Informationen für Genießer rund um den Tee

Neuigkeiten, Gedanken und Entdeckungen zum Thema Tee findest du hier im Tee-Tagebuch. Einen guten Tee in der Tasse, anregende Unterhaltung und viel Spaß bei der Lektüre wünscht dir
Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

Auf dieser Seite findest du alle Beiträge zu Tee-Büchern und Interviews mit Tee-Buch-Autorinnen und -Autoren, die bisher im Tee-Tagebuch.de veröffentlicht wurden. Viel Spaß bei der Lektüre!

Ostfriesentee-Überraschung: Dat Wulkje und die Tee-Tied

In dieser Woche erreichte mich ein Überraschungs-Päckchen aus Ostfriesland, genauer aus Großefehn-Holtrop. Absender war Familie Schäfer von "Dat Wulkje" (für Nicht-Nordlichter - das heißt: "das Wölkchen"). Diesen Namen trägt eine Pension mit angeschlossener Teestube im kleinen Örtchen Holtrop in der Nähe von Aurich, im Herzen Ostfrieslands. Der Name "Dat Wulkje" spielt auch auf die geliebten Sahne-Wölkchen an, die in der Tee-Zeremonie Ostfrieslands eine wichtige Rolle spielen.

Überraschungs-Päckchen von "Dat Wulkje"
Der Inhalt des Überraschungs-Päckchens von "Dat Wulkje".

Im Päckchen fand ich neben der Ostfriesentee-Hausmischung "Dat Wulkje", zwei selbstgemachte Marmeladen, einen ebenfalls selbst gemachten Chai-Gewürzzucker, eine Packung weißer Kluntje (den großen Kandiszucker), eine Visitenkarte der Pension und einen handgeschriebenen Brief.

Die Hausmischung des Ostfriesentees habe ich heute probiert (allerdings pur, ohne die klassischen Zutaten Klunte und Rahm). Maßvoll dosiert mit drei schwach gehäuften Teelöffeln auf einen halben Liter weiches Wasser und bei fünf Minuten Ziehzeit zeigte der Tee das erwartet angenehm-kräftige Aroma. Die Tassenfarbe war ein dunkles Rot-Braun, das an Kastanien erinnert.

Ostfriesische Tee-Zeremonie


In der ostfriesischen Teezeremonie hätte natürlich ein Kluntje in die Tasse gehört, das beim Einschenken des heißen Tees wie ein Kaminfeuer leise geknistert hätte. Anschließend wäre mit einem Sahnelöffel etwas kühle Sahne hinzugegeben worden. Diese hätte ich am Tassenrand entlang und entgegen dem Uhrzeigersinn vorsichtig in den Tee gegeben. Warum entgegen dem Uhrzeigersinn? Ganz einfach: Weil man so die Zeit anhalten kann .... ;-)

Die helle Sahne wäre dann zunächst im dunklen Tee versunken, um dann in Form kleiner Wölkchen (du erinnerst dich: "dat Wulkje") wieder aufzusteigen. Auf keinen Fall solltest du den Tee jetzt umrühren, auch wenn ein kleiner Löffel neben der Tasse liegen sollte. Den Tee genießt du in drei Etappen: Zunächst schmeckst du die kühl-cremige Mischung aus Sahne und Tee, dann kommt der fast pure kräftig-aromatische Tee und zum Schluss schmeckst du die Süße des Kandiszuckers, der als "Kluntje" unten in der Teetasse ruht.

In Ostfriesland gilt der Spruch "dree Tassen Tee, dat is Ostfreesenrecht" - der Höflichkeit halber solltest du also drei Tassen Tee trinken, wenn sie dir von einem Ostfriesen angeboten werden. Wenn du genügend Tee in dir spürst, stellst du den Teelöffel in die Tasse. Dann wird dir kein Tee mehr nachgeschenkt. Ansonsten ergeht es dir wie dem Pastor, der Tasse um Tasse Tee trinken musste, weil er diesen Brauch nicht beachtete.

Die "Dat Wulkje"-Ostfriesenmischung


Die Hausmischung von Dat Wulkje ist eine typische Ostfriesenmischung, die allerdings in dieser Zusammensetzung nur dort erhältlich ist, so die Eigentümer. Der Tee bittert nicht nach, so dass er wie in Ostfriesland üblich, mehrmals aufgegossen werden kann bzw. die Teekanne immer wieder mit heißem Wasser aufgefüllt wird.

