Informationen für Genießer rund um den Tee

Neuigkeiten, Gedanken und Entdeckungen zum Thema Tee findest du hier im Tee-Tagebuch. Einen guten Tee in der Tasse, anregende Unterhaltung und viel Spaß bei der Lektüre wünscht dir
Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

Auf dieser Seite findest du alle Beiträge zu Tee-Büchern und Interviews mit Tee-Buch-Autorinnen und -Autoren, die bisher im Tee-Tagebuch.de veröffentlicht wurden. Außerdem kannst du schauen, was aktuell bei amazon.de die meistverkauften Bücher zum Thema Tee* sind.


Zealong Green und Flugtees aus Darjeeling und Nepal von TeeGschwendner

Bei TeeGschwendner gibt es aktuell in der Edmon's Sophisticated Tea Selection den Zealong Green, einen Grüntee aus Neuseeland, sowie die ersten Flugtees des Jahres 2015. Flugtees sind die ersten Tee-Pflückungen eines Jahres, die dann per Flugzeug (statt auf dem günstigeren Seeweg) an die Händler ausgeliefert werden - daher auch der Name Flug-Tee. Das müssen nicht die besten und aromatischsten Tees sein, aber weil es die allerersten Pflückungen sind, sind sie heiß begehrt. Denn jeder möchte gerne probieren, wie die neue Ernte ausfällt. Und eine Tendenz für die späteren Pflückungen lässt sich oft schon daraus ablesen.

Drei neue Tees aus dem aktuellen Sortiment von TeeGschwendner.

Bei den Flugtees, die jetzt vor mir stehen, handelt es sich um einen Darjeeling First Flush aus dem Teegarten Soom und einen Nepal First Flush aus dem Garten Sunderpani.

Spenden-Aktionen anlässlich der Erdbeben-Katastrophe in Nepal


Die Ernte und der Versand des letztgenannten Flugtees erfolgte noch vor der großen Erdbeben-Katastrophe in Nepal. Wer den Erdbeben-Opfern helfen möchte, kann dies durch den Kauf des Nepal-Projekt-Tees bzw. die eigens ins Leben gerufene Spenden-Aktion von TeeGschwendner tun oder alternativ über die "Aktion Deutschland hilft!" mit einer Geldspende helfen. Auch andere Teehändler wie zum Beispiel das Teekontor Kiel und PureTea haben Spendenaktionen ins Leben gerufen. Hoffen wir für die vielen Menschen in Nepal, dass es keine weiteren Nachbeben gibt und keine neuen Opfer zu beklagen sein werden.

Das trockene Blatt der drei Tees in der Übersicht.

Die Teeproben im Überblick


Doch zurück zu den Tees, die ich dir heute vorstellen möchte:

Zealong Green aus Neuseeland

Zealong Green


Wie schon bei den früher getesteten Tees aus dem Zealong-Teegarten in Neuseeland, ist auch dieser Tee wieder etwas ganz Besonderes. Das trockene Blatt sieht wunderschön aus und duftet aromatisch grün und leicht süßlich, ganz dezent nach frisch gebackenem Kuchen. Helle und dunkle Blattteile wechseln sich ab und ergeben ein wunderschönes Bild.

Anders als der Oolong und der Schwarztee ist dieser Grüntee nicht kugelig gerollt bzw. drahtig ausgearbeitet sondern besteht aus meist offenen oder locker gekräuselten Blatt-Bestandteilen.

Ich habe etwas mehr als drei Gramm Tee auf einen Viertelliter Wasser dosiert und den Blättern wie empfohlen bei einer Temperatur von 80 Grad Celsius zwei Minuten Ziehzeit gegönnt.

 


In der Tasse zeigt der Tee eine hellgoldene Farbe mit einem ganz leichten Grünton. Das feuchte Blatt bleibt recht kompakt. Im Duft gesellt sich eine dezente Blumigkeit hinzu. Geschmacklich ist der Tee frisch, mild und mit einem Hauch von Süße, den ich schon beim Oolong und dem Schwarztee von Zealong so mochte. Die Süße drängt sich hier allerdings nicht in den Vordergrund, sondern schleicht sich ganz allmählich nach den ersten Schlucken auf die Zunge und bleibt noch lange im Mund. Das Mundgefühl ist samtig-glatt, sehr angenehm.

Zealong Gree im Teeglas

Auch in einem zweiten Aufguss (Wassertemperatur 80 Grad Celsius, drei Minuten Ziehzeit) zeigten die Blätter noch ihre Kraft, die Süße weicht hier einer leichten Grasnote gepaart mit einer ganz dezenten Säure.

Mein Fazit: Ein besonderer Grüntee, der auch Grüntee-Neulinge erfreuen wird - zugreifen!

