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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Die Weltkarte des Tees und das TeeKolleg Online

Thomas Kasper und seinen Siam Tee Shop habe ich bereits im Rahmen eines Interviews vorgestellt. Seine Tees verkauft er nicht nur an Endkunden, sondern beliefert auch Teehändler mit einer Auswahl seiner Tees. Jetzt startet er mit einem neuen, ambitionierten Projekt, das er TeeKolleg Online getauft hat. Die Ähnlichkeit des Namens zum bekannten Telekolleg dürfte ja nicht unbeabsichtigt sein. Zum ersten Reinschnuppern waren zunächst ein paar Videos bei Youtube online verfügbar, die zum Start des eigentlichen Projekts dort aber nur noch als Trailer zu finden sein werden.

Thomas Kasper
Foto © Thomas Kasper
Natürlich denkt Thomas weiter und will sein Projekt in den nächsten Wochen und Monaten zu einer Institution im Bereich der Tee-Bildung machen - egal, ob für interessierte, neugierige Teetrinker oder als Expertise für Händler. Eine Art "Nebenprodukt" aus diesem Engagement ist die gerade im Entstehen begriffene "Weltkarte des Tees", die er in Zusammenarbeit mit einer deutschen Künstlerin in Angriff genommen hat.

Doch lassen wir Thomas Kasper und die Künstlerin Elisabeth Six am besten selbst zu Wort kommen:

