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Sonntag, 31. Januar 2010

Matcha und die japanische Tee-Zeremonie

Matcha Set bei amazon.de
Ein Tee ganz besonderer Art ist der japanische Matcha-Tee *. Es handelt sich hierbei um ein aufwändig hergestelltes Grüntee-Pulver, das vor allem aus der japanischen Tee-Zeremonie bekannt ist. Da für Matcha (fast) das ganze Blatt des Grüntees verarbeitet wird, gilt dieser Tee als besonders gehaltvoll. Aber auch die Art der Herstellung trägt zu seinem besonderen Aroma bei. Sehr treffend wird Matcha-Tee auch als "Espresso" oder "Mokka" Japans bezeichnet.

Die Herstellung von Matcha-Tee

Die Grundlage für Matcha ist die gleiche Pflanze wie für schwarzen oder grünen Tee. Allerdings wachsen die Teeblätter für Matcha in ganz besonderen "Schattentee-Plantagen" heran. Hier werden die jungen Blätter einige Wochen vor der Ernte durch dunkle Netze vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und entwickeln dadurch sehr viel mehr Blattgrün (Chlorophyll) und deutlich weniger Bitterstoffe als Teetriebe, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

Nach der Pflückung wird die Fermentation der Blätter sofort durch einen Dämpfvorgang gestoppt. Anschließend werden die Blätter getrocknet und es entsteht der sogenannte Aracha oder "Rohtee". Speziell geschulte Tea-Taster sortieren diesen Aracha-Tee nach der Qualität, bevor durch spezielle Maschinen das Blatt von den Stängeln und Blattrippen befreit wird. Diese Rohmasse wird nun zurechtgeschnitten, so dass eine homogene Tee-Masse entsteht. Diese Produktionsstufe nennt sich Tencha-Tee.

Aus verschiedenen Tencha-Tees stellen die Tea-Taster einen sogenannten Blend (also eine Mischung) zusammen, so dass das Endprodukt immer eine gleichbleibend gute Qualität und die gleiche Geschmacksgüte aufweist. Nach diesem Mischvorgang kommt die letzte und entscheidende Produktionsstufe: Das Mahlen des Tencha-Tees in speziellen Granitstein-Mühlen.

Trotz aller Hochtechnisierung und Automatisierung gelten diese speziellen Granit-Steinmühlen als Garant dafür, diese ganz besondere Qualität des Matcha-Tees zu erhalten. Durch diese seit Jahrhunderten perfektionierten Mahlwerke entsteht ein mikrofeines Teepulver aus grünem Tee, das Menschen in aller Welt begeistert und das für die japanische Teezeremonie unverzichtbar ist.

Matcha ist kein einfaches "Grüntee-Pulver"

Nicht verwechseln sollte man Matcha-Tee mit dem manchmal angebotenen "Grüntee-Pulver" oder "Pulver-Grüntee". Diese Pulver werden in der Regel aus den ganzen Teeblättern (inklusive Blattgerippe) in “einfachen” Industriemühlen gemahlen. Dadurch sind diese Tees leider bitter und recht "grobkörnig" und eignen sich eher zum Färben von einfachen Speisen. Wer einen solchen Tee irrtümlich als Matcha-Tee gekauft hat, wird enttäuscht sein. Gute, schmackhafte Matcha-Tees kosten in der Regel ab 19 Euro für 20 Gramm Teepulver. Alles darunter dürfte eher schlechte Qualität oder gar kein Matcha sein. Also Augen auf beim Matcha-Kauf! :)

Ein guter Matcha-Tee besticht durch seine pflanzliche Süße und einen feinen Hauch Bitterkeit. Mich erinnert diese Süße an junge Erbsen, die ich als Kind in der Sommersonne frisch vom Strauch gepflückt und noch sonnenwarm gegessen habe. Diese Süße verbindet sich im Matcha harmonisch mit der leichten Bitterkeit des Teeblatts und bietet einen ganz besonderen Genuss!

Die japanische Tee-Zeremonie

Das folgende Youtube-Video zeigt die ganze Faszination der ruhigen, meditativen Teezeremonie sowie die Eleganz und Schönheit des Matcha-Tees: Hier klicken zum Tee-Zeremonie-Video bei youtube.

Der Einstieg in die Matcha-Welt

Für den Einstieg in die japanische Tee-Zeremonie und die Welt japanischer Matcha-Tees* gibt es hier passende Angebote: Matcha-Tee-Geschenk-Set*. Enthalten ist in diesen Sets in der Regel: Eine zeremonielle Teeschale*, ein Chashaku* (Bambus-Löffel zur Portionierung), ein Chasen* (Bambus-Besen oder "Quirl" zum Aufschäumen des Tees) und eine Dose Matcha*.

Die Zubereitung

Bei der Zubereitung des Matcha sollte das Teewasser nicht mehr kochen. Gute Erfahrungen habe ich mit 60 bis 70 Grad heißem Wasser gemacht. Manche Teekenner empfehlen sogar niedrigere Temperaturen. Keinesfalls sollte das Wasser aber heißer als 80 Grad sein, da sonst die Inhaltsstoffe des Matcha förmlich "verbrennen" oder zerkochen. Ähnlich wie bei der schonenden Zubereitung von frischem Gemüse gilt: Weniger (Hitze) ist hier mehr!

Zunächst gibst du ein bis zwei Bambuslöffel voll Matcha in die Teeschale. Dann gießt du den Matcha mit zwei bis drei Fingerbreit passend temperiertem Wasser auf und schlägst den Aufguss mit dem Bambusbesen schaumig. Dabei solltest du mit dem Bambusbesen an der Oberfläche der Flüssigkeit bleiben und ihn in kleinen, schnellen Achten oder einer Art "M" auf der Oberfläche bewegen. Das erfordert etwas Übung - aber je feiner du den Schaum hinbekommst, umso angenehmer ist das Trinkgefühl und desto schöner wirst du die Aromen des Tees erleben.

