verschweißten Darjeeling Ambootia Snow Mist. Dieser Tee ist vermutlich das Beste, was Darjeeling zu bieten hat. Für einen echten Beatle würde ich dieses Opfer bringen!

Was möchtest du sonst noch zum Thema Tee erzählen, das ich vergessen habe zu fragen?

Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass Tee kein Getränk für kranke Menschen ist. Tee ist ein Getränk für echte Genießer und es macht Spaß, immer wieder neue Sorten zu entdecken. Ferner ist Tee auch in guter Qualität immer noch günstig. Wenn z.B. 100 Gramm eines grünen Tees bei 15,- Euro liegen, kostet ein Liter nur ca. 40 Cent, sofern der Tee 3x aufgegossen wird. Selbst bei einem schwarzen Tee, der nur einmal aufgegossen wird und mit 15,- Euro je 100 Gramm zu Buche schlägt, beträgt der Literpreis nur 1,50 Euro. Was man bei einem Wein für 1,50 Euro pro Liter erwarten kann, muss ich hier nicht ausführen. Also Tee ist gesund, lecker und für das, was er bietet wirklich günstig. Wer Genussmensch, aber immer noch kein Teetrinker ist, hat nur noch nicht den richtigen Tee gefunden, oder noch nicht danach gesucht. Vielleicht sollte die Suche genau jetzt beginnen? Es gibt viel zu entdecken!

Vielen Dank, Torsten!

Wer sich für die von Torsten empfohlenen Bücher interessiert, für den habe ich hier die zugehörigen amazon-Links herausgesucht:

Gemütliche Teestunden!

Samstag, 3. April 2010

Ostereier natürlich färben mit Tee

Bunte Ostereier musst du nicht im Supermarkt kaufen. Du kannst das Osternest auch ganz einfach auf den letzten Drücker mit selbst gefärbten bunten Eiern füllen:

Färbe deine Ostereier einfach mit verschiedenen Teesorten! Du erhältst auf diese Weise natürlich gefärbte, schön pastellfarbene Ostereier. Außerdem ist das die ideale Verwendung für alle Tees, die schon zu lange unbeachtet in einer Ecke deines Küchenschranks ihr Dasein fristen.

Die Anleitung zum Eierfärben

  • weiße Eier hart kochen
  • 4 Teebeutel und 1 Esslöffel Essig mit heißem Wasser übergießen
  • das Ganze 10 Minuten ziehen lassen
  • die hartgekochten Eier für 15 bis 20 Minuten in den Sud geben
  • Fertig!

Welcher Tee für welche Farbe?

  • schwarzer Tee: orange/braun
  • Kamillen-Tee: gelb
  • Früchteteemischungen: grau bis violett bzw. lila
  • Grüner Tee und Kräutertee: verschiedenste Grüntöne

Fantasievolle Muster statt einfarbig

Ein hübsches Muster auf dem gefärbten Ei ist ebenfalls ganz leicht gemacht: Ein Nylonstrumpf und kleine Blätter oder Pflanzenteile sind alles, was dazu nötig ist: Bevor das Ei in den Färbe-Sud getaucht wird, werden die Blätter oder Pflanzenteile an die Stelle auf das Ei gelegt, an der es weiß bleiben soll. Dann wird der Nylonstrumpf stramm darüber gezogen und verknotet, bevor du das Ei in den Sud tauchst. Als Ergebnis bekommst du ein wunderhübsches weißes Abbild der Pflanze auf dem gefärbten Ei.

Tipp: Nach dem Trocknen kannst du die Eierschale mit Speck oder Öl einreiben. Das sorgt für einen matten Glanz.

Alternativen zu Tee als Färbemittel

Du kannst Ostereier natürlich nicht nur mit Tee färben. Folgende Zutaten gehen auch:

  • Zwiebelschalen für Braungelb bis Goldbraun
  • Kurkuma für Gelb
  • Matetee für Lindgrün
  • Rotkohl für Lila-rot

Hartgekochte Eier halten sich übrigens bis zu drei Wochen, wenn die Schale nicht beschädigt ist. Du musst also nicht alle auf einmal essen.