Thomas, was ist die Idee hinter deinem Projekt TeeKolleg Online?
TeeKolleg Online ist tatsächlich weniger eine Geschäftsidee, sondern basiert vielmehr auf einem besonderen psychologischen Ansatz an das Thema Genuss, natürlich mit Fokus auf das Objekt unserer geteilten Leidenschaft, den Tee. Während der vergangenen Jahre hat sich bei mir immer mehr eine Erkenntnis durchgesetzt, die sich am einfachsten mit den Worten „Wissen schafft Genuss“ erklären lässt. Ich habe festgestellt, dass wenn ich nichts weiß – über Tee im Allgemeinen und/oder den Tee in meiner Tasse, dann ist mein Genuss beschränkt auf die oberflächliche Geschmacksempfindung, die ich beim Trinken habe. Je mehr ich aber – wieder: über Tee im Allgemeinen sowie über den Tee in meiner Tasse im Besonderen – weiß, desto mehr Bereiche und Ebenen meiner Wahrnehmung werden angesprochen und verbinden sich zu einem Gesamteindruck, den ich – sofern er denn positiv ist – als Genuss bezeichne.
Die Gegenhypothese zu meinem Ansatz wäre: Teegenuss ist nichts weiter als der unmittelbar auf den Geschmacksknospen empfundene Geschmack des Tees. Es gibt Leute, die diese These vertreten, und ich glaube, man kann da viel und lange drüber streiten, aber ich bin absolut davon überzeugt, dass jemand der nichts weiß über Tee – wieder: ob nun im Allgemeinen oder über den Tee in seiner Tasse – der kann den allergrößten Teil des im Tee liegenden Genusspotentials auch nicht ausschöpfen. Der Faktor TeeWissen zieht sich dabei wie ein roter Faden durch den gesamten Prozess, reichend von der Idee, welchen Tee man gerne probieren möchte, über die Wahl der Quelle – Teefachgeschäft, Discounter-Markt, etc. – und die eigentliche Kaufentscheidung, basierend auf Qualitäts- und Preiserwägungen, bis hin zur Zubereitung und letztendlich dem „finalen“ Genuss des Tees.
Ich denke, das ist für jeden nachvollziehbar. Wer von Tee nichts weiß, für den wird „Sahne-Erdbeer“ viel genussversprechender klingen als „Spring Long Jing 1+1“. Und wer nicht weiß, warum der Tee im Supermarktregal viel billiger ist als der im Tee-Fachgeschäft, warum sollte der im Tee-Fachgeschäft kaufen und doppelt oder dreimal so viel Geld ausgeben? Auf der Packung oder vom Händler ausgewiesene Eigenschaften eines Tees beurteilen kann ich nur, wenn ich weiß, was diese Eigenschaften überhaupt bedeuten. Optimal zubereiten kann ich einen Tee auch nur, wenn ich wenigstens ungefähr verstehe, was beim Aufgießen der Teeblätter passiert und wie die einzelnen beteiligten Faktoren sich jeweils auswirken. Und das „Bild“, das beim Genuss eines Tees vor meinem inneren Auge entsteht und welches ich dann im Prinzip mit dem Genuss dieses Tees identifiziere, kann nur Farben und Formen enthalten, wenn ich über entsprechende Informationen verfüge.
Logo TeeKolleg Online
Logo TeeKolleg Online
© Thomas Kasper
Aber WIE erwirbt man heute in Deutschland TeeWissen? Der Einzelhandel liefert dem Endkunden mit dem Tee so gut wie gar keine Informationen über Tee, und zwar weder im Allgemeinen noch über den speziellen Tee, den der Kunde kauft. Da können die Händler jetzt Zeter und Mordio schreien, und natürlich gibt es da rühmliche Ausnahmen unter ihnen, Tatsache ist aber trotzdem, dass die Abwesenheit von Informationen über den verkauften Tee selbst in Tee-Fachgeschäften nicht nur offenkundig, sondern geradezu charakteristisch für den Markt ist.
Und die einschlägigen Schulungsangebote? Finde ich durch die Bank inadäquat. TeeWissen wird in den einschlägigen Schulungsangeboten der Einzelhändler und TeeSommeliers immer nur punktuell vermittelt, häufig genug bestehen sogenannte Schulungsangebote letztlich in wenig mehr als einer besseren Zubereitungsanleitung und/oder in einer Werbeveranstaltung für den jeweiligen Anbieter und seinen Tee. Besser strukturierte Alternativen hierzu – wie das TeeSommelier-Seminar von Tee Gschwendner – kosten ein „kleines“ Vermögen und involvieren einen zeitlichen und organisatorischen Aufwand, der für viele Privatpersonen mit Familie und Beruf nicht vereinbar ist. Dazu kommt, dass auch diese Schulungen meist nicht wirklich ein objektives TeeWissen vermitteln, sondern sehr stark von Eigenwerbung der jeweiligen Anbieter geprägt sind.
Und der „jüngste Schrei“ auf dem neu entstandenen Markt für Tee-Schulungen, die immer häufiger werdenden Kurs- und Schulungsangebote direkt in den Erzeugerländern, grenzen – gemessen an dem, was hier tatsächlich an TeeWissen vermittelt wird oder werden kann – ans Lächerliche. Ich sag’s mal so: nach China fliegen, dort für 3-4 Tage Teeplantagen besuchen, Einblicke in die Produktion erhalten und einige der Teesorten vor Ort verkosten, das könnte man doch sicher auch haben, ohne nochmal 3500 Euro extra (sic!) an einen mehr oder weniger selbsternannten „Teemeister“ abzuführen, der dafür wenig mehr tut als den Busfahrplan zu organisieren und die eine oder andere Runde Tee für alle zu schmeißen.
Zu diesen Optionen will TeeKolleg Online eine Alternative schaffen: umfangreiches, strukturiertes TeeWissen, unterhaltsam vermittelt, gemütlich zuhause – bei einer schönen Tasse Tee – und zum Taschengeldpreis.
An wen richtet sich das Angebot und was möchtest du damit erreichen?
Das ist jetzt einfach. TeeKolleg Online richtet sich an alle, die etwas über Tee wissen wollen. Nach meinem persönlichen Eindruck sind das keineswegs wenige Menschen in Deutschland, und ich glaube auch sagen zu können, dass es praktisch täglich mehr werden. Dabei ist das Angebot, das TeeKolleg Online mit seinem Pilotkurs „Die Welt des Tees – Basiskurs TeeWissen“ macht, weder speziell für Neueinsteiger in das Thema Tee noch ist ein Vorwissen erforderlich. Der Punkt ist, dass alle Absolventen des Kurses, ob nun Neueinsteiger oder langjähriger Teefreund, am Ende über das gleiche - sehr hohe - Niveau an TeeWissen verfügen werden.
Was ich mit TeeKolleg Online erreichen möchte, kann ich in einem kurzen Satz ausdrücken: neue Standards für TeeWissen in Deutschland setzen. Standards, von denen ich denke, dass sie längst überfällig sind, und die nur deshalb vom etablierten Teehandel nie angestrebt wurden und auch jetzt nicht angestrebt werden, weil der allergrößte Teil des Tees, der in Deutschland verkauft wird, das Wasser nicht wert ist, mit dem er aufgegossen wird. Sprich: würde der deutsche Teetrinker mehr über Tee wissen, so würde er wissen, dass es über den allergrößten Teil des Tees, wie er in den Teeregalen deutscher Einzelhändler steht, tatsächlich auch nicht viel zu wissen gibt – und dementsprechend wenig zu genießen.