Trink den Tee dann in drei Schlucken. Beim letzten Schluck schlürfst du leicht, dadurch bekommst du auch noch den letzen Schaum aus dem Gefäß und mit der eingesogenen Luft verbreitet sich der Geschmack des Tees sehr intensiv auf der Zunge.

Einige Tipps für die Matcha-Zubereitung:
  • Wenn der Matcha in der Teeschale kleine Klumpen bildet, kannst du ihn entweder vorher durch ein kleines Sieb in die Tasse geben (ähnlich wie Puderzucker oder Mehl beim Bestäuben) oder du gibst zunächst eine kleine Menge kaltes Wasser auf den Matcha in der Schale und vermengst das Teepulver zu einer Paste, bevor das heiße Wasser hinzukommt.
  • Damit der Chasen (Tee-Besen) länger hält, solltest du ihn vor der Benutzung ein paar Minuten in heißes oder kaltes Wasser eintauchen. So bleiben die feinen Bambus-Spleiße biegsam und brechen nicht. Beim Schlagen des Schaums solltest du auch nicht "den Boden der Schale kehren", sondern den Besen an der Oberfläche der Flüssigkeit führen. Und nach der Teezubereitung solltest du den Chasen wiederum nur mit heißem Wasser abspülen und dann trocknen lassen.
  • Wenn du kein Matcha-Zubehör hast, kannst du für den Anfang auch eine Müsli-Schale, einen Teelöffel (ca. ein halber Teelöffel Matcha ist eine gute Portion) und einen Schneebesen oder Milchaufschäumer* verwenden. Das ist zwar nicht stilecht, erfüllt aber auch seinen Zweck.
Ich wünsche gemütliche Teestunden!

Samstag, 16. Januar 2010

Tee-Paket vom Hamburger Teespeicher

Am Freitag kam hier ein Päckchen, nein eher ein Paket vom Hamburger Teespeicher an, randvoll mit vielen leckeren Teeproben und dem aktuellen Tee-Spezialitäten-Katalog:

Tee-Paket vom Hamburger Teespeicher

Unter anderem first und second flush Darjeeling-Sorten, japanischer Gyokuro Kimigayo und Tokiwa, Formosa Top Superior Fancy Oolong und China Special Oolong Ginseng – eine aufregende Reise durch die Tee-Geschmackswelt liegt vor mir!

Auf diesem Weg meinen herzlichen Dank an Herrn Schmidt: Ich bin sehr gespannt auf diese kleine Tee-Weltreise und was ich dabei alles neu entdecken werde.

Übrigens: Wer in der Nähe von Hamburg wohnt oder dort etwas Zeit verbringt, sollte die Gelegenheit nutzen und an einer Teeverkostung teilnehmen. In der historischen Kulisse des Speicherstadtmuseums erfährst du Wissenswertes über Tee und erlebst die Arbeit des Tea-Tasters Henning Schmidt aus nächster Nähe. Sowohl Einsteiger als auch Teekenner sind willkommen.

Hier geht es zur sehr ansprechenden Website des Hamburger Teespeichers mit umfangreichem Tee-Shop: http://www.teespeicher.de/

Dienstag, 5. Januar 2010

Der Teatime-Küchenratgeber

Der GU-Küchenratgeber "Teatime"* von Reinhardt Hess vermittelt auf etwas mehr als 60 Seiten jede Menge Rezepte und Teewissen. Dabei machen die tollen Farbfotos von Wolfgang Schardt richtig Appetit, die vorgestellten Rezepte auszuprobieren.

Praktisches Detail: Zum schnellen Nachschlagen werden in den Umschlagklappen vorne und hinten kurze Zubereitungstipps sowie die wichtigsten Teesorten vorgestellt. Auch eine den Rezepten vorangestellte kurze Teegeschichte und Vorstellung nützlichen Teezubehörs fehlt nicht.

Den Hauptteil des Buches aber machen die Rezepte aus. Gegliedert in vier große Kapitel werden die Teetraditionen einzelner Länder und Kulturen vorgestellt: Deutsche Teetafel, Englands Teekultur, Afrika und Orient sowie Asiens Tradition. Die Rezepte beziehen sich dabei sowohl auf die Zubereitung des Tees als auch auf Leckereien, die zum Tee genossen werden.

Mein Fazit: Ein rundum gelungenes, praktisches Buch, das jede Menge Anregungen für die Teetafel liefert. Überrasch deine Gäste mit diesen Leckereien und Teevariationen!

Dieses Buch jetzt kaufen bei amazon.de:
Reinhardt Hess, Teatime (GU Küchenratgeber) *

Montag, 4. Januar 2010

Test: Wasserkocher mit Temperaturanzeige

Anspruchsvolle Grünteetrinker brauchen passend temperiertes Wasser für den vollen Genuss. Denn Grüntee wird in der Regel nicht mit kochendem Wasser zubereitet. Hier gilt: Wasser aufkochen und dann - je nach Grüntee-Sorte - auf 60 bis 80 Grad Celsius abkühlen lassen. Nach einer Weile hat man im Gefühl, wie lange das Wasser abkühlen muss. Oder man verwendet ein kleines Tee-Thermometer *, um die Temperatur zu kontrollieren. Aber gibt es nicht bequemere Lösungen?