Darjeeling Flugtee Soom

Darjeeling Flugtee Soom


Der Tee aus dem Teegarten Soom und der im folgenden vorgestellte Nepal Flugtee ähneln sich im feinen Blatt sehr. Der Soom hat im trockenen Blatt einen Duft, der mich ein wenig an frisch geerntetes Korn erinnert, das zum Trocknen in der Scheune gelagert wird.

TeeGschwendner beschreibt den Tee als "zart duftig und spritzig mit hellgelber Tassenfarbe".

Ich freue mich schon auf die Verkostung.

Update: Den Soom-Flugtee habe ich heute als Nachmittagstee genossen. Dosiert wie empfohlen, vielleicht etwas höher, zeigte er bei mir eine bernstein-honig-goldene Tassenfarbe. Der Tee hat durchaus schon Kraft und ist ein angenehmer First Flush Darjeeling, der für dieses Jahr eine gute Ernte verspricht. Hier kannst du jetzt schon zugreifen oder dich auf spätere Pflückungen freuen!

Nepal Flugtee Sunderpani

Nepal Flugtee Sunderpani


Das trockene Blatt des Sunderpani ist zwar optisch dem Soom sehr ähnlich, der Duft geht aber in eine leicht andere Richtung. Statt Korn meine ich hier einen angenehmen, sehr dezenten Duft einer Scheune voller gestapelter Strohballen wahrzunehmen.

Bei TeeGschwendner liest sich das so: "Verführerisch duftige, sonnengelbe Tasse, voller Frühling."

Auch hier bin ich gespannt, wie sich der Tee in der Tasse präsentieren wird.

Update: Der Sunderpani-Flugtee hat eine schöne Tassenfarbe, wirkt geschmacklich aber zunächst wenig beeindruckend. Die jungen Blätter haben scheinbar noch nicht die Kraft, um meine Zunge zu erreichen - dachte ich. Doch nach drei Tassen zum Frühstück - was ist das? Mit etwas zeitlicher Verzögerung habe ich ein angenehmes Aroma auf der Zunge, das noch lange nachklingt. Ein milder Tee, jung, grün, frühlingshaft, der seinen blumigen Charakter zunächst zu verbergen weiß. Mein Tipp: Auf die späteren Pflückungen warten. Ich denke, da dürften in diesem Jahr einige schöne Tees entstehen!

Wenn du Lust auf die oben vorgestellten Tees bekommen hast, kannst du sie vor Ort in einer TeeGschwendner-Filiale kaufen oder im Online-Shop von TeeGschwendner bestellen. Gemütliche Teestunden wünsche ich dir!

Schnelltest: Tee und Zubehör aus dem GAIWAN-Shop

Mein virtuelles Alter Ego ist der "Smiling Gaiwan" - aus diesem Grund wurde ich sehr neugierig, als ich einen jungen Online-Tee-Shop mit dem Namen GAIWAN* entdeckte. Neben ausgewählten klassischen Tees aus China gibt es dort auch schönes Zubehör. Unter anderem sind das Teegeschirr aus Glas und Yixing-Ton, Teekannen und Gaiwane, Tee-Tabletts aus Bambus und kleine Teefiguren. Der erste optische Eindruck ist sehr positiv. Aber hält die Ware, was der Shop verspricht?

Jetzt habe ich eine kleine Lieferung erhalten: Ein Teeglas mit Edelstahlsieb*, ein kleines Tablett aus Bambusholz*, einen Präsentierteller (cha he)* und eine Auswahl verschiedener Tees*.

Teeglas, Tablett, Präsentierteller und Tee von GAIWAN*.

Lieferung und Ware


Die Ware wurde sehr zügig per DHL geliefert, war bruchsicher und schön verpackt. Ein paar Details zu den gelieferten Waren:

Die vier Teeproben im Präsentations-Halter aus Karton.

Die Tee-Auswahl* ist einzeln in Aromaschutzfolie verschweißt und wird in einem hübsch anzusehenden "Aufsteller" aus dunklem Karton präsentiert. Ideal, falls man eine Tee-Selektion verschenken möchte - die Auswahl kannst du nämlich selbst festlegen.

Die vier Teeproben ausgepackt.

Das Blatt der vier Teesorten ist gut gearbeitet. Der lose gearbeitete Sheng Pu Erh verströmt einen neutralen Duft, auch die anderen Tees haben im trockenen Blatt keine Auffälligkeiten. Der Long Jing hat die typische "Spatzenzungen"-Form der gepressten, ganz jungen Blatt-Triebe. Das Blatt des Silver Needle umgibt ein feiner, silbriger Flaum. Und der Tie Guan Yin zeigt das typisch stark gerollte große Blatt des Oolong. Wie gut die Tees tatsächlich sind, wird sich erst nach einer Verkostung zeigen.