Was kostet die Teilnahme an deinem TeeKolleg Online und welchen Nutzen haben die Teilnehmer?
Gegen Mitte bis Ende Januar werde ich Modul 1 von „Die Welt des Tees – Basiskurs TeeWissen“ auf der eigenen Webplattform „TeeKolleg Online“ vorstellen. Ein Lifetime-Abonnement des Moduls wird unter 20 Euro kosten, der genaue Preis steht noch nicht fest. Für sein Geld erhält der Teefreund:
  1. Sechs Lektionen/Tutoriale einer Gesamtlänge von etwa 2 Stunden.
  2. Alle Kursmaterialien außer Fotos, das heißt Schaubilder, Übersichten, Diagramme, Tabellen und zur Veranschaulichung verschiedenster Themenschwerpunkte spezifisch erstellte geographische Karten als Download zum Ausdrucken im PDF-Format.
  3. Eine unterhaltsam gestaltete Lernerfolgskontrolle am Ende jeder Lektion, die dem Nutzer sagt, ob die Wissensinhalte der Lektion erfasst wurden oder ob eine Wiederholung der Lektion zu empfehlen wäre.
  4. Einbindung in das Komplettsystem „TeeKolleg Online“, mit zeitnaher Information betreffend die Weiterentwicklung des Kurses über 5 weitere Module im Laufe des kommenden Jahres mit vielen kostenlosen Angeboten exklusiv für Abonnenten
Wie finanzierst du dein ambitioniertes Projekt und ab wann planst du den "offiziellen" Start?
Zum Glück ist der Mammutanteil der Kosten für TeeKolleg Online nicht finanzieller Natur sondern besteht vielmehr in einem gigantischen Arbeitsaufwand. Hierbei waren gerade die ersten Lektionen besonders aufwändig in der Umsetzung, weil diese Art der Arbeit und die dazu verwendeten Tools alle neu für mich waren. Mittlerweile geht es recht gut von der Hand, so dass ich zuversichtlich bin, bis ca. Ende 2017 alle sechs Module vorgestellt und den Kurs damit vervollständigt zu haben.
Um in der Zwischenzeit jeweils fertige Module bereits verfügbar machen zu können, wird Modul 1 irgendwann in der zweiten Januarhälfte an den Start gehen. Danach wird TeeKolleg Online etwa auf 1-2-wöchiger Basis jeweils eine neue Lektion veröffentlichen, solange, bis der Kurs vollständig ist. Gebührenpflichtig abonniert werden natürlich immer nur bereits fertige und verfügbare Lektionen und Module, zukünftige Lektionen und Module können jeweils bei Erscheinen optional zusätzlich abonniert werden.
Finanzielle Kosten fallen bei der Entwicklung des Kurses insbesondere für die Entwicklung der Webplattform sowie für Nutzungsgebühren an Fotomaterialien an. Die Webseite muss viel können, und deshalb musste auch der, der sie baut, viel können. Wer viel kann, ist nicht billig, so dass die TeeKolleg Online-Plattform insgesamt doch mit ein paar tausend Euro zu Buche schlägt. Gute Illustrationsmaterialien sind das A und O eines visuellen Schulungstutorials. Ich scheue deshalb keine Kosten, Nutzungsrechte an adäquaten und hochwertigen Illustrationsmaterialien – insbesondere Fotos – überall dort zu erwerben, wo sie mir nicht von Unterstützern und Gönnern des Projekts in den Erzeugerländern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Letzteres ist glücklicherweise recht umfangreich der Fall. Ich kann es nach wie vor kaum glauben, wie sehr ich einzelne Menschen aus der Welt des Tees - in China, Japan, Taiwan, Vietnam und anderswo – von meinem Projekt begeistern konnte. Ohne die Unterstützung dieser Menschen wäre TeeKolleg Online schlicht und ergreifend gar nicht möglich.
Ein Beispiel: In Japan hat eine Frau eine 14-tägige Reise durch das Teeanbaugebiet Shizuoka unternommen, um für mich die dortigen Anbau- und Verarbeitungsprozesse umfangreich fotografisch zu dokumentieren. Ich hatte ihr ursprünglich angeboten, ihr die Reise zu finanzieren, aber als sie von dieser zurückkam, bedankte sie sich stattdessen bei mir für die großartige Gelegenheit, tief in die Welt des Tees einzutauchen und schlug jeden finanziellen Beitrag aus. Für TeeKolleg Online stiftet sie eine vierstellige Anzahl von Einzelfotos, Fotostrecken und Kurzvideos, in denen von der guten alten Handarbeit bis zu den modernen maschinellen Prozessen, Pflückung und Verarbeitung grüner Tees in Japan bis ins Detail veranschaulicht werden.