Bei meiner Suche nach Lösungsmöglichkeiten bin ich auf
Wasserkocher * mit Temperaturvorwahl bzw. Temperaturanzeige gestoßen. Getestet habe ich den Clatronic Scala Wasserkocher WK 2954 mit analoger Temperaturanzeige *. Hier die Ergebnisse meines Tests:

Lieferumfang und Ausstattung

Geliefert wird der Clatronic Scala Wasserkocher im farbig bedruckten Karton mit Kurzinformationen in 12 Sprachen. Hier die technischen Daten und Ausstattungsmerkmale des Geräts im Überblick:
  • Kocheinheit aus Kunststoff, kabellos, 360° drehbar
  • bis zu 1,7 Liter Füllmenge
  • verdecktes Edelstahl-Heizelement
  • automatische und manuelle Abschaltung
  • Trockengeh-/Überhitzungsschutz
  • zwei Füllstandsanzeigen
  • analoge Rundskala zur Anzeige der Brühtemperatur (ca. 4 cm Durchmesser)
  • rote Betriebs-Kontrollleuchte unterhalb der Temperaturanzeige
  • Basisstation mit Kabelaufwicklung
  • verriegelter Sicherheitsdeckel mit Öffnungs-Automatik
  • herausnehmbarer Kalkfilter
  • Ein-/Aus-Schalter
  • Stromversorgung: 230V, 50 Hz
  • Leistungsaufnahme: 1850 bis 2200 Watt
  • mehrsprachige Bedienungsanleitung
  • 24 Monate Garantie
Der Hersteller Clatronic bietet seinen Kunden Unterstützung bei Fragen und Problemen über eine Festnetznummer und E-Mail.

Design und Farbvarianten

Am Clatronic Wasserkocher gefällt mir sein klassisch-elegantes Design und die seitlich angebrachte analoge Temperaturskala. Das Modell ist in den Farbvarianten weiß und sandfarben erhältlich. Griff, Deckel, Temperaturanzeige und der Fuß der Basisstation sind matt silberfarben abgesetzt. An der linken Gehäuseseite befinden sich die Temperaturanzeige und die rote Betriebs-Kontrollleuchte, unterhalb des Griffs ist der Ein-/Aus-Schalter angebracht.

Handhabung

Der Wasserkocher liegt gut in der Hand und ist durch seinen breiten Fuß sehr standfest. Der Deckel lässt sich bequem per Knopfdruck öffnen und schließt dicht ab. Die Füllstandsanzeige ist links und rechts vom Griff angebracht, also sowohl für Links- wie für Rechtshänder geeignet. Da es sich um einfache Sichtfenster handelt, gibt es keine Probleme mit durch Kalk "verklemmten" Anzeige-Elementen.

Vor der ersten Verwendung muss der Wasserkocher von innen gereinigt werden. Dazu wird einfach klares Wasser im Gerät zum Kochen gebracht und anschließend weggeschüttet. Empfohlen wird, diesen Vorgang zweimal durchzuführen - ich persönlich würde es noch einige Male wiederholen. Gerade bei den ersten Kochvorgängen riecht es doch - trotz Maximalbefüllung - deutlich nach heiß gewordenem Plastik. Einer der Nachteile von Geräten mit Plastikwänden gegenüber denen aus Edelstahl oder Glas.

Das Befüllen des Wasserkochers geht leicht von der Hand: Einfach den Knopf oben am Haltegriff drücken, schon springt der Deckel auf. Wasser rein, Deckel zu, ab auf die Basisstation. Einschalt-Hebel nach unten drücken und los geht's. 1,7 Liter Leitungswasser brauchten in meinen Testläufen fünfeinhalb Minuten bis das Gerät den Heizvorgang abschaltete und das Wasser kochte.

Sehr praktisch ist die Temperaturanzeige an der linken Gehäuseseite: Sie zeigt dir immer die aktuelle Temperatur des Wassers an, sowohl beim Erhitzen und Kochen als auch später beim Abkühlen des Wassers. So erspart man sich "heiße Finger" beim Messen mit einem Tee-Thermometer. Meine Kontrolle zeigte, dass die Temperatur korrekt angezeigt wird.

Schön wäre es, wenn die Skala ein wenig genauer beschriftet wäre. Aktuell ist die Beschriftung in 20°-Schritten vorgenommen und wird durch Punkte nochmals in 4°-Schritten unterteilt. So lässt sich die Temperatur relativ genau ablesen - allerdings muss man zählen und rechnen, um Zwischentemperaturen zu ermitteln, wie z.B. 75° für bestimmte Grünteesorten. Das ließe sich durch eine andere Einteilung und detailliertere Beschriftung lösen.

Beim Kochen des Wassers wird die Außenseite des Geräts deutlich warm. Du solltest also das Gerät immer nur am Griff anfassen. Allerdings scheinen die Kunststoffwände nicht ganz so heiß zu werden, wie es bei Geräten der Fall ist, deren Kocheinheit komplett aus Edelstahl gefertigt wird. Dafür riecht der Scala-Wasserkocher mindestens bei den ersten Kochvorgängen recht deutlich nach Plastik - nicht so schön. Aber das sollte sich im Laufe der Zeit verflüchtigen.

Beim Ausgießen des heißen Wassers solltest du den Kocher maximal in die horizontale Lage kippen. Kippst du ihn stärker, so dass die "Nase" nach unten zeigt, spritzt es leider etwas. Hältst du diesen Winkel aber ein, gibt es keine Probleme. Vermeiden solltest du es auch, den Deckel direkt nach dem Kochvorgang oder Ausgießen zu öffnen. Tust du es trotzdem, läufst du Gefahr, dass dir heißes Kondenswasser auf die Finger tropft und du dich verbrühst. Das ist einer der größten Kritikpunkte an diesem Gerät.

Reinigung und Entkalkung

Clatronic Wasserkocher Innenleben / Foto © ZumTee.de
Innenleben mit Temperaturfühler und Kalkfilter vor der Ausgusstülle
Zum Reinigen soll das Gerät mit klarem Wasser ausgespült und dann mit einem Tuch trocken gewischt werden. Je nach Handgröße gestaltet sich das etwas schwierig, da die Öffnung nicht allzu groß ist. Zudem ist der eingeschraubte Temperaturfühler und ein Metallrohr beim Griff (für die Abschaltautomatik) ein wenig störend. In jedem Fall sollte der Kocher erst abkühlen, damit man sich nicht an den Metallteilen verbrüht. Die Außenseite des Gehäuses kannst du mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und es dann trocknen.

Die von Zeit zu Zeit notwendige Entkalkung des Wasserkochers kann mit Entkalkungsmitteln auf Zitronensäurebasis erfolgen oder mit Essig. Wobei Essig meiner Erfahrung nach zwar schnellen Erfolg bringt, aber auch "geruchsintensiver" und nur bei guter Belüftung des Raums erträglich ist.

