Informationen für Genießer rund um den Tee

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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

Auf dieser Seite findest du alle Beiträge zu Tee-Büchern und Interviews mit Tee-Buch-Autorinnen und -Autoren, die bisher im Tee-Tagebuch.de veröffentlicht wurden. Viel Spaß bei der Lektüre!

Eiskalter Genuss: Teeflasche für den Tee-Kaltaufguss

Beim Begriff Eistee denken die meisten Menschen vermutlich an Tetrapacks aus dem Supermarkt oder an stark aufgebrühten, gezuckerten Schwarztee mit Zitrone, der über Eiswürfel geschüttet wurde, um ihn wieder erkalten zulassen. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, Tee in kalter Form zu genießen. Dazu werden die Teeblätter oder Teebeutel einfach mit kaltem Wasser übergossen und einige Stunden in den Kühlschrank gestellt.

Ist es eine verrückte Idee, Tee mit kaltem Wasser aufzugießen? Nein! Kommt dabei überhaupt ein schmackhafter Tee zustande? Ja!

Im wissenschaftlichen Bereich, zum Beispiel in der Pharmazie, ist dieses Verfahren auch unter dem Fachbegriff "Kaltauszug" oder "Mazeration" bekannt. Es dient dazu, bestimmte Wirkstoffe aus einem festen Stoff (hier Tee) durch die umgebende Flüssigkeit (in diesem Fall Wasser) zu lösen. Durch das kalte Wasser (im Sinne von Raumtemperatur) wird dabei vermieden, dass bestimmte unerwünschte Stoffe gelöst werden. Im Fall des Tees sind das die Bitterstoffe. Durch den Kaltaufguss entsteht ein aromatischer Tee, der auch nach einigen Stunden Ziehzeit nicht oder kaum bitter wird. Besonderes Zubehör brauchst du dafür eigentlich nicht. Aber schönes Zubehör kann den Genuss noch steigern.

Hübsches Zubehör für den Kaltaufguss: die Eis-Tee-Flasche


Vom Tee Kontor Kiel habe ich jetzt zusammen mit einigen Teeproben eine Tee-Flasche erhalten, die sich besonders gut für den Kaltaufguss eignet und dabei auch noch toll aussieht. Die aus Japan stammende Eisteeflasche erinnert stark an eine Weinflasche. Das betont die Ähnlichkeiten zwischen Tee und Wein, die ja durchaus vorhanden sind. So wird der Eistee auch optisch eine schöne, sommerliche Alternative zum Glas Wein. Und wer möchte, kann den kühlen Tee dann auch in Weingläsern servieren.

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee
"Eisteeflasche" für den Kaltaufguss von Tee.

Der Lieferumfang


Die Teeflasche wird in einem hübsch gestalteten Karton geliefert und besteht aus vier Teilen: Hauptbestandteil ist eine Karaffe aus Borosilikat-Glas, die laut dem beiliegenden Infoblatt bis zu 750 ml Wasser fasst. Auf diesem Glaskörper steckt das Oberteil aus Silikon mit integriertem Kunststoff-Filter und Silikon-"Korken". Die Silikonteile gibt es in den Varianten grün und rot. Ich habe die grüne Variante getestet.

Das Abnehmen und Aufstecken des Silikonteils geht leicht und hält die Flasche dicht verschlossen. Oben im Silikonteil steckt eine Art Silikon-Korken, der mich an die Korken-Konstruktion bei Sherry-Flaschen erinnert - nur dass der Korken hier komplett aus Silikon geformt und innen hohl ist. Auch dieser Korken sitzt passgenau, leichtgängig und dicht an seinem Platz.

Das innen im Silikonteil integrierte Kunststoff-Sieb lässt sich mit einer kleinen Drehung herauslösen, so dass alle Teile für die leichte Reinigung in den Geschirrspüler passen oder schnell von Hand gespült werden können. Die Lochung des Siebs ist relativ fein. Hier musste sicherlich ein Mittelweg gefunden werden, der einerseits möglichst viel Blattgut in der Flasche hält, andererseits aber das Ausschenken des Tees nicht behindert. Ob das funktioniert, erfährst du weiter unten.