Trotz der verhältnismäßig geringen finanziellen Investitionskosten geht mir vor allem aufgrund des hohen Zeitaufwands für das Projekt, für welches ich eine ganze Reihe anderer einkommensrelevanter Aktivitäten mittlerweile eingestellt habe, sozusagen langsam die Luft aus. So kam es ursprünglich zur Idee der „Weltkarte des Tees – Painted by Artist“ – quasi als Fundraiser für die weitere Entwicklung von TeeKolleg Online.
Wie kam es zu der Idee eine "Weltkarte des Tees" von einer Künstlerin anfertigen zu lassen? Wie kam der Kontakt zustande?
Dass Dinge, die ursprünglich als vergleichsweise kleine Aspekte eines größeren Zusammenhangs angedacht waren, ein Eigenleben entwickeln, gibt es ja öfter. Aber dass der Fundraiser für ein Projekt binnen weniger Tage ab Geburt des Gedankens selbst zu einem so großen Projekt wird, dass dieses sogar das eigentliche Projekt für eine Weile in den Hintergrund drängt, könnte in dieser Form sehr wohl einmalig sein. Dabei ist es – so gern ich mir dafür auf die Schulter klopfen würde – nicht einmal die Idee selbst, die diese zu einem der am hellsten leuchtenden Sterne am Tee-Himmel der diesjährigen Vorweihnachtszeit gemacht hat. Es ist vielmehr die Geschichte, die sich in der Peripherie des Werkes und seiner Entstehung entsponnen und diese mit Energien und Synergien angereichert hat, die in der vorliegenden Kombination und Intensität sicherlich ihresgleichen suchen.
Wir, dass heißt die Künstlerin und ich, haben nach reiflicher Überlegung beschlossen, die sehr privaten Einzelheiten dieser Geschichte auch sehr privat zu lassen, so gut sich diese vielleicht auch als Vermarktungsinstrument heranziehen ließen. Dass es jetzt aber ein „wir“ gibt, nachdem die Erstellung der Weltkarte des Tees ursprünglich als Auftragsarbeit von mir an die Künstlerin vergeben wurde, darf durchaus als vielsagender Hinweis verstanden werden. Und vielleicht – ganz vielleicht – schreibt irgendwann einmal jemand ein Buch über diese Geschichte, ein Buch, in dem zwei junge Liebende, erzwungene Trennung, 35 Jahre Zeit und ein von einem Gemälde inspiriertes Happyend eine Rolle spielen werden. Und genau so viel muss man wirklich wissen von dieser Geschichte, um zu verstehen, welche Energie es denn ist, die dem Betrachter aus dem Werk unweigerlich ins Auge springt.
Ab wann, wo und zu welchen Preisen können interessierte Teeliebhaber die Weltkarte kaufen?
Enthüllung ist am Donnerstag, den 01.12.2016, um Punkt 20.00 Uhr, auf der gleichnamigen Facebook-Seite des Werkes:
The World Map of Tea – Painted by Artist
World Map Of Tea
Um Punkt 8 posten wir dort, nach kurzer Vorstellung des Projekts und der Künstlerin in Textform, ein Video, in welchem im wahrsten Sinne des Wortes der Schleier gelüftet wird. Das Bild wird im Video zu sehen sein und wir werden im Anschluss mehrere wasserzeichengeschützte, niedrigauflösende Schräg- und Frontalansichten des Bildes separat zur Ansicht posten. Anschließend kann das Bild als
  • DIN A3 Poster zu 8,90 Euro pro Stück
  • Kunstdruck in Originalgröße (1 m x 0,70 m) zu 17,90 Euro
  • Kunstdruck auf Leinwand in Originalgröße, gerahmt, zu 49,90 Euro
über einen Link zum Verkaufsportal der Künstlerin bestellt werden. Die Auslieferung erfolgt in den darauffolgenden 3 Werktagen.
Das Projekt kommt damit zu einem – vorläufigen – Ende, aber was das wirklich Gute daran ist: die Geschichte tut es nicht.
Über reges Erscheinen und Teilnahme am Event auf der Facebook-Seite würden wir uns wahnsinnig freuen. Wir werden das Event hosten und noch lange danach da sein, um die Feedbacks der Anwesenden entgegenzunehmen.
Soweit Thomas Kasper zu seinen Projekten. Abschließend einige Fragen an die Künstlerin Elisabeth Six, durch deren Hand die Weltkarte des Tees Gestalt annimmt:

