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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Das Oolong-Tee-Set von Nisima im Test

Vier junge Männer, die sich aus dem Studium kennen und die eine Leidenschaft für fernöstlichen Tee verbindet, haben vor einigen Monaten ihr eigenes Tee-Unternehmen gegründet. Der Name des Unternehmens und des zugehörigen Online-Shops klingt zwar asiatisch, ist aber ein Kunstwort, das sich aus den jeweils ersten beiden Buchstaben der Vornamen der Unternehmensgründer zusammensetzt: Nisima.

Das Tee-Zubereitungsset Oolong von Nisima

Beim Online-Tee-Shop Nisima gibt es eine kleine, aber feine Auswahl "echter" Tees, wie ich sie gerne trinke: Laut Shop-Angaben sind es Spezialitäten-Tees in höchster Qualität aus China, Japan und Taiwan. Ergänzend dazu gibt es passendes, schönes Zubehör, das auch in Form von sogenannten Zubereitungssets angeboten wird. Alles wird ansprechend präsentiert und ist mit weiterführenden Informationen angereichert. So macht es Spaß, im Shop zu stöbern. Ich habe mir für meinen heutigen Test das Zubereitungsset Oolong-Tee ausgesucht.

Lieferung und Ware


Geliefert wurde das Tee-Set bruchsicher und hübsch verpackt per DHL. Die Lieferung an eine Packstation ist somit problemlos möglich. Das eigentliche Set befand sich in einem zweiten, weißen Karton, in dem die einzelnen Teile in rotes Seidenpapier gewickelt waren. Versiegelt war der Karton mit weißen Klebestreifen auf denen der Shop-Name und das Shop-Logo (ein Gaiwan) zu sehen sind.


Das Set selbst besteht aus dem traditionellen chinesischen Gaiwan, einer Pitcher genannten kleinen Servierkanne, zwei kleinen Teeschalen, einem Metallsieb, einer Präsentierschale aus Bambus sowie fünf verschiedenen Oolongs als Probierpackungen mit jeweils 10 Gramm Tee. Der Preis für dieses Set liegt aktuell bei 69,90 Euro, was in Anbetracht des Porzellans und der qualitativ guten Teeproben ein durchaus angemessener Preis ist.

Die Qualität der Waren


Das feinmaschige Edelstahlsieb.
Das Porzellan ist farblich nicht rein weiß, sondern leicht abgetönt. Es fühlt sich sehr leicht an, hat aber den für gutes Porzellan typischen hohen, glockenhellen Klang, wenn man es anstößt. Hergestellt wird es laut Shop-Angaben in Taiwan. Auf Nachfrage bestätigte man mir, dass es problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden kann.

Der Gaiwan hat 130 ml Fassungsvermögen, die Servierkanne 180 ml und jedes der Tässchen kann 50 ml Tee aufnehmen. Das klingt wenig - ist aber ideal für Mehrfachaufgüsse, die (nicht nur) bei Oolong-Tees und der chinesischen Zubereitungsmethode "Gong Fu Cha" üblich sind.

Das Edelstahlsieb ist feinmaschig, hält also auch kleine Teepartikel zurück und ist durch seine trichterartige Form gut zu reinigen. Hergestellt wird es laut Shop-Angaben in China.

Die Präsentierschale ist aus dickem Bambusholz gefertigt, achtzehn Zentimeter lang, sieben Zentimeter breit und leicht gebogen. Bei meinem Exemplar gibt es eine kleine Macke auf der Oberseite, die aber nicht weiter tragisch ist und nach einiger Zeit des Gebrauchs vermutlich von allein "unsichtbar" wird. Hergestellt wird die Schale genau wie das Sieb in China.

Teeproben und Zubereitungsanleitung


Die fünf Teeproben sind aromadicht versiegelt und so beschriftet, dass alle wesentlichen Informationen zum Tee und seiner Zubereitung schnell ersichtlich sind. So wünsche ich mir das von einem Tee-Shop.

Ergänzend gibt es noch ein kleines Faltblatt mit weiteren Informationen zum Tee und zum Umgang mit derm Zubereitungsset. So dürften sich auch Tee-Neulinge schnell zurechtfinden. Zudem gibt es online im Shop detaillierte Zubereitungs-Anleitungen für verschiedene Teesorten sowie für den Umgang mit Gaiwan und Kyusu, der japanischen Seitengriffkanne.