Festhalten solltest du die Flasche immer am Glasteil, da der Silikonteil nur aufgesteckt wird, aber keine Gewinde-Halterung hat. Hältst du die Teeflasche am Silikonhals, besteht die Gefahr, dass sich gerade im befüllten Zustand der Glasteil löst und herunterfällt. Zudem solltest du nicht mit einem Metall-Löffel im Glas rühren, da hier ebenfalls das Risiko besteht, das Glas zu beschädigen. Außerdem wird davon abgeraten, mit scheuerndem Reinigungsgerät zu arbeiten, da Glas oder Silikon zerkratzen könnten.

Im Prinzip könntest du den Tee zwar auch mit heißem Wasser aufgießen, allerdings ist das Glas nicht doppelwandig und hat keinen Henkel. So würdest du dir also schnell die Finger verbrennen. Auch das aufgesteckte Silikon-Oberteil würde vermutlich nicht mehr richtig dicht sitzen. Diese Eisteeflasche ist also wirklich nur für den Kaltaufguss geeignet.

Hier siehst du die Flasche und ihre einzelnen Bestandteile:

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee

Im letzten Bild oben sind die kleinen Punkte zu sehen, die die Füllmenge anzeigen: 400 ml, 600 ml bzw. 750 ml. Das ist hier in der Gebrauchsanleitung auch noch einmal zu sehen:

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee
Ein Teil der Gebrauchsanleitung für die Teeflasche.

Die Gebrauchsanleitung ist leider nur in englischer und japanischer Fassung enthalten. Aber der Gebrauch ist letztlich selbsterklärend: Silikon-Oberteil abnehmen, Tee in den Glaszylinder geben, kaltes Wasser drauf, Silikon-Oberteil wieder aufsetzen und ab in den Kühlschrank. Nach drei bis sechs Stunden ist der Eistee dann genussfertig. Das lässt sich also auch prima abends vorbereiten, so dass der Eistee morgens genussfertig ist.

Ich persönlich würde allerdings keine Früchte- oder Kräutertees für den Kaltaufguss verwenden. Meines Wissens besteht hier die Gefahr, dass sich Keime, im schlimmsten Fall sogar Salmonellen bilden und vermehren können, die nur durch einen Aufguss mit kochendem Wasser und Ziehzeiten von mehr als fünf Minuten zuverlässig abgetötet werden. Bei "echtem" Tee (also aus der Pflanze Camellia sinensis) besteht diese Gefahr aufgrund der Inhaltsstoffe, der Erntemethode und Weiterverarbeitung meines Wissens nicht.

Die zum Lieferzeitpunkt auf dem Glas befindlichen Aufkleber lassen sich leicht und nahezu rückstandslos entfernen. Du solltest sie aber langsam und mit Bedacht abziehen, da sie sonst einreißen können und dann schwerer zu entfernen sind.

Die Eisteeflasche im Praxis-Test


Die Zubereitung ist wie bereits erwähnt simpel: Teeblätter (oder Teebeutel) in den Glasbehälter geben, kaltes Wasser frisch aus der Leitung oder aus dem Wasserfilter drauf, Silikon-Oberteil inklusive Filter und Silikon-Korken aufstecken, ggf. einmal durchschwenken und ab in den Kühlschrank damit:

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee


Bevor ich die Flasche in den Kühlschrank gestellt habe, habe ich sie auch einmal mit dem Kopf nach unten über das Spülbecken gehalten: Alles dicht, da tropft nichts heraus. Wie oben in den Fotos zu sehen ist, setzt sich ein Teil der Teeblätter auf dem Boden ab, während ein großer Teil noch an der Wasseroberfläche schwebt. Die Blätter lassen sich in der Flasche sehr schön beobachten.

Ich habe den Tee bewusst etwas höher dosiert und einen Darjeeling First Flush gewählt, wie ich ihn sonst (als Heißgetränk) zum Frühstück genieße. Ich bin gespannt, wie der jetzt kalt aufgegossene Darjeeling in ein paar Stunden aussehen und schmecken wird. Um ein möglichst intensives Geschmackserlebnis zu erhalten, werde ich den Aufguss über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen - also deutlich länger als die drei bis sechs Stunden.