Was hat Sie am Projekt "Weltkarte des Tees" gereizt?
Die Entscheidung, dieses Projekt anzunehmen, war eine gefühlsmäßige Sekundenentscheidung.
Eine Weltkarte als handgemaltes Leinwandbild ohne digitale Elemente ist für jeden Künstler für sich gesehen ohnehin schon eine Herausforderung. Eine “World Map of Tea” ist zudem auch noch reizvoll durch ihre Einzigartigkeit, da meines Wissens noch keine handgemalte Weltteekarte auf Leinwand existiert.
Hat sich Ihre Beziehung zum Tee durch die Arbeit an der "Weltkarte des Tees" verändert?
Absolut.
Welche Beziehung hatten Sie vor dem Projekt zum Tee?
Tee an sich gehörte schon immer zu meinen Favourites unter den Getränken.
Was hat sich an Ihrer Beziehung zum Tee durch das Projekt verändert?
Die Beziehung zum Tee hat sich grundlegend geändert durch die Arbeit an dem Projekt, da ich durch die intensive Beschäftigung mit dem Hintergrundwissen rund um das Thema Tee, Teeanbau, Teeherstellung und dessen Herkunftsländern eine völlig neue Sichtweise auf den Themenkomplex Tee erlangt habe und eine neue Welt der Teetrinkkultur für mich entdeckt habe, die mir in der Weise bisher verschlossen war.
Welche Teesorte(n) trinken Sie am liebsten?
Die Wahl meiner Lieblingsteesorte hat sich, wie schon erwähnt, gravierend während der Arbeit an dem Projekt gewandelt, da ich auch Teesorten kennengelernt habe, die ich bisher so nicht kannte.
Eines werde ich in Zukunft sicherlich nicht mehr in Erwägung ziehen: Den Kauf von Tee aus dem Regal im Supermarkt.
Um mit dem leicht abgeänderten Finalsatz aus einem meiner Lieblingsfilme zu antworten: Ich glaube, es ist der Beginn einer großen Liebe!
Können Sie sich vorstellen, weitere Kunstwerke rund um den Tee zu gestalten?
Weitere Projekte sind schon ansatzweise angedacht.
In welche Richtung gehen die angedachten neuen Projekte? Weitere Kunstwerke auf Leinwand? Teegeschirr? Design-Verpackungen?
An Ideen mangelt es nicht in dieser Richtung. Nur: alles noch “-top secret-“!

Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke in das Entstehen dieser beiden Teeprojekte. Ich wünsche viel Erfolg und bin sehr gespannt - sowohl auf die Weltkarte des Tees als auch auf den Start des TeeKollegs!

Teekampagne 2016 und TeeGschwendner Pu Erh Tee

In dieser Woche sind drei Tees bei mir eingetroffen: Die Darjeeling-Ernte 2016 der Teekampagne und ein Pu Erh Tee aus dem TeeGschwendner Sortiment. Alle drei Tees möchte ich heute kurz vorstellen, wobei ich aktuell nur den Pu Erh auch verkostet habe.

Teekampagne Ernte 2016


Teekampagne Tees 2016

Der First Flush 2016 (die Frühjahrs-Ernte) ist schon länger erhältlich, inzwischen ist aber auch die etwas verzögerte Lieferung des Second Flush 2016 (Sommer-Ernte) eingetroffen. 250 Gramm des Tees kosten 9 Euro, ein Kilogramm 28 Euro.

Außerdem gibt es noch die sogenannten Gartentees, bei denen der Tee aus einem einzigen Teegarten stammt, also keine Mischung aus Pflückungen verschiedener Teegärten ist. Hier werden für 500 Gramm 17 Euro verlangt. Der First Flush Gartentee stammt in diesem Jahr aus dem Teegarten Pussimbing, beim Second Flush fehlt aktuell die Information, aus welchem Teegarten der Tee stammt. Die Gartentees habe ich bisher nicht vorliegen.

 

Oben im Bild ist links der "reguläre" First Flush, rechts der "reguläre" Second Flush der Teekampagne zu sehen. Außerdem waren noch zwei Teeproben in meinem Päckchen: Der Selected Darjeeling (ein Blend aus verschiedenen Ernteperioden) sowie der Grüne Darjeeling. Und wie gewohnt war auch die Aktenklammer zum Verschließen der Teeverpackungen und eine Visitenkarte mit Infos zur Teekampagne enthalten.

Das trockene Blatt der beiden Tees zeigt keine Auffälligkeiten und deutet in Duft und Beschaffenheit auf eine gute Qualität hin. Für preisbewusste Darjeeling-Teetrinker in meinen Augen eine gute Wahl. 

Pu Erh Teeproben von TeeGschwendner


Neugieriger war ich heute allerdings auf eine Teeprobe, die ich von TeeGschwendner bekommen habe. Dieser Tee ist daher heute in meinem Gaiwan gelandet.

Es handelt sich um einen sogenannten Pu Erh, also einen postfermentierten Tee. Über diese spezielle Art von Tee habe ich hier und hier schon einmal etwas geschrieben. Bei Pu Erh spricht man zu Recht von Fermentierung, da hier tatsächlich Bakterien für die Reifung des Tees verantwortlich sind. Bei so gut wie allen anderen Tees ist hauptsächlich die Oxidation, also eine Reaktion der Zellsäfte mit dem Sauerstoff der Luft, für die Geschmacksbildung und Färbung verantwortlich. Das ist ein ähnlicher Prozess wie bei einem aufgeschnittenen Apfel, der sich braun verfärbt.

Bakterien - das klingt für viele vielleicht unappetitlich, ist aber letztlich ein ähnlicher Reifungsprozess, wie er für die Produktion von Käse genutzt wird. Und so vergleiche ich Pu Erh auch gern mit Käse - es gibt geschmacklich milde Sorten und andere, die eher streng schmecken. So wie auch bei Käse der Geschmack vom milden, jungen Gouda über Blauschimmelkäse bis hin zum Harzer Roller reicht.

Diese Art von Tee war vor vielen Jahren schon einmal groß in Mode, weil man ihr positive gesundheitliche Wirkungen zusprach. Ob diese gesundheitlichen Wirkungen tatsächlich vorhanden sind, ist umstritten und scheinbar auch nicht weiter durch klinische Studien belegbar.

Mit der Zeit ist der Hype dann abgeklungen und Pu Erh fast wieder in Vergessenheit geraten. Das hat sicherlich auch mit dem oft sehr speziellen Geschmack dieses Tees zu tun: erdig, holzig, ledrig. Bei falscher Lagerung und Verarbeitung - und sicherlich aufgrund vieler schlecht gemachter Tees dieser Art - kann er auch schimmlig schmecken. Und nicht zuletzt werden gut gemachte und lang gelagerte Pu Erh mit den Jahren teurer und sehr hochpreisig gehandelt. Einer der wenigen Tees, die mit den Jahren an Qualität gewinnen können.

