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Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

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Bünting Matcha to go und die BlenderBottle im Test

Mit dem Namen Bünting werden die meisten Teetrinker eher Ostfriesentee als Matcha verbinden. Aber das Traditionsunternehmen aus Leer in Ostfriesland bietet nicht nur den echten Ostfriesentee als Grünpack oder Grüngold an. Inzwischen gibt es bei Bünting auch Matcha im Portionspack als "Matcha Grüner Tee pur" oder "Matcha Mix for Latte".

Bünting Matcha to go
Matcha to go von Bünting in der Variante "Matcha Grüner Tee pur"

Mit dem Slogan „Erst Plopp. Dann Ahh. Dann Wow.“ und Kanpagnen im Bereich Social Media will das Unternehmen wohl auch ein jüngeres, aktives Publikum für die neuen Produkte gewinnen. Dazu passt auch die Kooperation mit der BlenderBottle Europe GmbH, die mit ihrer BlenderBottle einen passenden Shaker anbietet, der die Zubereitung von Matcha, Mixgetränken und Smoothies durch einen patentierten BlenderBall erleichtern soll.

Ich war neugierig, welche Qualität Bünting anbietet und habe ein Testpaket erhalten. Hier meine heutigen Eindrücke:

Die "Matcha to go"-Produkte


Büntings Matcha to go
und die BlenderBottle
Beide Matcha-Varianten bietet Bünting in Portionssticks an. Je sechs Sticks sind in einer Runddose aus Pappe verpackt, in der dann jeweils auch ein kleines Leporello Informationen zu Matcha, Zubereitungsempfehlungen und Rezepte bietet. Beim Öffnen der Runddose ist ein leises "Plopp" zu hören - daher auch der oben erwähnte Slogan der Matcha-Kampagne.

Der "Matcha Grüner Tee pur" ist dem Namen entsprechend purer japanischer Matcha, der in traditionellen Granitsteinmühlen vermahlen wurde. Beim "Matcha Mix for Latte" ist es eine Mischung, die (leider) hauptsächlich Zucker enthält, nur 14 Prozent der Mischung sind Matcha. Zudem ist der Mix nicht genussfertig, da kein Milchpulver enthalten ist. Der Inhalt eines Sticks soll mit 50 ml warmem Wasser verquirlt und dann mit 200 ml warmer Milch aufgegossen werden.

Bünting Matcha Gründer Tee pur
Bünting Matcha Gründer Tee pur

Bünting Matcha Gründer Tee pur - der Dosen-Inhalt
Bünting Matcha Gründer Tee pur - der Dosen-Inhalt

Bünting Matcha Mix for Latte
Bünting Matcha Mix for Latte

Bünting Matcha Mix for Latte - der Dosen-Inhalt
Bünting Matcha Mix for Latte - der Dosen-Inhalt

Die BlenderBottle als Matcha-Shaker


BlenderBottle
BlenderBottle und BlenderBall
Die BlenderBottle ist ein Shaker mit einem speziellen, patentierten "BlenderBall" aus sehr flexiblem Metall, der in spiralförmigen Windungen gebogen ist.

Der Hersteller bezeichnet ihn als neuartigen "Schneebesen", der sowohl Instantpulver, Protein-Shakes als auch Smoothies zuverlässig und klümpchenfrei beim Schütteln der Flasche vermischen soll: "Pulver einfüllen, mit Flüssigkeit aufgießen, gut schütteln - fertig."

Der Shaker hat einen griffigen, umlaufenden Ring, mit dem sich die Flasche gut halten lässt. Der Verschluss rastet hörbar ein und lässt sich Die Reinigung des Shakers kann auch im Geschirrspüler erfolgen.

Empfohlen wird, keine heißen oder kohlensäurehaltigen Flüssigkeiten zu verwenden, da diese einen Überdruck in der Flasche erzeugen können und spätestens beim Öffnen der Flasche herausspritzen können. Da sich Matcha auch mit kaltem Wasser zubereiten lässt, ist das letztlich kein Problem - allerdings empfiehlt Bünting selbst, den Matcha mit 80 Grad Celsius heißem Wasser zuzubereiten.