Das Kaltaufguss-Ergebnis


Für meinen kalt aufgegossenen Tee habe ich die Teeblätter großzügig dosiert, also ungefähr die doppelte Menge an Blattgut verwendet, die ich beim Aufbrühen mit heißem Wasser genommen hätte. Außerdem hat der Kaltaufguss über Nacht im Kühlschrank gestanden und bis zu meiner ersten Verkostung somit gute 12 Stunden gezogen. Hier zunächst das Ergebnis im Bild:

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee

Eisteeflasche - Kaltaufguss von Tee

Das Ausschenken aus der Flasche in eine Servierkanne und die Teeschale klappte vollkommen problemlos. Nur ganz wenige kleine Teeblättchen fanden den Weg durch das Sieb in die Kanne. Der Aufguss zeigt eine schöne, intensive Farbe, die mich an Honig oder Apfelsaft erinnert. In der kleinen Glasschale, aus der ich den Tee verkostet habe, wirkte der Tee heller.

Geschmacklich ist der Aufguss sehr aromatisch mit ein ganz wenig Bitterkeit, die in diesem Fall aber auf die hohe Dosierung und sehr lange Ziehzeit zurückzuführen sind. Normal dosiert und bei einer Ziehzeit von drei bis sechs Stunden, dürft der Tee eigentlich keine Bitterstoffe enthalten, trotzdem aber bereits ein schönes, volles Aroma bieten.

Wer keine Lust auf kalten Tee hat, der kann (auch wenn es frevelhaft klingt) diesen Kaltaufguss zur Not auch in der Mikrowelle erhitzen. Du solltest dabei aber möglichst ein abgedecktes Gefäß verwenden, damit die aromatischen Stoffe des Tees beim Erhitzen nicht verfliegen. Sicher nicht im Sinne des Erfinders - aber es funktioniert und schmeckt!

Mein Fazit


Die Eisteeflasche ist ein optisches Highlight für den Kaltaufguss von Tee, das auch in seiner Funktionalität überzeugt. Die Tee-Blätter lassen sich sehr gut beobachten, die Farbe des Tees kommt schön zur Geltung und du kannst direkt aus der Flasche servieren oder - so wie ich es gemacht habe - den Tee in eine Servierkanne umfüllen. Als Trinkgefäß passen hier sowohl Weingläser als auch doppelwandige Teeschalen aus Glas, die dem kühlen Tee dann auch beim Genießen den richtigen Rahmen geben.

Die Zubereitung als Kaltaufguss ist für fast alle Teesorten geeignet (ausgenommen Früchte- und Kräuteraufgüsse). Probier es einfach mal mit einem deiner Lieblingstees aus. Du wirst ganz neue Seiten am Tee entdecken, da die Bitterstoffe gar nicht oder nicht so stark gelöst werden wie bei einem Aufguss mit kochendem Wasser. Mit Teemenge und Ziehzeit musst du etwas experimentieren, bis du den für dich optimalen Geschmack herauskitzelst. Du kannst dir ja problemlos während der Ziehzeit immer mal ein kleines Tässchen Tee aus der Flasche einschenken und probieren.

Ob das Ergebnis bei aromatisierten Tees überzeugen kann, weiß ich nicht, da ich diese generell nicht trinke. Aber wie heißt es so schön: Versuch macht klug!

Bezugsquellen


HARIO Eisteeflasche (grün) beim Tee Kontor Kiel
HARIO Eisteeflasche (rot) beim Tee Kontor Kiel

HARIO Eisteeflasche (grün) bei amazon.de
HARIO Eisteeflasche (rot) bei amazon.de

Neuigkeiten beim Tee-Abo von Cuppabox

Über das Tee-Abo-Angebot von Cuppabox hatte ich im April bereits berichtet. Inzwischen hat der Anbieter die Auswahlmöglichkeiten für die Tees erweitert: Neben der Wahl der bevorzugten Teesorten (Grüntee, Schwarztee, Früchtetee, Kräutertee, Rooibos-Tee) besteht jetzt auch die optionale Möglichkeit für dich, die Grün- und Schwarztees mit oder ohne Aromatisierung zu wählen.

Damit ergeben sich drei Optionen: Du lässt dich überraschen oder du bekommst nur die Aromatees oder du bekommst nicht-aromatisierte Bio-Tees. So dürfte für jeden Geschmack ein passendes Paket auswählbar sein. Der geringe Aufpreis von 2,99 Euro je Cuppabox für die nicht-aromatisierten Tees in Bio-Qualität ist dabei zu verschmerzen.