Beim von TeeGschwendner angebotenen Pu Erh (No. 576 - China Mannong Pu Erh) handelt es sich um einen Shu Pu Erh. Im Gegensatz zur sogenannten Sheng-Variante, die einem "natürlichen" Alterungs- und Reifungsprozess durch spezielle Lagerung unterzogen wird, helfen die Tee-Produzenten bei der Shu-Variante mit einem speziellen Verfahren nach. Durch dieses Verfahren reift der Tee schneller und erreicht schon nach wenigen Wochen oder Monaten ein Stadium, das ein Sheng Pu Erh erst nach vielen Jahren der Lagerung erreicht. So können Shu Pu Erh teilweise deutlich günstiger angeboten werden als lang gelagerte Sheng Pu Erh.

Pu Erh Verkostung und meine Eindrücke


Hier ein paar Fotos aus der heutigen Verkostung:

 



Der Duft des trockenen Blatts ist würzig-ledrig, aber glücklicherweise keineswegs muffig-schimmlig, wie ich es schon bei manchen Pu Erh erleben musste. Im Aufguss finden sich diese Duftnoten wieder, soweit mich meine durch eine Erkältung getrübten Sinne das wahrnehmen ließen. Auch der Geschmack ist zunächst würzig mit deutlichen Noten von Leder. Nach dem dritten Aufguss zeigte sich der Tee dann leichter und hinterließ im Mundraum ein frisches, geradezu erfrischendes Gefühl. Die Tassenfarbe wechselte je nach Ziehzeit (30 Sekunden bis hin zu drei Minuten) von einem hellen Honiggold zu einem dunklen Rotbraun. Der Tee zeigte auch nach längerer Ziehzeit keine Bitterkeit.

Vor dem ersten Aufguss habe ich den Tee einmal mit kaltem Wasser und einmal mit kochendem Wasser ganz kurz "gespült", also mit Wasser übergossen und diesen Aufguss dann direkt weggeschüttet. So wird der Tee "geweckt" und eventuelle Verunreinigungen aus der Lagerung weggespült. Insgesamt habe ich heute vier Aufgüsse gemacht, der Tee hätte aber durchaus noch Kraft für einige weitere Durchgänge gehabt.

Dieser Pu Erh reicht zwar bei weitem nicht an den 1990er-Grenztee heran, spielt aber auch preislich in einer ganz anderen Liga. 100 Gramm des Mannong Pu Ehr kosten derzeit 8,20 Euro, während 100 Gramm des 1990er-Grenztees aktuell mit 120 Euro gehandelt werden. Ähnliche Preis- und Qualitätsunterschiede sind ja auch bei Wein, Sekt und Champagner zu finden. Beim Tee relativiert sich der hohe Preis ein wenig, wenn man bedenkt, dass die Teeblätter mehrfach aufgegossen werden können und ein sehr guter Tee Kraft für viele Aufgüsse hat.

Nachdem ich erst kürzlich wieder den Versuch mit einem Pu Erh aus den 1980er-Jahren gewagt habe, der leider deutliche Schimmelnoten zeigte, lässt mich dieser Pu Erh hoffen, dass ich mich doch noch mit dieser speziellen Tee-Art anfreunden kann. Diese Art von Tee wird vermutlich nie mein Alltags-Tee, aber ich denke, dass es immer wieder Momente geben wird, in denen ein sehr gut gemachter Pu Erh mich in einen spannende Teestunde entführen kann. Es gibt noch viel zu entdecken!

Thermobecher und Teemischungen in Geschenkbox

Über den Thermo-Teebecher und das Teeglas von amapodo habe ich bereits in früheren Beiträgen berichtet. Jetzt gibt es eine neue Version des Thermo-Teebechers aus Edelstahl mit Bambus-Applikationen. Außerdem sind vier neue Teesorten hinzugekommen, die passend zur Weihnachtszeit in einer Geschenkbox angeboten werden:

amapodo Geschenkbox
Die amapodo Geschenkbox - ein silberfarbener Karton mit schönem Inhalt.