Siebeinsatz/Filter
Das Teeglas* ist aus dünnwandigem Glas gefertigt und fasst 0,5 Liter Tee. Der großvolumige Edelstahl-Siebeinsatz und der zugehörige Deckel aus Edelstahl sind genau wie das Glas spülmaschinenfest. Sieb und Deckel sitzen passgenau im und auf dem Glas.

Das Sieb kann nach dem Ziehvorgang tropfsicher im umgedrehten Deckel abgestellt werden. Optisch wirkt das Glas nicht so, als ob es einen halben Liter Tee fassen könnte - aber da verschätzt man sich leicht.

Auf das Sieb gibt der Hersteller 30 Jahre Garantie. Der Filter hat seitlich und im Boden eine sehr feine Lochung, so dass der Tee bis auf ganz feinen Teestaub im Filter bleibt.

Update: Beim Aufbrühen von Tee wird der Metalldeckel heiß, wenn er auf das Glas gelegt wird. Für temperaturempfindliche Finger ist das nicht so angenehm. Der Siebeinsatz lässt sich aber überraschenderweise am äußeren, etwas dickwandigeren Rand anfassen und entnehmen, ohne sich die Finger zu verbrennen, selbst wenn das Glas fast randvoll ist.

Der Präsentierteller* "cha he" ist aus leichtem weißen Porzellan gefertigt und dient dazu, die Teeblätter vor der Zubereitung betrachten zu können. Durch seine spezielle Form lassen sich die Teeblätter anschließend leicht in das Teeglas, eine Kanne oder einen Gaiwan einfüllen. Dazu wird in der klassischen chinesischen Teezeremonie ein spezielles Tee-Besteck (cha dao)* verwendet.

Präsentierteller für Tee

Das Tablett aus Bambus* zeigt eine sehr schöne Maserung, ist an den Kanten angenehm abgerundet und hat auf der Unterseite ein dezent geprägtes Hersteller-Signet.

Prägung im Boden des Bambus-Tabletts.

Mein Fazit


Wer klassische chinesische Tees und dau passendes (auch modernes) Zubehör mag, sollte dem GAIWAN-Shop* einen Besuch abstatten. Das Sortiment ist übersichtlich, gut ausgewählt und aufeinander abgestimmt. Die Präsentation im Online-Shop ist gelungen. Die Bestellung wurde schnell bearbeitet, Verpackung, Lieferung und Ware waren tadellos.

Aus diesem Grund ist der Shop ab sofort auch in meinen Tee-Shop-Tipps gelistet. Hier geht es direkt zum GAIWAN-Shop*.

Matcha 108 im Test

Matcha 108 in der Verpackung.
Matcha, Matcha - wohin man auch schaut. Das japanische Grüntee-Pulver hat einen neuen Tee-Hype ausgelöst. Matcha landet nicht nur in der Tasse, nein, auch im Cocktailglas, in Saucen, Gebäck, Mixgetränken, Kosmetik. Ein gesunder Jungbrunnen und Wachmacher soll dieser Tee sein. Samurai, Kaiser und Zen-Mönche haben sich an ihm erfreut, ihre Leistungsfähigkeit und Gesundheit damit erhalten - so preisen es die Händler allerorten an.

Guter Matcha ist ein Genuss, keine Frage. Wenn er auch noch gesund ist, umso besser. Aber so langsam bin ich übersättigt von all den Lobpreisungen. Es gibt noch viele andere tolle Teesorten, die nicht nur einen Blick wert sind. Aber lassen wir meine Befindlichkeiten beiseite - da ich eine neue Teeprobe bekommen habe, soll es heute um einen weiteren Matcha-Test gehen.

Matcha 108 im Test


Diesmal handelt es sich um einen in China produzierten grünen Bio-Pulvertee namens Matcha 108*. Die Zahl 108 ist ein Wortspiel, da sie in Asien als Glückszahl gilt und zudem lautmalerisch für "one hundred aid" steht. Das Unternehmen hinter Matcha 108 spendet einen Teil seines Verkaufserlöses für wohltätige Zwecke, daher das "aid", also auf Deutsch "Hilfe".