Die beiden hausgemachten Marmeladen, Aprikose-Mandel und Earl Grey, sind (selbst für einen Nicht-Marmeladen-Fan wie mich) sehr schmackhaft und werden den Pensionsgästen mit selbstgebackenem Brot gereicht. Der ebenfalls selbst gemachte Chai-Gewürzzucker riecht intensiv würzig und soll jedem Schwarztee zusammen mit Milch zu einem leckeren Chai werden lassen. Da ich meine Tees lieber pur trinke, habe ich das heute nicht ausprobiert. Aber an kalten Winterabenden kommt sicher die Lust auf einen wärmenden Chai und damit die Stunde dieses Geschenks!

Wer in der Nähe von Aurich unterwegs ist, eine Unterkunft sucht und Lust auf eine Teestunde bekommt, kann einen Abstecher zu "Dat Wulkje" machen. Ruft aber vorher an, da die Teestube zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen geschlossen ist:

Dat Wulkje - Pension - Holtruper Teestube
Dat Wulkje - Pension - Holtruper Teestube

Bücher über die ostfriesische Teekultur


Wenn du mehr über die ostfriesische Teekultur (und den Tee) erfahren möchtest, findest du schöne Fotos und einige Informationen im Buch "Tee-Tied" von Tirza Renzenberg:

Tee-Tied - Die ostfriesische Teekultur
Tirza Renzenberg: Tee-Tied - Die ostfriesische Teekultur,
Grabener-Verlag, Kiel, ISBN 978-3-925573-39-2,
1. Auflage aus dem Jahr 2009

Da dieses Buch nur noch antiquarisch erhältlich ist, ist "Das Buch vom ostfriesischen Tee" von Johannes Haddinga eine (noch erhältliche) Alternative. Oder du schaust dich bei meinem Buch-Tipps rund um das Thema Tee um.

Vielen Dank an Familie Schäfer für die schöne Überraschung. Gemütliche Teestunden wünsche ich!

Frisch ausgepackt: Tee-Service aus Glas

Im Gaiwan-Shop gibt es ein schönes, handgefertigtes Tee-Service aus Borosilikat-Glas. Das Tee-Service möchte ich euch in einer kleinen Fotostrecke vorstellen.


Hier die Beschreibung des Sets, wie sie im Shop zu finden ist:

Mit diesem Tee-Service aus hitzebeständigem handgefertigtem Borosilikatglas machen Sie Ihre Teezeremonie zu einem besonderen Erlebnis. Klassische Formen minimalistisch umgesetzt aus hochtransparentem Glas erlauben einen unverdeckten Blick auf den Tee. Die kleine Spirale aus Edelstahl hält das Teeblatt in der Kanne zurück. Und feiner Tee-Satz wird noch von dem mitgeliefertem sehr feinen Sieb herausgefiltert. Die doppelwandig gefertigten Teeschalen halten den Tee länger warm.
Inhalt:
1 x Teekanne, 200 ml
1 x Ausschankkanne, 200 ml
1 x Teesieb mit Ständer
4 x Thermoschale, ca. 40 ml
Bis auf das Teesieb sind alle Bestandteile dieses Tee-Service spülmaschinenfest.

Genau dieses Tee-Set steht jetzt vor mir - also packen wir es aus und schauen es genauer an:



  


  

 

  

Mein Eindruck und meine Meinung


Die Lieferung der Ware erfolgte schnell und bruchsicher verpackt.

Nach dem Auspacken steht ein sehr schönes Glas-Tee-Set vor mir, in dem der Tee richtig zur Geltung kommen kann. Beim Aufguss kannst du genau beobachten, wie sich die Teeblätter im Wasser entfalten. Auch die leuchtende Farbe des Aufgusses kommt hier sehr schön zur Geltung. Durch das kleine Lüftungsloch im Deckel gibt es beim Ausschenken den notwendigen Druckausgleich, so dass ein gleichmäßiger Teefluss gewährleistet ist.

Das Tüllensieb aus Edelstahl hält die Teeblätter in der Glaskanne. In Kombination mit dem sehr feinen Extra-Filter gelangen auch die feineren Teepartikel nicht in die Servierkanne und die Tassen. So kommst du im wahrsten Wortsinne zu einem "ungetrübten" Tee-Genuss.