Inhalt der Geschenkbox


In der Geschenkbox sind vier verschiedene, von amapodo selbst kreierte Teemischungen enthalten sowie eine neue Version des Thermo-Teebechers. Bei mir lagen auch noch zwei Sticker mit dem "amapodo-Baum" darin:

Inhalt der amapodo-Geschenkbox
Der Inhalt der amapodo-Geschenkbox: Vier Teemischungen und der Thermobecher.

Der Teebecher aus Edelstahl mit Bambus-Elementen entspricht großteils der bisherigen Ausführung. Allerdings ist das Fassungsvermögen um 100 Milliliter vergrößert, so dass jetzt ein halber Liter Tee aufgebrüht und warmgehalten werden kann.

Außerdem ist der Siebeinsatz jetzt zweiteilig, so wie es bereits beim Teeglas der Fall ist. Dadurch lässt sich der Siebeinsatz jetzt wie ein Tee-Ei verwenden. Besitzer des amapodo-Teeglases können den zweiteiligen Siebeinsatz übrigens für beide Produkte verwenden, da die Siebeinsätze identisch gefertigt sind.

In den folgenden Bildern sind links die neue und rechts die bisherige Ausführung des Thermo-Teebechers zu sehen. Der linke Thermobecher ist in der neuen Geschenkbox enthalten, der rechte ist nur zu Vergleichszwecken im Bild:

 


In den Bildern oben ist zu sehen, dass der (jeweils links platzierte) neue Teebecher höher ist. Die Innenseite des Deckels ist jetzt nicht mehr dunkelgrau, sondern heller ausgeführt, was ich optisch schöner finde. Der Siebeinsatz ist jetzt wie beim Teeglas von amapodo zweiteilig ausgeführt.

Im Innenboden ist eine Einbuchtung erkennbar, die in der bisherigen Ausführung nicht vorhanden war. Auf Nachfrage bei amapodo erhielt ich die Antwort, dass diese "Delle" dazu diene, die letzten Tropfen des Getränks von der Bodenmitte weg, hin zum Rand zu leiten, so dass man die "letzten Tropfen" besser aus dem Becher bekommt.

Das sind die augenfälligen Unterschiede - der Rest scheint weitestgehend unverändert zu sein, so dass hier die Bemerkungen aus meiner früheren Produktvorstellung gelten.

Das größere Fassungsvermögen und der zweiteilige Siebeinsatz sind in meinen Augen klare Pluspunkte der neuen Ausführung. Besitzer des amapodo-Teeglases können den Siebeinsatz zwischen den beiden Teebereitern tauschen, da sie identisch in der Ausführung sind. Der Siebeinsatz rastet auch im Teebecher mit einem klaren Druckpunkt ein und sitzt fest, lässt sich aber mit dem kleinen Henkel auch leicht wieder herausnehmen.

Die vier im Geschenkpaket enthaltenen Teemischungen wurden von amapodo selbst konzipiert. Es handelt sich um zwei Teemischungen aus Grüntee mit Kräuter- und Früchteteilen sowie zwei reine Kräuter-Früchte-Mischungen.

Meine Meinung und Fazit


Die überarbeitete Ausführung des Thermo-Teebechers ist gelungen. Das größere Fassungsvermögen und der jetzt zweiteilige Siebeinsatz sind klare Verbesserungen und erhöhen den Nutzwert dieses Tee-Zubehörs. Zudem können Besitzer des Teeglases von amapodo die Siebeinsätze jetzt für beide Tee-Utensilien verwenden.

Die Geschenkbox aus neuem Teebecher und den vier amapodo-Teemischungen passt genau in die Weihnachtszeit und wird nicht nur Liebhabern von Früchte- und Kräutermischungen gefallen.

Online-Bestellmöglichkeit


Das Set aus den vier Tees und dem neuen Thermobecher in Geschenkbox ist bereits über amazon erhältlich. Hier gibt es ebenfalls ein Geschenkset mit den vier Tees und dem Teeglas. Beide sind derzeit für knapp unter 60 Euro erhältlich.

Ab morgen sollten die Geschenk-Sets und der neue Thermobecher auch direkt im amapodo-Shop zu finden sein.

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