Cuppabox-Paket Ausgabe Juli 2016


Gerade habe ich die Juli-Box erhalten, die erstmalig vom Tee Kontor Kiel bestückt wurde. Das Tee Kontor Kiel kennst du eventuell schon aus meinen Tee-Shop-Tipps sowie aus dem Interview mit Angelika Hartleib, die zusammen mit ihrem Mann Jan-Oliver Hartleib im Kieler Teeladen die Geschäfte führt.

Packen wir die Box doch einfach gemeinsam aus:



Aufmachung und Verpackung der Box sind identisch zu der bereits vorgestellten Box aus dem März 2016 - der Inhalt wechselt allerdings von Monat zu Monat. In meiner Juli-Cuppabox sind vier nicht-aromatisierte Bio-Tees enthalten, vier kleine Holzlöffel, liebevoll von einer gefalteten Serviette umhüllt, dazu ein Bonbon sowie zwei Info-Karten:





Hier die Tees aus meiner Box im Detail:

 

 

Machen wir die Tee-Packungen doch gleich mal auf:

 

 

Der Bio-Sencha hat mich besonders überrascht, weil das trockene Blatt einen ganz dezenten Duft nach frisch gebackenen Plätzchen verströmt. Spannend! Alle vier Tees machen einen sehr guten Eindruck - aber das habe ich vom Tee Kontor Kiel auch nicht anders erwartet.

Die Holzlöffel in der Serviette spielen auf das Thema "Sommer-Picknick" an. Du kannst sie aber auch zum Portionieren der vier Tees verwenden, wenn du gerade kein Picknick planst.

Mein Fazit


Die Juli-Ausgabe der Cuppabox enthält insgesamt 100 Gramm toller Bio-Tees und kleine Beigaben, die den Geschenk-Charakter der Box abrunden. Der Preis von 12,98 Euro (9,99 Euro plus Aufpreis von 2,99 Euro für die nicht-aromatisierten Bio-Tees) ist ein Schnäppchen. Der Versand und optional eine individuell beschriftete Geschenkkarte sind in diesem Preis bereits enthalten!

Durch die neuen Auswahlmöglichkeiten kommen Liebhaber nicht-aromatisierter Tees nun genauso auf ihre Kosten wie diejenigen, die aromatisierte Tees bevorzugen.

Die Flexibilität des Abos (monatlich kündbar, monatlich änderbare Versandadresse, Pausierungsmöglichkeit bis zu sechs Monaten) sind kundenfreundlich und machen die Entscheidung für ein Tee-Abo leicht. Damit ist das Angebot von Cuppabox jetzt umso mehr ein Tipp für alle Tee-Neugierigen, die sich selbst oder andere monatlich mit neuen Tees überraschen und beschenken möchten.

Wie ich bereits im ersten Test schrieb: Eine interessante Idee, die gut umgesetzt wurde!

Bestellmöglichkeit und Gutschein-Aktion


Du kannst die Cuppabox hier bestellen und mit dem folgenden Gutscheincode 15% Rabatt auf die erste Box erhalten: TEETAGEBUCH15 (Gutscheincode gültig bis 30.09.2016).

Ostfriesentee-Überraschung: Dat Wulkje und die Tee-Tied

In dieser Woche erreichte mich ein Überraschungs-Päckchen aus Ostfriesland, genauer aus Großefehn-Holtrop. Absender war Familie Schäfer von "Dat Wulkje" (für Nicht-Nordlichter - das heißt: "das Wölkchen"). Diesen Namen trägt eine Pension mit angeschlossener Teestube im kleinen Örtchen Holtrop in der Nähe von Aurich, im Herzen Ostfrieslands. Der Name "Dat Wulkje" spielt auch auf die geliebten Sahne-Wölkchen an, die in der Tee-Zeremonie Ostfrieslands eine wichtige Rolle spielen.

Überraschungs-Päckchen von "Dat Wulkje"
Der Inhalt des Überraschungs-Päckchens von "Dat Wulkje".

Im Päckchen fand ich neben der Ostfriesentee-Hausmischung "Dat Wulkje", zwei selbstgemachte Marmeladen, einen ebenfalls selbst gemachten Chai-Gewürzzucker, eine Packung weißer Kluntje (den großen Kandiszucker), eine Visitenkarte der Pension und einen handgeschriebenen Brief.

Die Hausmischung des Ostfriesentees habe ich heute probiert (allerdings pur, ohne die klassischen Zutaten Klunte und Rahm). Maßvoll dosiert mit drei schwach gehäuften Teelöffeln auf einen halben Liter weiches Wasser und bei fünf Minuten Ziehzeit zeigte der Tee das erwartet angenehm-kräftige Aroma. Die Tassenfarbe war ein dunkles Rot-Braun, das an Kastanien erinnert.