Tee gegen Schlafstörungen?

Oftmals wird davon abgeraten, schwarzen Tee oder Grüntee am Abend zu trinken. Da das darin enthaltene Koffein eine anregende Wirkung hat, ist es dann für Stunden mit dem Schlaf vorbei. - Aber es kann auch ganz anders sein:

Gerade Menschen mit niedrigem Blutdruck neigen zu Einschlafproblemen. Die Füße sind kalt, die Extremitäten nicht gut durchblutet. Und so liegt man im Bett, fühlt sich müde und erschlagen, kann aber nicht einschlafen.

In diesem Fall kann es sogar sehr hilfreich sein, vor dem Zubettgehen ein oder zwei Tassen Tee zu sich zu nehmen. Hierdurch wird der Kreislauf sanft angeregt, die Extremitäten werden besser durchblutet, die Füße werden warm - und schon fällt das Einschlafen viel leichter.

Es kommt auf einen Versuch an. Wenn du unter Einschlafproblemen leidest, probier es doch mal mit einer guten Tasse Tee am Abend!

Hausmittel gegen hartnäckige Teeränder

In Teetassen und Teekannen bleiben nach einer Weile dunkle Ränder zurück. Ursache ist die Verbindung des Teeins mit dem im Wasser enthaltenen Kalk. Je kalkhaltiger das Wasser, desto schneller gibt es diese Ränder.

Frühzeitiges Ausspülen und Nachwischen hilft zwar ein wenig, aber dazu kommt man ja nicht immer. Später hilft meist auch heftigstes Schrubben kaum noch. Manch ein Teetrinker mag schon (fast) daran verzweifelt sein - oder mag sich damit getröstet haben, dass diese "Patina" von einigen Experten als "geschmacksverstärkend" gelobt wird.

Ich finde allerdings, dass du deinen Gästen den Anblick solch "patinierter" Kannen und Tassen ersparen solltest - das ist eher unappetitlich, besonders bei Glaskannen!

Aber was kannst du tun, um diese Ränder zu entfernen, wenn sie bereits entstanden sind? Teure Spezialreiniger kaufen? Die chemische Keule schwingen? Neues Geschirr kaufen? - Das muss alles nicht sein! Es gibt ein einfaches Hausrezept gegen solche Verfärbungen:

  • normales Haushalts-Salz und ein feuchter Lappen

Gib etwas Kochsalz auf einen feuchten Lappen und wisch mit sanftem Druck über die verfärbten Stellen. Schon nach kurzer Zeit lösen sich die dunklen Beläge auf. Jetzt einfach nur noch mit klarem Wasser nachspülen - fertig. So gefällt's dann auch den Gästen wieder ...

Als weitere wirkungsvolle und umweltschonende Reinigungsmittel gelten neben Kochsalz ferner:

  • Backpulver
  • Zitronensaft
  • Gebissreiniger (Tabs)
  • Soda bzw. Wasch-Soda
Welche Erfahrungen hast du gemacht? Womit entfernst du Tee-Ablagerungen aus Kannen und Tassen?

Freitag, 2. April 2010

Wasserfilter für guten Tee

Auf deinem Tee ist ein dunkler Film zu sehen? In deiner Kanne und den Tassen bilden sich immer wieder dunkle Ränder, die du auch mit viel Schrubben kaum wegbekommst? Deine Zähne bekommen bräunliche Verfärbungen, die dein Zahnarzt regelmäßig wegpoliert?

Dann verwendest du vermutlich “hartes”, kalkhaltiges Wasser, das deinen Tee nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich beeinträchtigt. Damit guter Tee sein volles Aroma entfalten kann, braucht er frisches, weiches Wasser. Das Trinkwasser aus der Leitung ist zwar prinzipiell gut, aber leider in den seltensten Fällen “weich”. Was also tun?

Neben calciumarmem Mineralwasser aus der Flasche, kann dir ein Wasserfilter* helfen. Diese Geräte filtern aus dem Leitungswasser Inhaltsstoffe wie Kalk, Chlor, Blei und Kupfer weitestgehend heraus. Über die Wasserleitungen, die in alten Häuser oft noch zu finden sind, können nämlich auch Blei und Kupfer in das Trinkwasser gelangen. Zudem beeinträchtigen Chlor sowie andere Zusätze und Inhaltsstoffe den Geschmack und das Aussehen deines Tees.