Mein Fazit

Insgesamt ist der getestete Clatronic Wasserkocher Scala kein perfektes, aber ein brauchbares Gerät - nicht nur für ambitionierte Grünteetrinker. Neben der schönen Optik besticht vor allem die praktische und zuverlässige Temperaturanzeige.

Verbesserungsbedürftig ist meiner Meinung nach in jedem Fall die Deckel-Konstruktion. Es darf nicht sein, dass das heiße Kondenswasser beim Aufklappen auf Hände, Griff und Gehäuse tropft. Perfektionieren ließe sich das Gerät, indem der Korpus komplett aus Edelstahl gefertigt und zusätzlich zur Temperaturanzeige auch eine Temperaturwahl und ggf. Warmhaltefunktion ergänzt würde.

Ein Edelstahlkorpus würde das bei Plastikwänden wohl nicht vermeidbare Geruchsproblem beseitigen und zudem die Innenreinigung vereinfachen. Die Temperaturvorwahl und ggf. Warmhaltefunktion würde das Grünteetrinker-Leben noch bequemer machen.

Deine Meinung ist gefragt

Welche Erfahrungen hast du mit Wasserkochern gemacht? Welchen verwendest du für die Zubereitung deines Teewassers? Von welchem Gerät bist du begeistert?

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Tee als Heilmittel in der chinesischen Medizin

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (Wikipedia-Artikel zu TCM) ist Tee nicht nur ein Getränk, sondern gilt schon seit langem als Heilmittel aus ganzheitlicher Sicht. Dass diese Ansicht durchaus begründet ist, bestätigen inzwischen auch diverse Studien der modernen westlichen Forschung.

Das Buch "Heilen mit Tee" * bietet eine kurze Einführung in die Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin und den dort praktizierten Einsatz von Tee als wirkungsvolles Heilmittel. Dabei geht es nicht um die diversen (Heil-)Kräutertees, sondern um den "echten" Tee aus der Teepflanze Camelia sinensis.

Interessant und flüssig lesbar geschrieben, lassen uns die Autoren einen Blick in die Geschichte des chinesischen Tees werfen. Wir lernen etwas über die Grundlagen der Tee-Herstellung, über die diversen Zubereitungsarten, die richtige Lagerung und die Einordnung in Yin und Yang. Spannend ist auch das Kapitel, in dem wir erfahren, wie in China eine gute Teekanne aus Ton gekauft wird - und warum diese liebevoll massiert und manchmal vor dem ersten Gebrauch sogar im Garten vergraben wird ...

Ein großer Teil des Buchs ist der liebevollen, ausführlichen und übersichtlichen Beschreibung diverser chinesischer Teesorten, deren Geschichte und Zubereitung sowie ihrer Einsatzgebiete im Rahmen der TCM gewidmet. Immer wieder auflockernd eingestreut sind kleine Geschichten und Legenden rund um den Tee sowie jede Menge schöner Fotos von chinesichen Teekannen und Teezubehör. Schließlich lernen wir auch die chinesische Teezeremonie und deren spezielle Gebräuche kennen, die sich durchaus von der strengen japanischen Form der Teezeremonie unterscheiden.

Das Buch ist eine sehr interessante und anregende Lektüre für alle, die mehr über chinesische Teesorten und -gebräuche erfahren möchten und die offen sind für die Ideen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es ist kein praktischer Ratgeber, in dem "mal eben" eine Krankheit nachgeschlagen wird, um den passenden Tee dazu herauszusuchen. Aber es bietet dem westlichen Leser die Chance, eine ganz neue Sicht auf den Tee zu entwickeln. Ein Buch, das ich immer wieder gerne zur Hand nehmen werde - lesenswert!

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Tee-Wissen als Hörbuch auf CD

Bücher über Tee gibt es schon eine ganze Menge. Aber manchmal hätte man ja gerne die Hände frei, um den Tee unbeschwert genießen zu können. Nicht nur darum gibt es den passenden Begleiter zu einer gemütlichen Teestunde jetzt auf einer CD als Hörbuch*.

In lockerem Plauderton erzählen ein Sprecher und eine Sprecherin Wissenswertes rund um die Geschichte und Gebräuche des Tees. Beginnend bei China und Japan geht es weiter bis nach England, Irland und Ostfriesland. Zwischendurch gibt es eine kleine Warenkunde: Die Sorten Assam, Ceylon, Darjeeling sowie Blattgrade und Qualitätsstufen des Tees werden erklärt.

Passend untermalt werden die einzelnen Kapitel mit "Tee-Geräuschen" und Musik. Neben der obligatorischen "Boston Tea Party" erfahren wir unter anderem auch, was es in England mit den Begriffen "MIF" und "TIF" auf sich hat. Abgerundet wird diese akustische Teereise durch ein Interview mit der Leiterin des Teemuseums in Norden.

Mein Eindruck: Die CD ist ein angenehmer Begleiter für eine längere Teestunde oder eine Zugfahrt und bringt in etwa 41 Minuten Spielzeit eine Menge Wissenswertes zu Gehör. Ein schönes Mitbringsel für Teefreunde und alle, die es werden wollen (oder sollen).

Was der CD meines Erachtens fehlt, ist ein kleines Booklet, das in gedruckter Form Informationen zur CD bietet: Inhaltsverzeichnis, Inhalte der einzelnen "Kapitel" und Informationen zu den Sprechern sowie vielleicht eine kleine Liste mit weiterführenden Links. Erschienen ist die CD im susmedien-Verlag aus Hanau.

Dieses Hörbuch jetzt bei amazon.de kaufen:
Thomas Meinen, Tee (Hörbuch/Audio-CD) *

Sonntag, 3. Januar 2010

Tees zum Wohlfühlen - der Buchtipp

Aus einer Tasse frischen Tees steigen wohlige Wärme und Geborgenheit auf. Und jeder Teetrinker hat seine eigenen Vorlieben für die tägliche Teestunde. Neben dem Genuss hat Tee aber auch schon immer eine heilende und medizinische Komponente gehabt. Grüner und schwarzer Tee zählen neben diversen Kräuteraufgüssen zu den bewährten Heilmitteln aller Kulturen. Leider ist dieses Wissen vielfach in Vergessenheit geraten.