Mein Test: Matcha Grüner Tee pur aus der BlenderBottle


Für meinen Geschmacks- und Funktionstest habe ich den "Matcha pur" mit 80 Grad Celsius heißem Wasser in der BlenderBottle zubereitet. Der Matcha aus dem Stick hat ein sehr schöne Farbe, einen angenehmen Duft und bereits als Pulver einen angenehmen Geschmack. Hier ein Vergleich des Pulvers mit meinem Referenz-Matcha (aiya Ten):

aiya Matcha Ten (links) und Büntings Matcha pur im Vergleich

Der Bünting Match kommt etwas "klumpiger" aus der Verpackung und hat eine ganz leicht gelblichere Farbnuance als der aiya Matcha Ten. Das ist aber kaum wahrnehmbar. Duft und Geschmack sind frisch und grün wie ich mir das von einem Matcha wünsche. Mit der Qualität bin ich soweit sehr zufrieden, da gibt es nichts zu beanstanden. Also weiter mit der Zubereitung:

Zunächst habe ich den Inhalte eines Sticks (2 Gramm Matcha) in die BlenderBottle gegeben, dann mit 250 ml 80 Grad Celsius heißem Wasser aufgefüllt, den Deckel aufgeschraubt und anschließend ordentlich geschüttelt. Die Wärme des Getränks ist spürbar, aber scheint der BlenderBottle keine Probleme zu bereiten - ich kann die Flasche problemlos halten und schütteln.

Es bildete sich sehr schnell ein feiner Schaum, was ich so nicht unbedingt erwartet hatte. Da ich meine Porzellan-Trinkschale etwas zu klein gewählt hatte, habe ich das Getränk in zwei Portionen aus der Flasche in die Schale gegeben. So konnte ich aber zum einen die Farbe der Flüssigkeit, zum anderen den Schaum sehr schön betrachten:


Geschmacklich und optisch setzt sich mein guter Eindruck fort. Der Matcha hat eine jadegrüne Farbe und einen sehr runden, angenehmen Geschmack ohne Bitterkeit. Der Schaum ist feinporig und fest, besser als ich ihn in der Regel mit dem traditionellen Bambusbesen hinbekomme. Als auch hier: Daumen hoch.

Einziges Manko: Der Matcha hat sich trotz intensiven Schüttelns und BlenderBall nicht ganz klümpchenfrei aufgelöst. Vielleicht klappt das besser, wenn das Pulver vorher einmal ohne Flüssigkeit in der Flasche durchgeschüttelt und dann mit kaltem Wasser zubereitet wird. Aber auch die kleinen Klümpchen taten dem Genuss keinen Abbruch.

Meine Meinung und Fazit


Der Matcha in der puren Variante ist eine ideale Lösung für unterwegs und das Büro. Durch die einzeln verpackten Portionen entsteht zwar mehr Verpackungsmüll, allerdings bleibt der Matcha auch lange frisch und ist gleich in der passenden Portion verfügbar. Die Matcha-Qualität ist hervorragend und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt: 6,99 Euro kosten 12 Gramm, umgerechnet auf die sonst angebotenen Dosen mit 30 Gramm wären das also knapp 17,50 Euro. Das passt und würde ich anhand meines Geschmackstests sogar als sehr günstig bezeichnen.

Zusammen mit der BlenderBottle lässt sich schnell und einfach ein qualitativ hochwertiger Matcha zubereiten und genießen. Die Reinigung der BlenderBottle gelingt problemlos, auch wenn - anders als vom Hersteller beworben - durchaus die ein oder andere Stelle vorhanden ist, wo sich Reste des zubereiteten Getränks absetzen können. Für Zubereitung und Transport heißer Getränke is tder Shaker nicht so gut geeignet, für kühle Getränke oder das schnelle Mixgetränk zwischendurch ist sie aber prima. Der "BlenderBall" mischt den Inhalt ordentlich durch und erzeugt einen feinporigen Schaum. Klümpchenfrei gelingt das allerdings beim Matcha und heißem Wasser nicht - zumindest hatte ich in meinem Test später einige Klümpchen von Matchapulver in der Tasse. Trotz der kleinen Klümpchen gelang die Matcha-Zubereitung kinderleicht und lieferte einen tollen, festen, feinporigen Schaum. Die 12,99 Euro sind gut investiert.