Tee-Verkostung


Schauen wir uns einen der Tees genauer an. Der Amber Oolong ist ein dunkler, gerollter Oolong-Tee, der stark oxidiert und stark geröstet ist. Die Geschmacksnoten werden auf dem Etikett mit "Popcorn, Honigsüße, tropische Früchte" beschrieben, was neugierig macht. Als Zubereitungsermpfehlung ist auf dem Etikett zu lesen: 3,5 Gramm (1 Teelöffel) mit 100 ml kochendem Wasser aufgießen. Drei Aufgüsse (Ziehzeiten: 40 Sekunden, 20 Sekunden , 40 Sekunden) soll der Tee (mindestens) durchhalten:


Das trockene Blatt sieht schön aus und verströmt einen brotigen, leicht an dunklen Honig erinnernden Duft. Vielversprechend - ich hoffe, dass sich das auch in den drei Aufgüssen wiederfindet.


Der Aufguss bestätigt den ersten optischen Eindruck: Der Tee entfaltet sich zu schönen, großen Blättern. Die Farbe des Aufgusses ist klar und von einem schönen Goldton. Und selbst beim vierten Aufguss bringt der Amber Oolong noch viel Farbe und Geschmack in die Tasse:






So macht Teegenuss Freude. Ich bin schon gespannt auf Verkostung der anderen Tees.

Mein Fazit


Nicht nur auf den ersten Blick machen der Online-Shop und die angebotenen Waren einen guten Eindruck. Ich bin nicht nur auf die Verkostung der anderen Oolong-Tees gespannt, sondern auch auf die weitere Entwicklung des Shop-Angebots. Ich wünsche den vier Jung-Unternehmern auf jeden Fall viel Erfolg mit ihrem Projekt!

Wer jetzt neugierig geworden ist und sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, hier geht es direkt zum Online-Shop: www.nisima.de. Ich wünsche gemütliche Teestunden!

Wie man den Neujahrstee im Tempel Rokuharamitsu feiert

Gastautoren dieses Beitrags:
Valeria Jana Schwanitz und August Wierling
Valeria Jana Schwanitz (r.) und August Wierling (l.) in Naha, Japan.(Foto: © Manpuku-Verlag)
Der Beginn des neuen Jahres wird in Japan auf vielerlei Arten zelebriert. Es gibt einen ersten Besuch im Schrein am Neujahrstag, das Erleben des ersten Sonnenaufgangs, die Erinnerung an den ersten Traum, das erste Lachen sowie den ersten Teegenuss. In vielen Tempeln Japans wird dieser mit dem sogenannten ersten Wasser zubereitet, das man noch vor Sonnenaufgang schöpft.

Eine besondere, mit Tee verbundene Neujahrstradition findet alljährlich im Tempel Rokuharamitsu statt. Dieser historisch bedeutende, aber heute relativ kleine Tempel liegt in der alten Kaiserhauptstadt Kyoto und gehört zu den 33 Tempeln des Saigoku-Pilgerwegs. Der Überlieferung nach ist die Tradition vom Neujahrstee im Rokuharamitsu-Tempel mehr als tausend Jahre alt.

Holzplaketten mit Neujahrswünschen (Foto: © Manpuku-Verlag)

Touristen sind gern eingeladen, an der Tee-Zeremonie teilzunehmen. Basis für den Glück bringenden Neujahrstee, „O-buku-Cha“, ist feiner Sencha, also grüner Tee. I-Tüpfelchen sind die Beigabe einer eingelegten Pflaume sowie einiger Streifen Seetang. Sie verleihen dem Tee eine salzige Note. Zudem ist der Seetang reich an Umami („Würzigkeit“), dem 5. Geschmackssinn neben salzig, süß, bitter und sauer. Damit wird der Tee schon fast zur Speise.