Die Journalistinnen Sylvia Schneider und Gerti Samel wollen diesem Umstand entgegenarbeiten und haben in ihrem Buch "Tees zum Wohlfühlen" Teerezepte aus der ganzen Welt zusammengestellt. Geordnet nach Erdteilen stellen sie fast vergessene Rezepte und altes Heilwissen der jeweiligen Kulturkreise vor. Rezepte mit Grüntee, Schwarztee sowie Tee aus duftenden Blättern und Blüten, würzigen Rinden und aromatischen Wurzeln - für jeden Geschmack lässt sich hier vieles über die Verwendung von Tee und Kräutern erfahren und ausprobieren.

Asien, Arabien, Lateinamerika und Europa sind die vier großen Abschnitte des Buches. Von der traditionellen chinesischen Medizin über das Heilwissen der Indios bis zu den weisen Kräuterfrauen und "Hexen" Europas reicht die Bandbreite. Den Rezepten vorangestellt sind kurze, aber griffige Einführungen in das jeweilige heilkundliche Gedankengebäude.

Eine interessante Lektüre für alle Teetrinker, die ihren Horizont erweitern möchten.

Dieses Buch jetzt kaufen bei amazon.de:
Sylvia Schneider, Gerti Samel: Tees zum Wohlfühlen *

Bellima Wasserfächer im Test

Ein trüber Film auf dem Frühstückstee, dunkle Ränder in Kanne und Tasse, Verfärbungen im Zahnschmelz - all das sind deutliche Zeichen für "hartes" Wasser. Und Wasser mit einem hohen Härtegrad trübt nicht nur optisch den Teegenuss: Kalk und Chlor verändern auch den Geschmack des Tees.

Es lohnt sich darum, zumindest einmal "weiches" Wasser für die Teezubereitung zu testen. Und ich bin mir sicher: Das wird ein ganz neues Geschmackserlebnis, das du nicht mehr missen möchtest!

Wie kommt man aber an weiches Wasser? In den seltensten Fällen kommt weiches Wasser direkt aus der Leitung. Es gibt daher grundsätzlich zwei Wege: Stilles Wasser mit wenig Calcium (Kalk) und Magnesium in Flaschen kaufen (z.B. Volvic) oder einen Wasserfilter * verwenden.

Als Alternative zum Wasserfilter sind die Bellima Wasserfächer * angetreten, die ich im Vergleich zu meinem derzeit verwendeten Brita Wasserfilter * getestet habe.

Was sind Bellima Wasserfächer und wie werden sie benutzt?

Die Bellima Wasserfächer bestehen aus Zellstoff und sind wie ein Fächer gefaltet, daher auch der Name. Das Material erinnert an Kaffeefilterpapier und ist mit einem Bändchen versehen, an dessen Ende wie bei einem Teebeutel ein kleines Papierschildchen befestigt ist. So lässt sich der Wasserfilter nach dem Gebrauch leicht entnehmen.

Ein Wasserfächer genügt laut Hersteller zur Aufbereitung von ca. einem Liter Leitungswasser. Du kannst den Fächer entweder einfach im Wasserkocher mitkochen oder ins kalte Wasser hängen. Bei kaltem Wasser muss der Wasserfächer aber längere Zeit im Wasser bleiben und am besten auch öfter umgerührt werden. Jeder Wasserfilter wird nur einmal benutzt und kann danach in den Biomüll. Die Standardpackungsgröße mit 30 Filtern reicht also für 30 Liter Wasser.

Was bewirkt der Wasserfächer?

Laut Hersteller befreit der Wasserfächer das Wasser von den Härtebildnern Calcium und Magnesium und gibt dafür pH-neutrale Kaliumionen und Citrat ab. Vorteil gegenüber vielen herkömmlichen Wasserfiltern sei, dass durch die einmalige Verwendung keine unerwünschten Keime entstehen können und daher auf den Keimschutz durch Silber verzichtet werden kann. Zudem besteht der Wasserfächer aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz/Cellulose) und kann nach Gebrauch im Altpapier oder Kompost entsorgt werden.

Der Test: Bellima Wasserfächer gegen Wasserfilter

Zum Test habe ich 0,75 Liter frisches Leítungswasser mit einem Bellima Wasserfächer im Wasserkocher aufkochen lassen und dann einen Darjeeling-Tee damit aufgegossen. Die Handhabung des Wasserfächers ist denkbar einfach: In den Wasserkocher hängen, Wasser aufkochen, fertig.

Wie vom Hersteller versprochen, bildete sich kein Teeschaum und keine Eintrübung auf der Oberfläche des Tees. Auch die bei reinem Leitungswasser entstehenden Verfärbungen in Kanne und Tasse blieben erfreulicherweise aus. Der Teegeschmack war gut, subjektiv empfunden etwas "stumpfer" als mit dem Wasser aus dem gewohnten Wasserfilter.

Mit Teststreifen für die Wasserhärte habe ich dann drei Wasserproben getestet: frisches Leitungswasser, das mit dem Wasserfächer aufbereitete Wasser und das Wasser aus dem Brita Wasserfilter. Vier Felder können sich dabei auf dem Teststreifen rot einfärben: 1 x rot = weiches Wasser, 2 x rot = mittelhart, 3 x rot = hart, 4 x rot = sehr hart.

Wie erwartet zeigte der Teststreifen für das frische Leitungswasser vier rote Felder, also sehr hartes Wasser. Das abgekühlte, mit dem Bellima Wasserfächer aufgekochte Wasser zeigte 3 rote Felder, was einer Verbesserung entspricht, aber immer noch hartes Wasser bedeutet. Bei dem Wasser, das mit dem Brita Wasserfilter aufbereitet wurde, war nur ein Feld rot, das zweite zeigte leichte Rotanteile, was für weiches bis mittelhartes Wasser steht. Bezogen auf die Wasserhärte hat also der Brita Wasserfilter die Nase vorn.