Ostfriesische Tee-Zeremonie


In der ostfriesischen Teezeremonie hätte natürlich ein Kluntje in die Tasse gehört, das beim Einschenken des heißen Tees wie ein Kaminfeuer leise geknistert hätte. Anschließend wäre mit einem Sahnelöffel etwas kühle Sahne hinzugegeben worden. Diese hätte ich am Tassenrand entlang und entgegen dem Uhrzeigersinn vorsichtig in den Tee gegeben. Warum entgegen dem Uhrzeigersinn? Ganz einfach: Weil man so die Zeit anhalten kann .... ;-)

Die helle Sahne wäre dann zunächst im dunklen Tee versunken, um dann in Form kleiner Wölkchen (du erinnerst dich: "dat Wulkje") wieder aufzusteigen. Auf keinen Fall solltest du den Tee jetzt umrühren, auch wenn ein kleiner Löffel neben der Tasse liegen sollte. Den Tee genießt du in drei Etappen: Zunächst schmeckst du die kühl-cremige Mischung aus Sahne und Tee, dann kommt der fast pure kräftig-aromatische Tee und zum Schluss schmeckst du die Süße des Kandiszuckers, der als "Kluntje" unten in der Teetasse ruht.

In Ostfriesland gilt der Spruch "dree Tassen Tee, dat is Ostfreesenrecht" - der Höflichkeit halber solltest du also drei Tassen Tee trinken, wenn sie dir von einem Ostfriesen angeboten werden. Wenn du genügend Tee in dir spürst, stellst du den Teelöffel in die Tasse. Dann wird dir kein Tee mehr nachgeschenkt. Ansonsten ergeht es dir wie dem Pastor, der Tasse um Tasse Tee trinken musste, weil er diesen Brauch nicht beachtete.

Die "Dat Wulkje"-Ostfriesenmischung


Die Hausmischung von Dat Wulkje ist eine typische Ostfriesenmischung, die allerdings in dieser Zusammensetzung nur dort erhältlich ist, so die Eigentümer. Der Tee bittert nicht nach, so dass er wie in Ostfriesland üblich, mehrmals aufgegossen werden kann bzw. die Teekanne immer wieder mit heißem Wasser aufgefüllt wird.

Die beiden hausgemachten Marmeladen, Aprikose-Mandel und Earl Grey, sind (selbst für einen Nicht-Marmeladen-Fan wie mich) sehr schmackhaft und werden den Pensionsgästen mit selbstgebackenem Brot gereicht. Der ebenfalls selbst gemachte Chai-Gewürzzucker riecht intensiv würzig und soll jedem Schwarztee zusammen mit Milch zu einem leckeren Chai werden lassen. Da ich meine Tees lieber pur trinke, habe ich das heute nicht ausprobiert. Aber an kalten Winterabenden kommt sicher die Lust auf einen wärmenden Chai und damit die Stunde dieses Geschenks!

Wer in der Nähe von Aurich unterwegs ist, eine Unterkunft sucht und Lust auf eine Teestunde bekommt, kann einen Abstecher zu "Dat Wulkje" machen. Ruft aber vorher an, da die Teestube zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen geschlossen ist:

Dat Wulkje - Pension - Holtruper Teestube
Dat Wulkje - Pension - Holtruper Teestube

Bücher über die ostfriesische Teekultur


Wenn du mehr über die ostfriesische Teekultur (und den Tee) erfahren möchtest, findest du schöne Fotos und einige Informationen im Buch "Tee-Tied" von Tirza Renzenberg:

Tee-Tied - Die ostfriesische Teekultur
Tirza Renzenberg: Tee-Tied - Die ostfriesische Teekultur,
Grabener-Verlag, Kiel, ISBN 978-3-925573-39-2,
1. Auflage aus dem Jahr 2009

Da dieses Buch nur noch antiquarisch erhältlich ist, ist "Das Buch vom ostfriesischen Tee" von Johannes Haddinga eine (noch erhältliche) Alternative. Oder du schaust dich bei meinem Buch-Tipps rund um das Thema Tee um.

Vielen Dank an Familie Schäfer für die schöne Überraschung. Gemütliche Teestunden wünsche ich!

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