Wasserfilter und Filterkanne im Test: ClaroSwiss


Bekannt sind dir sicherlich die BRITA Wasserfilter*, die den Markt bisher deutlich dominieren. Leider sind BRITA-Filter – mangels Konkurrenz – nicht immer zu günstigen Preisen erhältlich.
Inzwischen gibt es aber Hersteller, die bei vergleichbar guter Filtertechnologie zu günstigeren Preisen in den Markt gehen. Ein Beispiel ist die Marke ClaroSwiss*, die ich einem Praxistest unterzogen habe.

Der Hersteller

Die Marke ClaroSwiss stammt von der Aquis Wasser-Luft-Systeme GmbH aus der Schweiz, die auch Wasserfilter für Küchengeräte namhafter Marken-Hersteller liefert. Für die ClaroSwiss-Filter kommt die patentierte IMC-Technologie zum Einsatz, die für Wasser mit ausgeglichenem Mineralgehalt sorgen soll, statt “blind” alle Stoffe auszufiltern.

Lieferumfang und Ausstattung

Optisch sind die Kannen der Marke ClaroSwiss den BRITA-Kannen sehr ähnlich: Ein durchsichtiger Kannenkörper mit einem weißen Trichter-Einsatz, in den der Filter eingesteckt wird. Obenauf ein weißer Deckel mit einer mechanisch verschließbaren Einfüllöffnung und einer digitalen Anzeige für den Filterwechsel.
Im Lieferumfang enthalten sind die Kanne mit Trichter-Einsatz und Deckel, zwei Filterkartuschen und eine kurze gedruckte Bedienungsanleitung in 9 Sprachen.

Erster Gebrauch und Handhabung

Nach dem Auspacken muss die Kanne zunächst gesäubert werden. Der Kannendeckel darf – anders als Kannenkörper und Trichter – nicht in der Spülmaschine gereinigt, sondern sollte mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Danach wird der Trichter in die Kanne eingeführt, die Filterkartusche ausgepackt und in den Trichterboden eingesetzt. Abschließend kommt noch der Deckel auf die Kanne.
Jetzt wird die elektronische Kartuschenwechsel-Anzeige durch Drücken des Displayknopfes “gestartet”: Beginnend bei 150 werden hiermit die Kannenfüllungen gezählt. Erscheint in der Anzeige eine 0, ist es Zeit für den Wechsel des Filters. Allerdings sollte der Filter unabhängig von der Anzahl der Füllvorgänge sowieso alle 30 Tage gewechselt werden.

Bevor die Kanne endgültig einsatzbereit ist, müssen noch zwei Spülgänge zur Vorbereitung der Kartusche erfolgen. Dieses Wasser kann übrigens prima zum Blumengießen verwendet werden. Ab der dritten Füllung ist das Wasser bereit für den Genuss.

Das Befüllen der Kanne ist durch die oben im Deckel befindliche Öffnung sehr einfach und praktisch gelöst. Die Öffnung wird über einen mechanischen Schieber oben am Griff bedient. Der Schieber betätigt gleichzeitig das digitale Zählwerk.

Die Kanne liegt gut in der Hand, ist standfest und passt in das Seitenfach handelsüblicher Kühlschränke.
Beim Ausgießen des gefilterten Wassers “klemmte” leider ab und zu die kleine Klappe, die zur Abdeckung der Ausgusstülle dient. Das führte dazu, dass das Wasser nicht immer da landete, wo es hin sollte.
Ursache hierfür scheint zu sein, dass diese Klappe nur durch eine Halterung in der Mitte mit dem Deckel verbunden ist und sich hin und wieder beim Aufsetzen des Deckels verkantet.

Besser wäre vermutlich eine Befestigung an den zwei Außenkanten, so dass die Abdeckung leichter auf und ab schwingen kann. In der Regel funktionierte aber alles wie gewünscht. Daher lautet mein Urteil: Gut!