Die Kosten pro Liter Wasser

Aktuell werden die Wasserfächer für ca. 6 Euro pro 30er-Pack angeboten. Da je Liter Wasser ein Fächer benötigt wird, ergibt sich ein rechnerischer Preis von 0,20 Euro je Liter Wasser für den Wasserfächer.

Die Maxtra-Kartuschen für den Brita Wasserfilter kosten zwischen 5 und 8 Euro das Stück, die Anschaffungskosten für den Behälter nicht eingerechnet, weil es diesen oft in Starterpaketen quasi als Draufgabe zu den Kartuschen gibt. Da jede Filterkartusche ca. 30 Tage verwendet werden kann und einen Durchsatz von mehreren Litern je Tag bewältigen kann, setze ich mal 2 Liter je Tag Wasserdurchsatz an. Das sind 60 Liter für 30 Tage, was bei 8 Euro Kartuschenpreis ca. 0,14 Euro je Liter an Kosten ergibt. Wer die Kartuschen zu einem günstigeren Preis einkauft und mehr Wasser aufbereitet, liegt sogar noch deutlich unter diesem rechnerischen Preis.

Mein Fazit

Der Bellima Wasserfilter liefert ein befriedigendes Ergebnis. Er ist transportabel, damit gut für Reise und den Urlaub geeignet, und hat sehr gute Umwelteigenschaften. Das Ergebnis der Wasseraufbereitung ist allerdings nicht so gut wie mit dem Brita Wasserfilter, der auch auf der Kostenseite die Nase vorn hat. Beim (natürlich subjektiven) Tee-Geschmackstest hinterließ der Bellima Wasserfilter einen guten Eindruck, lag aber auch hier leicht hinter dem Wasserfilter.

Mein Tipp: Probier die Bellima Wasserfächer * einfach mal aus. Eine Verbesserung gegenüber reinem Leitungswasser solltest du damit erzielen - und für milde Teesorten lohnt sich das. Auch bei kräftigen Assam- und Ceylon-Teesorten wirst du damit weniger Teeränder in Tasse und Kanne haben, was schon optisch ein schöneres Trinkerlebnis bedeutet. Auf Dauer gesehen lohnt sich meines Erachtens dann aber doch die Anschaffung eines "richtigen" Wasserfilters *. Das Trink- und Geschmackserlebnis lässt sich damit nochmals steigern!

Links zum Thema

Bellima Wasserfächer bei amazon.de *
Website des Herstellers der Bellima Wasserfächer
Brita Wasserfilter Starterpaket bei amazon.de *
Wikipedia-Artikel zum Thema Wasserhärte

Gesundheit aus der Bienen-Hausapotheke

Honig und andere Bienenprodukte sind nicht nur lecker, sondern gelten auch als sehr gesundes Naschwerk. Schon seit Jahrtausenden glauben die Menschen an die Heilkraft der Bienenprodukte.

Ob in der Steinzeit, bei den Ägyptern, Griechen oder den alten Römern – Honig wurde immer als wohlschmeckend-kostbares Lebenselixier und Heilmittel angesehen und entsprechend teuer gehandelt. Heute gibt es Honig in jedem Supermarkt und das Wissen um den gesundheitlichen Nutzen reduziert sich in vielen Fällen auf eine "heiße Milch mit Honig".

Manfred Neuhold beschreibt in seinem Buch sowohl die Entstehung von Honig, Pollen, Propolis, Gelée Royal und Bienenwachs als auch die medizinischen Aspekte dieser Produkte. Denn Honig und andere Bienenprodukte sind eine ganz natürliche Hausapotheke.

Abgerundet wird das theoretische Wissen durch ausgewählte Rezepte zum Selbermachen. Eine interessante und anregende Lektüre.

Dieses Buch kaufen bei amazon.de:
Manfred Neuhold, Die Bienen-Hausapotheke *

Gesund durch "meditatives" Teetrinken

Meditation galt früher eher als Hobby von Esoterikern oder bestenfalls als fernöstliche Religionspraxis. Wissenschaftliche Studien belegen aber, dass meditative Entspannungs- und Atemübungen sehr positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben:
  • Laut Studien der Duke-Universität im amerikanischen Durham wird der Blutzuckerspiegel von Typ-II-Diabetikern durch Entspannungs- und Atemübungen genauso effektiv gesenkt wie durch Medikamente.
  • Die Universität Wisconsin fand heraus, dass nach 8 Wochen regelmäßiger Meditation die Immunabwehr deutlich gestärkt war und damit die Gefahr, z.B. an Grippe zu erkranken, deutlich gesenkt wird.
  • Amerikanische Langzeitstudien zeigten, dass meditierende Menschen 56 Prozent weniger Krankenhausaufenthalte hatten als Menschen, die nicht meditieren. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, von Hals und Lunge und sogar Krebs sollen demzufolge seltener auftreten.
  • Gerade bei jungen Migränepatienten ließen sich in 8 von 10 Fällen die Beschwerden durch Meditationsübungen deutlich lindern.
Das klingt doch gut, oder? - Und wenn ich das Gelesene jetzt weiter denke, dann komme ich zu dem Schluss, dass eine Teestunde doppelt gesund sein muss. Denn was ist eine Teestunde anderes, als eine kleine Meditation im Alltag!

Wir kommen zur Ruhe, atmen entspannt den Duft unseres Lieblingstees, erfreuen uns an der wundervollen Farbe des Tees in unserer Tasse - und die gesunden Inhaltsstoffe stärken uns zusätzlich. Ein Grund mehr also, täglich mindestens eine Teepause einzulegen!