Der kleine Ständer für das Teesieb ist unten offen - hier solltest du also etwas unterlegen, um später keine Tropfspuren auf dem Tisch oder der Tischdecke zu haben. Dafür genügt schon ein kleiner Untersetzer - stilvoller geht es natürlich mit einem Tee-Tablett. Das feine Netz im Teesieb scheint aus einem Nylongewebe zu bestehen, das mit einem (verschmolzenen?) Nylonfaden am Glastrichter befestigt ist. Vermutlich eignet es sich aus diesem Grund als einziges Teil auch nicht für die Reinigung im Geschirrspüler.

In den doppelwandigen Teeschalen schwebt der Tee quasi in der Luft - ein faszinierender Effekt. Die Schalen lassen sich auch bei heißem Tee anfassen, ohne dass die Finger mit Hitze in Berührung kommen. Nur beim Trinken musst du aufpassen, dass du dir nicht den Mund verbrennst, da der Tee dank der Doppelwandigkeit der Gläser länger heiß bleibt. Allerdings kannst du den Tee problemlos vorab in der Ausschankkanne auf Trinktemperatur abkühlen lassen.

Die Reinigung des Sets geht - bis auf den Filter - problemlos in der Spülmaschine. Du musst allerdings darauf achten, dass die kleinen Glasteile sicher verstaut sind und nicht vom kräftigen Wasserstrahl durch die Spülmaschine geschleudert werden können.

Tee in Kleinstpackungen


Passend zum gerade vorgestellten Tee-Set gibt es im Gaiwan-Shop jetzt auch Premium-Tees in aromaschützenden Kleinstpackungen. Die Tees werden ab 24 Gramm verkauft und sind jeweils in 6-Gramm-Packungen einzeln aromadicht verpackt.

Vorteil der 6-Gramm-Packungen: Du hast immer eine passende Menge für 0,6 bis 1 Liter Tee zur Hand, ohne gleich eine große Packung öffnen zu müssen. So bleiben die restlichen 6-Gramm-Päckchen länger frisch. Klarer Nachteil: Es entsteht mehr Verpackungsmüll.

Hier zum guten Schluss noch einmal alle Links zu den Angeboten im Gaiwan-Shop:


Gemütliche Teestunden!

Sechs neue Tees aus dem Nisima-Sortiment

Im Januar dieses Jahres hatte ich bereits über das Oolong-Tee-Set von Nisima berichtet. Seit einigen Tagen gibt es sechs neue Schwarztees aus Taiwan, Indien und Nepal im Sortiment dieses Teehändlers, von denen ich jetzt Muster vorliegen habe.

Sechs neue Schwarztees aus dem Sortiment von Nisima.

Folgende Tees habe ich als Muster erhalten:


Das trockene Blatt der Tees zeigt wieder einmal wunderschön, wie vielfältig in Blattform und Farbe allein schon die Welt des Schwarztees ist:

 

 

 

Ein wunderschönes Farbenspiel, sehr unterschiedliche Blattgrößen - und ganz unterschiedliche, dezente Duftnoten, die von dunkel-malzig bis zu frischen Heunoten reichen.

Der Honey Black aus Hualien in Taiwan


Für den von Sonne und Gewitter-Regen geprägten Samstag habe ich mir zunächst den Honey Black aus Taiwan ausgesucht. Schwarztees aus Taiwan sind meist echte Perlen, dementsprechend hoch sind meine Erwartungen. Schon im trockenen Blatt erschnuppere ich bei diesem Tee dunkel-malzige Akzente. Die Beschreibung dieses Tees im Nisima-Shop schraubt meine Erwartungen weiter in die Höhe:

Der Honey Black ist ein süßlicher Vertreter des Schwarztees und schmeckt anders als jeder Schwarze Tee, den Sie bisher getrunken haben.
Honigsüße Nuancen vereinen sich mit kakaoartigen Noten, die den ausgewogenen Körper lieblich wirken lassen. Dieser Tee wird sicherlich Kaffeetrinkern sehr gut gefallen, die ihren Kaffee gerne etwas gesüßt genießen. Nur kommt dieser Tee gänzlich ohne ungesunden Zucker aus. Der karamellartige Abgang verleiht dem Tee einen langanhaltenden, honigsüßen Nachgeschmack.