Filterergebnis und geschmackliche Qualität

Zum Testen des Filterergebnisses habe ich mir Teststreifen für die Kontrolle der Wasserhärte besorgt. Geprüft habe ich dann frisches Leitungswasser, mit ClaroSwiss gefiltertes Wasser sowie auch mit Brita Maxtra gefiltertes Wasser. Beide Filtersysteme lagen hierbei gleichauf, was die Reduzierung der Wasserhärte angeht.

Im zweiten Testlauf habe ich rein subjektiv die optische und geschmackliche Qualität des gefilterten Wassers bei der Teezubereitung verglichen. Auch hier konnte ich keine wesentlichen Unterschiede ausmachen. Das mit dem BRITA Maxtra System gefilterte Wasser erschien mir allerdings beim Verkosten des Tees subjektiv etwas “neutraler” und “glatter”. Das könnte daher rühren, dass das ClaroSwiss-System bewusst einige Mineralstoffe nicht komplett ausfiltert.

Störend war das überhaupt nicht und auch die Ablagerungen in Kanne und Tasse blieben aus. Mein Fazit für das Filterergebnis: Wunderbar!

Kritikpunkte und Verbesserungspotenzial

Die ClaroSwiss-Filterkanne ist ein gutes Produkt, bei dem es in meinen Augen allerdings durchaus noch ein wenig Verbesserungspotenzial gibt:
  • Die Abdeckklappe der Ausgusstülle verkantete sich manchmal beim Aufsetzen des Deckels, was beim Ausgießen des Wassers zu kleineren Problemen führte. Hier könnte durch eine Änderung der Befestigung schnell Abhilfe geschaffen werden.
  • Das Zählwerk für 150 Filterungen ist gut, hilft aber nichts, wenn die 30 Tage eher rum sind als die 150 Filterungen. Nicht jeder Benutzer wird 5 Liter Wasser am Tag filtern. Hier sollte das Zählwerk beides berücksichtigen und rechtzeitig an den Filterwechsel erinnern.
  • Die Bedienungsanleitung könnte etwas ausführlicher und verständlicher gestaltet werden. Speziell die bildlichen Darstellungen für den ersten Gebrauch könnten verbessert werden.
  • Schön wäre es, wenn deutlich erkennbar wäre, woraus das Filtermaterial besteht. Bei den BRITA Maxtra Filtern wird unter anderem Silber zur Verhinderung der Verkeimung eingesetzt. Da das Silber damit auch in das gefilterte Wasser gelangt, wird dies manchmal negativ bewertet. Bei den ClaroSwiss-Filtern habe ich keinen entsprechenden Hinweis gefunden, gehe also davon aus, dass sie frei von Silber sind. Interessant wäre nun aber zumindest ein Hinweis, wie der Verkeimung entgegengewirkt wird. (Nachtrag: Laut Auskunft des Herstellers ist auch im ClaroSwiss-Filter Silber als "Keimwachstums-Inhibitor" enthalten, dies wird jedoch nicht explizit "beworben".)

Mein Fazit

Die ClaroSwiss Filterkanne* ist in der Handhabung und Filterleistung den BRITA Filterkannen ebenbürtig. Der Wasserdurchlauf bei der Filterung ist sogar etwas schneller als bei dem zum Vergleich herangezogenen BRITA Maxtra System. Durch den niedrigeren Preis sind sie eine gute Alternative für kostenbewusste Genießer.

Ein Tipp

Die ClaroSwiss-Filterkartuschen sind so gestaltet, dass sie auch in BRITA Maxtra Kannen passen. (Umgekehrt passen allerdings die Maxtra-Kartuschen nicht in die ClaroSwiss-Kannen.) Wer also seine BRITA-Kanne behalten möchte, aber nach preisgünstigen Alternativen für die Maxtra-Filtereinsätze sucht, kann sich bei ClaroSwiss bedienen.

Bezugsquellen

Die Filter und Kannen von ClaroSwiss sind unter anderem bei amazon* erhältlich. Weitere Discounter und Shops werden folgen und diese Kannen und Filter zum Teil unter eigenem Label anbieten.
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