Einkaufs-Tipp:
Biotee aus kontrolliertem Bio-Anbau bei Pure Tea *

Samstag, 2. Januar 2010

Rotbusch-Tee - Der Schatz aus Südafrika

Der Siegeszug eines unscheinbaren Strauchs

Rotbusch-Tee (Rooibos in Afrikaans) verdankt seinen Namen der Farbe des tiefroten Aufgusses und ist das Nationalgetränk Südafrikas. Gewonnen wird dieser Tee aus den Blättern und Zweigen eines unscheinbaren afrikanischen Strauchs. Er erinnert geschmacklich an Schwarzen Tee, eignet sich aber hervorragend als Abendtee, da er kein anregendes Teein (Koffein) enthält.

Im Jahre 1904 entdeckte der russische Einwanderer und Kaufmann Benjamin Ginsberg diesen Tee, als er einige erstaunlich jugendlich und gesund wirkende Einheimische bei der Zubereitung beobachtete. Er kostete das Getränk und war so begeistert, dass er ihn schon kurze Zeit später zu vermarkten begann. Ein Vierteljahrhundert später wurde die Rotbusch-Pflanze kultiviert und die industrielle Fertigung vorbereitet. Damit begann der Siegeszug dieses Tees in Europa, Südafrika und heute in der ganzen Welt.

Inzwischen ist Deutschland, nach Südafrika, einer der größten Verbraucher von Rotbuschtee.

Rooibusch-Tee-Angebote:
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Tee aus heimischen Kräutern und Früchten

Manfred Neuhold zeigt in seinem Buch "Tee aus heimischen Kräutern und Früchten" die Vielfalt der Wildkräuter und Früchte und wie aus ihnen schon seit alters her wohlschmeckende und gesunde Tee-Aufgüsse hergestellt werden. Dabei beschränkt er sich nicht auf eine Auflistung und Kurzbeschreibung der verschiedenen Sorten und ihrer positiven Wirkungen auf den menschlichen Organismus. In locker lesbarer Form erfreut er auch mit geschichtlichen Details und praktischen Anleitungen.

So erfahren wir unter anderem ganz nebenbei, woher der Name Rosmarin stammt und wie man aus Brombeerblättern einen wohlschmeckenden "schwarzen Tee" herstellen kann. Auch Tipps zum Sammeln, zur Verarbeitung und Zubereitung sowie zur Aufzucht von Kräutern im eigenen Garten, auf dem Balkon und der Fensterbank fehlen nicht. - Abgerundet wird dieses Kompendium schließlich durch eine kleine, aber feine Auswahl verschiedener Tee-Rezepte.

Ein rundum gelungenes Buch für alle Liebhaber des Kräuter- und Früchtetees und diejenigen, die es werden wollen.

Das Buch kaufen bei amazon.de:
Manfed Neuhold, Tee aus heimischen Kräutern und Früchten *

Neu übersetzt: Okakura, Das Buch vom Tee

Okakuras "Buch vom Tee" * ist ein Klassiker der Teeliteratur und erschien erstmals 1906 in New York. Es war das erste Buch, das der westlichen Welt die Hintergründe der japanischen Teezeremonie und die östliche Kultur verständlich näher brachte. Und es hat nichts von seiner Aktualität und philosophischen Poesie verloren.

Inhaltlich befasst sich Okakura in sieben Kapiteln mit dem Teeweg (Chado), seinen (chinesischen) Ursprüngen, seiner Verbindung zur Philosophie und dem Zen-Buddhismus sowie seinem Einfluss auf die japanische Kunst und Kultur. Es ist ein faszinierender, verständlicher und gut lesbarer Blick hinter die Kulissen der Teezeromie, die dem Westen auch heute noch zwar beeindruckend, aber doch gekünstelt und anstrengend erscheint.

Die erste deutsche Übersetzung lieferte Horst Hammitzsch für den Insel-Verlag. Jetzt, mehr als 100 Jahre nach Erscheinen des englischen Originals, hat Kim Landgraf für den Anaconda-Verlag eine durchaus gelungene Neuübersetzung gewagt. Diese neue Übersetzung ist weniger verschnörkelt und wirkt moderner. Trotzdem geht meines Erachtens die Poetik des Textes nicht verloren.

Gestalterisch hätte der Verlag allerdings etwas sorgfältiger vorgehen können: Die Kapitelüberschriften wurden zwar (gut gemeint) mit dem Ornament des Buchcovers hinterlegt, sind aber dadurch leider kaum noch zu entziffern. Hier hätte meiner Ansicht nach entweder das Ornament aufgehellt oder als schmalerer Streifen eingesetzt werden müssen. (Leider gilt das auch noch für die Neuauflage 2011.)

Dennoch: Für den aktuellen Preis von 4,95 Euro (Neuauflage 2011) ist das Buch ein ideales Mitnehm- und Verschenk-Buch für alle Teefreunde!

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Freitag, 1. Januar 2010

Pu der Bär und asiatische Philosophie

Asiatische Philosophie und ein Kinderbuch - was hat das hier zu suchen? Denkst du etwa: Für Kinderbücher bin ich zu alt und Philosophie ist mir zu trocken? Außerdem: Was hat das alles mit Tee zu tun? Lies weiter und du erfährst es.

In den asiatischen Ländern, speziell in Japan und China, folgen viele Menschen auch im Alltag ganz selbstverständlich dem "Teeweg" (cha-do). Da die Teekultur in Asien stark von buddhistischen Mönchen geprägt wurde, hat Teegenuss immer auch etwas mit asiatischer Philosophie, Zen und Taoismus zu tun. Europäer finden aber oft nur schwer Zugang zu diesen Formen der asiatischen Weltsicht.

Hilfreich für das Verständnis - und zudem extrem unterhaltsam - ist eines meiner persönlichen Lieblingsbücher, das ich dir heute ans Herz legen möchte: Benjamin Hoff, Tao Te Puh *.