Kannon-Statue im
Tempel Rokuharamitsu
(Foto: © Manpuku-Verlag)
Erfinder des O-buku-Cha soll der Mönch Kuya gewesen sein, der zur Zeit der großen Pest von Kyoto lebte, und der wegen seiner fröhlichen, unerschrockenen Art noch heute als japanischer Augustin verehrt wird. Seine spezielle Teemischung soll Kranke kuriert haben. Angeblich war sogar der Kaiser Murakami von seiner Wirksamkeit überzeugt. Es dauerte nicht lange und der Tee bekam das zwar werbewirksame, aber elitäre Etikett „Tee, von dem der Kaiser getrunken hat“. Am Kaiserhof wurde es Mode, den Tee nicht nur als medizinische Stärkung, sondern vor allem als Glück bringendes Elixier für die kommenden Zeiten zu trinken. Andererseits lassen die japanischen Schriftzeichen verschiedene Lesungen zu. Mit den Jahrhunderten wurde so die Bedeutung des Tees als elitärer Adelstrunk verdrängt und als „Tee des großen Glücks“ umgedeutet. Das förderte zum Einen seine weitere Popularisierung und zum Anderen rückte der Teekult zu Neujahr, der Geschichte mit Geschichten mischt, wieder näher an seinen religiösen Ursprung.

Der charismatische Mönch Kuya (903-972) spielte eine große Rolle in der Verbreitung des populären Buddhismus in Japan. Er predigte die Lehre vom „Reinen Land“, nach der jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, Seelenheil erfahren könne und setzte seine Ansichten praktisch als Pestarzt und Seelsorger ein. Auf ihn geht außerdem die Tradition des geheimen Nenbutsu-Singens und -Tanzens zurück und sicherlich praktizierte er auch buddhistische Opferzeremonien. Beispielsweise war es üblich, Buddha oder anderen buddhistischen Heilgestalten Speisen und Getränke, so auch Tee, als Opfer darzubringen. Später wurden die Gaben dann in der Mönchsgemeinschaft verzehrt. Mit der Zeit erweiterte sich der Kreis um andere Gläubige. Bei der Verwendung von Tee im buddhistischen Opfer spielte jedoch der gleiche Grundgedanke eine Rolle, der auch Kern der „Glückstee“-Legende von Mönch Kuya ist: der Neujahrstee ist nicht in erster Linie ein Genussgetränk, sondern soll Geist und Körper stärken.

Neujahrsdekoration am Tempel (Foto: © Manpuku-Verlag)

Hinweis für Japanreisende: Im Rokuharamitsuji wird an den ersten drei Tagen eines neuen Jahres der „O-Buku-Tee“ für Besucher angeboten. Mittlerweile ist die Tradition außerdem von anderen Tempeln übernommen worden, zudem haben viele Teegeschäfte den Neujahrstee im Angebot.

Lust auf mehr japanische Teekultur? Dann lies den Gastbeitrag Okinawas aphrodisische Teezeremonie vom gleichen Autorenteam. Dort findest du auch Informationen und eine Bestellmöglichkeit für ein schönes Buch über Japan, dass August und Jana im Selbstverlag anbieten.

Verbessertes Thermo-Teeglas #TEAFAVS von amapodo

Vor fast einem Jahr habe ich an dieser Stelle vom amapodo Thermo-Teeglas berichtet. Inzwischen gibt es eine leicht überarbeitete und verbesserte Version dieses Glas-Teebereiters. Die Änderungen zum Vorgängermodell möchte ich dir heute vorstellen.

amapodo #TEAFAVS Teeglas in der neuen (links)
und der "alten" Ausführung (rechts im Bild).

Auf den ersten Blick gibt es kaum Unterschiede. Die edle Optik ist geblieben: Glaskorpus, Aufdruck auf dem Glas, Siebeinsatz und der mit Bambus ummantelte, mit einer Prägung versehene Deckel sehen (fast) unverändert aus. Schaut man aber genauer hin, gibt es einige Detailverbesserungen.

Was hat sich geändert?


Beginnen wir beim Deckel. Schraubt man den Deckel vom Glaskörper ab, fallen zwei Änderungen auf. Die erste Änderung: Die Kanten der Bambus-Ummantelung sind spürbar "runder" geworden und dadurch beim Auf- und Abschrauben angenehmer zu greifen.

Links im Bild ist der neue, an den Kanten stärker abgerundete Deckel
zu sehen, rechts der "alte" Deckel, der etwas "kantiger" daherkommt.

Die zweite Änderung: Der bisher als Dichtung verwendete helle Silikonring ist ersetzt durch eine braun gefärbte Silikondichtung, die den ganzen Innenteil des Deckels umhüllt.