Außerdem betont der Anbieter, dass sein Matcha-Tee und die Verpackung strengen Qualitätskontrollen in Europa (TÜV/GBA) unterzogen werden:

"Unser Lieferant baut bereits seit 2004 ökologisch an, ist EU-ÖKO-zertifiziert und unterliegt den strengen Kontrollen der Grüntee Tests. Außerdem führen wir mit unabhängigen Laboren in Deutschland regelmäßig den Nachweis auf ökologischen Landbau durch. Diese Tests gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen beim Grüntee Test hinaus und garantieren den Ausschluss von 500 Pestiziden und Herbiziden. Zusätzlich lassen wir uns durch mikrobiologische Tests die lebensmittelhygienische Unbedenklichkeit unserer Produkte bestätigen. Und auch unsere Matcha Verpackung ist auf Lebensmittelverträglichkeit und Unbedenklichkeit getestet und bestätigt."
Hier die Vorder- und Rückseite der Verpackung:

 

Kleiner Exkurs zur Matcha-Produktion


Qualitativ guter japanischer Matcha wird aus hochwertig verarbeiteten Teeblättern mit speziellen Granitsteinmühlen vermahlen. Für den aus dem chinesischen Hanghzhou stammende Matcha 108 kommen Industriemühlen aus Keramik zum Einsatz. Ansonsten ist laut Anbieter der Anbau und die Verarbeitung der japanischen Produktionsweise angeglichen - Zitat aus dem Online-Shop:
"MATCHA ONE HUNDRED AID gedeiht auf einer der besten Plantagen des Hangzhou-Anbaugebiets an der chinesischen Ostküste. Dort wird er vor der Ernte vor der Sonne geschützt, damit er delikate, dunkelgrüne Blätter entwickeln kann, die noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Aminosäuren und Antioxidantien enthalten. Die Teeblätter werden gedämpft, getrocknet, von Stielen und Blattrippen getrennt, und in Keramikmühlen zu feinstem Pulver zermahlen."
Granitsteinmühlen sind die klassische, traditionelle Variante mit der aus dem Aracha (vom Blattgerippe befreiter Rohtee, sozusagen das "Tee-Fleisch") ein qualitativ hochwertiger Matcha hergestellt wird. Keramik-Industriemühlen sind günstiger in der Anschaffung und sollen ein nicht ganz so feines Teepulver erzeugen. Ob sich dieser Unterschied tatsächlich bemerkbar macht, das muss jeder für sich entscheiden.

Meine ersten Vergleichstests zeigten jedoch, dass sich bisher die aus Japan stammenden Matcha-Qualitäten positiv abhoben. Insofern war ich gespannt, wie der Matcha 108 aussieht und schmeckt. Die Beschreibung im Shop klingt gut - die Verarbeitung bis hin zum Rohmaterial scheint gleich zu sein.

Matcha 108 im Vergleich mit aiya Matcha Ten


Der Matcha 108 kommt in einem Ziplock-Beutel. Nach dem Öffnen verströmt das hell gelb-grüne Teepulver einen feinen Teeduft. Im Vergleich zu meinem japanischen Referenz-Matcha, dem Matcha Ten von aiya, sind allerdings deutliche Unterschiede in Farbe und Duft erkennbar. Der Matcha Ten zeigt ein intensives Jadegrün und duftet intensiv-dunkel, der Matcha 108 zeigt ein deutlich helleres gelb-grün und duftet bei weitem nicht so intensiv. Dieser deutliche Unterschied ist auf den Fotos in diesem Beitrag leider nicht so klar zu erkennen.

Links der Matcha 108, rechts der aiya Matcha Ten.
Leider ist der deutliche Farbunterschied im Foto nicht richtig zu erkennen.

Auch im Aufguss zeigt sich dieser Farbunterschied. Der Matcha 108 zeigt eine eher ins gelbliche gehende, hell-olivgrüne Farbe in der Schale. Geschmacklich ist er in Ordnung, im Vergleich zum Matcha Ten fehlt ihm allerdings die feine pflanzliche Süße und Tiefe. Der Matcha 108 tendiert hier eher zum leicht Bitteren ,was aber nicht unangenehm ist.




Preislich liegt der Matcha 108 mit seinen 29,90 Euro für 108 Gramm deutlich günstiger als der aiya Matcha Ten, der mit 40 bis 46 Euro für 30 Gramm gehandelt wird.

Umgerechnet auf 100 Gramm liegt der Matcha 108 also bei rund 28 Euro und der aiya Matcha Ten bei ca. 133 bis 153 Euro. Der Matcha Ten spielt allerdings geschmacklich und optisch auch in einer ganz anderen Klasse.

Mein Fazit


Für die schnelle Tasse Matcha zwischendurch, als Koch-Matcha und für Mixgetränke ist der Matcha 108 völlig in Ordnung. Für den vollen, puren Matcha-Genuss empfehle ich persönlich allerdings die japanischen Matcha-Qualitäten - auch wenn der Preis selbst für Einsteiger-Sorten hier mehr als das Doppelte beträgt. Es lohnt sich.

Bezugsquellen


Den in diesem Beitrag vorgestellten Matcha 108 kannst du bei amazon* und im Shop von Matcha 108 bestellen.
Themenverwandte Beiträge.

Top 5 - die beliebtesten Beiträge aller Zeiten

Werbung