Benjamin Hoff spielt hier gekonnt mit der Figur "Pu der Bär" und den Geschichten aus dem Kinderbuch Pu der Bär von A. A. Milne *. Der Plot ist so einfach wie genial: Hoff sitzt am Schreibtisch und schreibt an seinem Buch. Er will die Philosophie des chinesischen Taoismus anhand der Geschichten um Pu den Bären erklären. Denn in diesen Geschichten sind bereits alle grundlegenden Elemente dieser Philosophie zu finden. Er bekommt allerdings immer wieder Besuch von Pu, der ihm viele neugierige Fragen stellt. So wird aus dem ganzen Buch mehr ein Zwiegespräch zwischen Hoff und Pu, angereichert mit philosophischen Geschichten und Auszügen der Bücher "Pu der Bär" und "Pu baut ein Haus".

Die unbefangene, direkte und einfältig erscheinende Art dieses Bären bringt Hoff letztlich dazu, uns eine verständliche und amüsante Einführung in die asiatische Philosophie zu geben. Wir erfahren in spielerischer Leichtigkeit, was es eigentlich mit dem Tao, dem Yin und Yang und der asiatischen Philosophie auf sich hat. Und Hoff zeigt uns, dass "Pu der Bär" jede Menge mit dem Taoismus zu tun hat.

Sogar Universitätsprofessoren haben sich inzwischen der Figur Pu bedient, um Philosophie und Management-Techniken in verständlicher Weise zu erklären. Dabei ist es diesen Autoren leider nicht immer gelungen, ihren Geschichten auch Leben einzuhauchen.

Anders Benjamin Hoff: Sein Tao Te Puh * ist quicklebendig, originell und in meinen Augen das gelungenste Buch dieser Art.

Die deutsche Übersetzung der Pu-Gedichte durch Erika Ifang macht dieses Buch allein schon zu einem Lesegenuss. Hier findet sich meiner Meinung nach die bestmögliche Übertragung der Worte A. A. Milnes ins Deutsche. Im direkten Vergleich sieht dann auch ein viel gelobter Harry Rowohlt alt aus. Er möge mir mein Urteil nachsehen. – Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!

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Pu der Bär im englischen Original *

Ellis Avery: Die Teemeisterin (Roman)

Ellis Avery schildert in ihrem Roman "Die Teemeisterin" * die dramatische Wandlungsphase Japans zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wir erleben das Eindringen der westlichen Kultur aus dem Blickwinkel eines jungen westlichen Mädchens, das als Adoptivkind und Bedienstete in einer wohlhabenden japanischen Teemeister-Familie zur Frau heranreift.

Die Geschichte

Die Geschichte beginnt im New York des Jahres 1856. Von dort bricht die neunjährige Aurelia zusammen mit ihrem Onkel, einem fanatischen Missionar, nach Japan auf. Als sie vor den Zudringlichkeiten ihres Onkels flieht, findet sie Schutz im Teehaus des mächtigsten Teemeisters der Stadt. Sie wird Freundin und Vertraute seiner Tochter Yukako. Heimlich beobachten die beiden den Teemeister bei der Unterweisung seiner Schüler. So erlernen sie die Kunst der Teezeremonie, die zu dieser Zeit nur den Männern gestattet ist.

Doch Yukako gibt ihr heimlich erworbenes Wissen nicht nur an Aurelia weiter. Sie hat ganz eigene Vorstellungen davon, wie sich der Teeweg weiterentwickeln sollte. Diese umzusetzen ist ihr erst viel später und nur unter großen Schwierigkeiten möglich.

Meine Meinung

"Die Teemeisterin" ist ein eher stilles Buch, durchaus vergleichbar mit der Atmosphäre der ruhigen japanischen Teezeremonie. Für mein Empfinden oft etwas zu ruhig in seiner Schilderung, zu wenig fesselnd und packend. Vor allem hätte ich mir gewünscht, die Teezeremonie und ihre Philosophie ausführlicher geschildert zu finden.

Leider hat die Autorin auch mindestens einen groben Fehler in ihren Schilderungen gemacht, z.B.: "dann starb der Shogun, und nun trug ganz Japan Schwarz." Die Farbe der Trauer ist in Japan aber nicht Schwarz sondern Weiß (Wikipedia-Artikel). Immerhin zieht sich dieser Fehler (fast) stringent durch das Buch. - So frage ich mich, ob sich nicht auch an anderen Stellen grobe Fehler eingeschlichen haben mögen.

Obwohl das Buch u.a. für den Kiriyama Prize nominiert wurde, kann ich mich den folgenden Pressestimmen nicht uneingeschränkt anschließen:
  • "Ein Roman wie eine Teezeremonie - er stimuliert den Geist und alle Sinne." (Los Angeles Times)
  • "Für alle Leser, die sich für die Historie Japans interessieren, ein Muss." (USA Today)
Abgesehen von dem bereits erwähnten Fehler, hätte die Autorin meiner Meinung nach mehr aus dem Thema machen können.

Links zum Thema

Buchtipp: Teestunde für Genießer

Ein wunderschönes Geschenk für Teefreunde und der ideale Begleiter zu einer gemütlich-besinnlichen Teestunde:

Das Buch Teestunde für Genießer * aus dem Verlag ars vivendi ist anregend und belebend wie ein frischer Tee. Wunderschöne Fotografien, Zitate und Rezepte zeigen die bunte Vielfalt der Teewelt und laden ein zum Genuss, zu Gedankenreisen und verschiedensten Küchen-Experimenten.

Die rundum gelungene Mischung aus Farbfotos, kleinen Geschichten, Zitaten und Rezepten spielt sehr ansprechend mit Farben, Formen und Seitengestaltung. Die 125 Seiten gliedern sich dabei in sieben Kapitel: Tee-Legenden, Philosophie des Teetrinkens, internationale Teerezepte, Wirkungen des Tees, internationale Teezeremonien und Teebräuche, Rezepte für Teegebäck und Rezepte mit Tee.

Die überarbeitete Neuauflage 2008 bietet den Bildern und Texten durch ihr breiteres Format noch mehr Raum zur Entfaltung. Das neue Titelbild ist mir persönlich zwar etwas zu dunkel und unruhig - aber der Inhalt des Buches begeistert mich nach wie vor.

Darum mein Fazit: Ein Muss (nicht nur) für alle, die schöne Teebücher sammeln!

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