Dem einleitenden Satz darf zumindest ich widersprechen, denn ich hatte schon einige Male das Vergnügen, Schwarztees dieser Machart und Geschmacksrichtung in der Tasse zu haben. Aber ich mag diese Tees sehr gern. Darum freue ich mich auf die Verkostung.

Die Zubereitungsempfehlung lautet: 3,5 Gramm mit 100 ml kochendem Wasser aufgießen. Dabei werden insgesamt drei Aufgüsse mit Ziehzeiten von 30, dann 40 und zuletzt 55 Sekunden empfohlen. Hier ein paar Impressionen meiner kleinen Teestunde:


 


 

Der Tee zeigt in allen drei Aufgüssen eine goldbraune, intensive Tassenfarbe. Das feuchte Blatt duftet dunkel-malzig. Der Aufguss zeigt malzige, kramellige und leicht süßliche Noten, die lange im Mund bleiben. Die Farbe im Zusammenspiel mit dem leicht süßlichen Geschmack lässt mich an Waldhonig denken. Ein sehr schöner Tee, der sich wunderbar für die Zubereitung im Stil des Gong Fu Cha eignet (hohe Dosierung, mehrfache Aufgüsse, kurze Ziehzeiten). Und ich hatte den Eindruck, dass der Tee durchaus noch einen vierten und fünften Aufguss vertragen könnte.

Dieser Tee ist seinen Preis von 11,90 Euro für 50 Gramm in jedem Fall wert.

Black Elephant aus Nantou in Taiwan


Am heutigen, sonnigeren Sonntag fiel meine Wahl auf den schwarzen Elefanten aus Taiwan. Der Black Elephant hat große, leicht in sich gedrehte, dunkle Blätter, die einen ganz dezent malzigen Duft verströmen.

Der Black Elephant aus Nantou in Taiwan.

Im Nisima-Shop liest sich die Beschreibung und Zubereitungsempfehlung für diesen Schwarztee wie folgt:

Der großblättrige Schwarztee Black Elephant stammt aus einer biodiversen Plantage in Zentraltaiwan. Sein mineralisches Aroma mit Noten von Kakaobutter verdankt er dem speziellen Elephant Kultivar, welches ursprünglich aus Burma kommt. Es war bis in die 1960er Jahre in Taiwan sehr populär. Jetzt wurde es wiederentdeckt, wird in geringen Mengen wieder produziert und begeistert durch seine Ergiebigkeit und seinen intensiven, warmen Aromen. 
Zubereitungsempfehlung im Gaiwan: 3,5 Gramm (ca. 2,5 gehäufte Teelöffel) auf 100 ml kochendes Wasser und bis zu vier Aufgüsse (45, 30, 40, 55 Sekunden).

In der Tasse zeigt der Tee eine dunkle rot-braune Farbe und entfaltet seine Blätter mit jedem Aufguss immer mehr. Geschmacklich dominieren in den ersten beiden Aufgüssen herbe Kakaonoten, die ab dem dritten Aufguss verschwinden und den Tee nun etwas süßer wirken lassen. Ich finde hier allerdings nicht die karamellige Süße, die beim Honey Black zu finden war.


 
 

Auch im fünften Aufguss hat der Tee noch genügend Kraft.

Vier Aufgüsse verkraftet dieser Tee locker, wenn man ihn im Stil des Gong Fu Cha zubereitet. Selbst ein fünfter Aufguss bringt noch eine intensive Farbe in die Tasse und erfreut mit mildem Geschmack. Es lohnt sich also auch hier, mit den Ziehzeiten und der Dosierung zu spielen.

Den Preis von 16,90 Euro für 50 Gramm ist der Black Elephant in Anbetracht der Ergiebigkeit wert.

Mein Fazit


Auch wenn ich erst zwei der sechs Teemuster verkostet habe, möchte ich schon ein erstes Fazit ziehen: Das Team von Nisima hat wieder ein gutes Gespür für spannende Tees bewiesen. Die Qualität der Tees, die Präsentation im Shop, die Zubereitungs-Empfehlungen und Preisgestaltung sind professionell und gelungen. Diesen jungen Teeshop werde ich im Auge behalten und bin gespannt auf die weitere Entwicklung!

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