Im Matcha Mix for Latte ist mir persönlich zu viel Zucker. Da die Milch sowieso noch separat zugefügt werden muss, hätte man hier in meinen Augen auf den Zucker verzichten können oder gleich eine trinkfertige Lösung inklusive Milchpulver wählen sollen. So ist es (für mich) nichts Halbes und nichts Ganzes. Nimm lieber den puren Matcha, füge etwas Milch hinzu und süße das bei Bedarf etwas nach.

Mein Fazit: Guten Herzens empfehlen kann ich den Matcha pur und die BlenderBottle. Beim Matcha Mix for Latte konnte mich Bünting konzeptionell nicht überzeugen, so dass ich auf den Geschmackstest zunächst verzichtet habe. Eventuell hole ich das später nach und ergänze meinen Testbericht entsprechend.

Bezugsquellen


Buch-Tipp: Tee zum Heilen und Genießen

Bei diesem gerade neu erschienenen Buch über Tee geht es nur am Rande um den von mir heiß geliebten "echten" Tee. Die Autoren Annette Kerckhoff und Michael Elies beschäftigen sich auf 182 Seiten hauptsächlich mit Arzneitees aus Arznei- und Heilpflanzen. Aber auch die sogenannten Genusstees kommen kurz zur Sprache - neben Schwarztee und Grüntee werden auch Mate und Rooibos vorgestellt.

Nach einer grundlegenden Einführung mit Basiswissen zu Arzneipflanzen, verwendeten Pflanzenteilen und Wirkstoffgruppen geht es im zweiten Kapitel um die Herstellung, Zubereitung und die Anwendungsmöglichkeiten.

In den Abschnitten zu Alkaloiden, Bitterstoffen und Flavonoiden kommen auch Grüntee und Schwarztee zur Sprache. Der Hinweis, dass die Zugabe von Milch die positiven gesundheitlichen Wirkungen zunichte mache, ist meines Wissens so nicht mehr unbestritten, zumindest kommt eine Studie aus dem Oktober 2013 zu dem interessanten Ergebnis, dass Milch die Aufnahme von Polyphenolen über den Darm erhöhen kann.

Auch der Hinweis, dass der Gehalt an Koffein bei längerer Ziehzeit abnehme, ist meines Wissens so nicht korrekt. Das Koffein löst sich über einen längeren Zeitraum aus den Teeblättern, bei längerer Ziehzeit werden dann aber auch Gerbstoffe gelöst, die eine beruhigende Wirkung auf Magen und Darm haben können. Den ersten Aufguss wegzuschütten, um in den folgenden Aufgüssen weniger Koffein zu haben, funktioniert meines Wissens nicht. Das Koffein löst sich auch in den nachfolgenden Aufgüssen weiter. Schlimmer noch: Mit dem ersten Aufguss werden andere wertvolle Inhaltsstoffe gelöst und gehen beim Wegschütten verloren.

Und last but not least wird auch das Thema der Patina in der Teekanne nicht ausgespart, bei dem ich die Ansicht der Autoren nicht ganz teile.

Annette Kerckhoff, Michael Elies: Tee zum Heilen und Genießen
Blick ins Buch: Anfang des Kapitels mit der Beschreibung der Heilpflanzen.

Ab Seite 33 werden die einzelnen, puren Heilpflanzentees mit Foto und kurzem Steckbrief vorgestellt. Darauf folgen - nach Körperregion und Organen geordnet - Rezepte, die gegen diverse Beschwerden helfen können.

Zum Abschluss werden ab Seite 153 die Genusstees vorgestellt und Rezepte zum Herstellen aromatischer Teemischungen präsentiert.

Über die Autoren


Dr. Annette Kerckhoff arbeitet für die "Carstens-Stiftung : Natur und Medizin" und hat einen Abschluss in Komplementärmedizin. Sie ist Lehrbeauftragte für naturheilkundliche Selbsthilfestrategien, Phytotherapie und Medizingeschichte. Zudem hat sie zahlreiche Ratgeber und Patienteninformationen geschrieben.