Links im Bild ist die neue, braune Silikondichtung,
recht die "alte" Innenseite, bei der ein Silikonring als Dichtung diente.

Vorteil der neuen Dichtung: Sie kann nicht mehr herausfallen und zeigt auch nach längerem Gebrauch keine Verfärbungen durch den Tee. Die alte helle Dichtung neigte dazu, sich mit der Zeit durch die Teezubereitung leicht zu verfärben und konnte sich beim Öffnen schon mal aus dem Deckel lösen.

Am Glaskörper selbst wurden kaum Veränderungen vorgenommen. Im direkten Vergleich sind aber doch kleine Unterschiede zu erkennen: Das Sieb ist jetzt etwas höher im Glas positioniert und sitzt (zumindest bei meinem Exemplar) auch strammer in der Halterung. Hier muss ich jetzt etwas mehr Kraft aufwenden, um das Sieb einzusetzen und wieder herauszuholen. Dafür sitzt das Sieb entsprechend fest im Glas.

Link im Bild gut zu sehen: Das Sieb sitzt jetzt höher im Glas,
rechts zum Vergleich die "alte" Version des Teeglases.

Auch die Verpackung wurde überarbeitet. Hier sind jetzt mehr Informationen zum Teeglas und seinen Verwendungsmöglichkeiten zu finden:


Durch das zweiteilige Sieb ist es zum Beispiel möglich, den Tee entweder in den Siebeinsatz zu geben und den Tee "klassisch" zuzubereiten. Oder du gibst deinen Tee nach der klassisch chinesischen Methode direkt in den Glaskorpus und nutzt nur den oberen Teil des Siebs, der dann wie ein Filter funktioniert und die Blätter im Glas zurückhält.

Nützliches Zubehör


Als Zubehör bietet amapodo inzwischen ein sogenanntes "#TEAFAVS COVER" in den Farben beige und orange an. Dabei handelt es sich um einen Beutel aus Bio-Baumwolle mit einer Kordel, die durch eine Filzapplikation gehalten wird. Dieser Beutel sieht nicht nur hübsch aus, sondern sorgt dafür, dass der Tee im Glas noch länger warm gehalten wird und schützt das Glas zudem unterwegs vor Stößen.



Der Beutel stammt aus dem Hause manomama und ist nach strengen ökologischen Prinzipien komplett in Deutschland gefertigt.


Das Teeglas passt exakt in den Beutel und kann durch den Kordelzug "festgezurrt" werden.

Nachhaltiger Handel


Sollte dir doch einmal ein Missgeschick passieren und ein Teil des Teeglases kaputt sein, dann kannst du im amapodo-Shop das defekte Teil einzeln nachbestellen: Deckel, Sieb und Glaskorpus sind einzeln erhältlich. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

Wenn du bereits die erste Version des Teeglases gekauft hast, kannst du problemlos und kostengünstig auf die neue Version "updaten": Der neue, einzeln erhältliche Deckel passt auch auf das "alte" Glas. Du musst also nicht zwangsläufig ein komplett neues Teeglas kaufen, um in den Genuss der verbesserten Dichtung zu kommen.

Mein Fazit


Das amapodo #TEAFAVS Teeglas ist ein tolles Teezubehör für alle, die ihren Tee auch unterwegs mit möglichst wenig Kunststoffen in Berührung bringen möchten. Zudem ist das Teeglas durch seinen Bambusdeckel und den Ganzglaskorpus ein optischer und haptischer Leckerbissen. Mit dem passenden Stoffbeutel ist es besser geschützt und hält den Tee noch länger auf Temperatur. Das etwas höhere Gewicht gegenüber anderen Teebereitern ist im wahrsten Sinne des Wortes "tragbar".

Der #TEAFAVS-Teebereiter ist sein Geld wert und die Möglichkeit, die einzelnen Bestandteile separat bestellen zu können, verdient ein Extra-Lob und Anerkennung!

Und wo bekomme ich dieses Teeglas?


Aktuell bekommst du das Teeglas zum Beispiel hier:

amapodo-Shop
GAIWAN-Shop
amazon.de

In Zukunft soll das Teeglas aber auch im lokalen Handel zu finden sein. Falls du also nicht online bestellen möchtest, frag einfach mal deinen (Tee-)Händler vor Ort.
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