Dr. Michael Elles ist seit 1986 als Facharzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Akupunktur und Homöopathie in eigener Praxis niedergelassen. Er ist Autor vieler Fachbücher und Ratgeber und als beratender Arzt für die Carstens-Stiftung tätig.

Mein Fazit


Liebhaber der "echten" Tees aus der Teepflanze (Camellia sinensis) kommen hier nicht auf ihre Kosten, zudem werden neuere Forschungsergebnisse leider nicht erwähnt. Aber das ist auch nicht die Zielsetzung und der Schwerpunkt des Buches, geht es doch um Gesundheitstees. Und die bestehen (zumindest in Europa) in der Hauptsache aus Arzneipflanzen, zu denen wir die Teepflanze (noch?) nicht zählen.

Durch die klare Struktur finden interessierte Leser hier einen guten Überblick über Arzneitees, ihre Wirkstoffe und Einsatzmöglichkeiten. Ein kompaktes Nachschlagewerk, das bei vielen Beschwerden auch bewährte Hausmittel auf Kräutertee-Basis und deren Anwendung vorstellt.

Bestellmöglichkeit


Das Buch hier online bestellen.*


Bibliographische Angaben

Annette Kerckhoff, Michael Elies: Tee zum Heilen und Genießen
KVC-Verlag / Natur und Medizin e.V., ISBN 978-3-945150-40-5
Preis: 14,90 Euro

Buch-Tipp: Tee - 1001 Genuss

Bei meiner regelmäßigen Suche nach Literatur rund um das Thema Tee bin ich auf ein schön aufgemachtes kleines Buch gestoßen, das unter dem Reihentitel "1001 Genuss" soeben im Hölker-Verlag aus Münster erschienen ist. Christin Geweke als Autorin und Stefanie Wawer als Illustratorin haben das 48 Seiten starke Buch liebevoll gestaltet.

Gedruckt auf leicht abgetöntem, griffigen Papier werden verschiedenste Themengebiete in aller gebotenen Kürze angerissen: Tee-Legenden, Tee-Anbau, Ernte und Qualität, die Teepflanze, "echter" Tee und Aufgüsse aus Kräutern, Blüten, Früchten und Gewürzen, Tee-Mischungen, Zubereitung und Lagerung. Geschützt durch stabile Kartondeckel und eine Lasche mit Magnetverschluss, wirkt das Buch wie ein aufwändig verzierter Briefumschlag, ein dünnes Tagebuch oder ein kleines Poesiealbum.

Eingestreut in die kurzen Kapitel sind dezente, ansprechende Illustrationen, Zitate zum Thema Tee und viele Rezepte mit Tee, zum Beispiel für Matcha-Kekse. So ist für jeden und jede etwas dabei. Ein hübsches kleines Mitbringsel, das Teefreunden und solchen, die es werden wollen (oder sollen), einen ersten kleinen Überblick und viele Anregungen rund um den Teegenuss bietet.

Tee - 1001 Genuss*, ein liebevoll gestaltetes kleines Tee-Buch.

Fotos sind im Buch keine zu finden und natürlich kann das kleine Büchlein nicht alle Fragen beantworten. Aber dafür ist es ja auch nicht gemacht.

Mein Fazit


Ein hübsches kleines Buch zum Thema Tee, das sich dank seiner liebevollen Gestaltung und seines abwechslungsreichen, konzentrierten Inhalts wunderbar als kleines Geschenk eignet - gerne verbunden mit einer Packung Tee, Keksen oder leckerem Honig. Und wer Tee partout nicht mag, greift zum Buch "Kaffee - 1001 Genuss", das zeitgleich im Hölker Verlag und vom gleichen Autorinnen-Team erschienen ist.

Bibliographische Angaben und Bezugsquellen


Christin Geweke, Stefanie Wawer: 1001 Genuss - Tee
Hölker Verlag im Coppenrath Verlag, Münster
ISBN 978-3-88117-987-4, Preis: 8,95 Euro

Online bestellen:

Christin Geweke/Stefanie Wawer, Tee - 1001 Genuss*
Christin Geweke/Stefanie Wawer, Kaffee - 1001 Genuss*

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