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Mittwoch, 11. Juni 2014

Tees der Ernte 2014 aus Darjeeling, China und Japan

Am vergangenen Samstag erreichte mich eine Tee-Lieferung vom Hamburger Teespeicher mit Tees der Ernte 2014. An dieser Stelle mein herzlicher Dank an Henning Schmidt für die tollen Tees:


Schau dir dieses wunderschöne und so verschiedene Blattgut an:

Tees der Ernte 2014 aus Darjeeling, China und Japan
aus dem Sortiment des Hamburger Teespeichers.

Diese drei Tees zeigen mir wieder einmal, wie unterschiedlich das Blatt aussehen kann und wie verschieden Tees eines Jahrgangs in den Anbaugebieten und Teeplantagen verarbeitet werden. Drei qualitativ hochwertige, frische Tees der aktuellen Ernte des Jahres 2014, die jeweils eine landestypische Besonderheit repräsentieren. Ein Hochgenuss schon in dem Moment, in dem ich die Nase in die Teetüte stecke!


Bio-Darjeeling First Flush 2014, Garten Turzum


Dieser First Flush aus der Ernte 2014 des Teegartens Turzum (früher unter dem Label Sungma vermarktet) zeigt ein wundervoll verarbeitetes, voluminöses, gedrehtes Blatt mit dem für Darjeeling typischen Maiglöckchen-Duft.

Das Blatt ist gut oxidiert, nicht zu grün und durchsetzt mit hellen Sprenkeln von jungen Knospen und hellgrünen Blatt-Teilen.

In der Tasse zeigt sich der Tee hellgolden und mit einem ausgewogenen, spritzig-frischen, runden Geschmack. Ein toller Tee für alle Teefreunde, die First-Flush-Qualitäten aus Darjeeling lieben.



China-Grüntee Lung Ching Premium 2014


Der Lung Ching, auch unter dem Namen Drachenbrunnentee bekannt, ist einer der berühmtesten Grüntees Chinas und stammt aus der Nähe des berühmten Westsees.

Das Blatt erinnert mich in seiner typischen Blattform entfernt an einen Tai Ping Hou Kui im Kleinstformat. Wunderschön gepresste Blattknospen mit einer hellgrünen Farbe und einem wunderschönen Duft, der mich an die Kruste eines frisch gebackenen Brotes nach dem Abkühlen und an Röstkastanien erinnert. Nach dem Aufguss entfalten sich die vielen kleinen Knospen wieder zu ihrer ursprünglichen Form, was für die gute Qualität dieses Tees spricht.

In der Tasse ist der Tee klar und hellgolden. Der Geschmack ist sehr angenehm, rund und bleibt lang im Mundraum. Ich kann es nur schwer in Worte fassen - aber die Beschreibung auf der Verpackung trifft es gut: Geschmack nach Kastanien und subtile Fruchtnoten.

Dieser Tee sollte nicht zu heiß aufgegossen werden und nach dem Aufgießen ruhig noch etwas abkühlen. So zeigen sich die verschiedenen Geschmacksnuancen noch deutlicher. Mindestens einen zweiten Aufguss solltest du dir und diesem Tee gönnen und ausprobieren, wie sich der Geschmack verändert.




Japan Shincha Frühjahrsernte 2014


Der dritte und letzte Tee kommt aus Japan und stammt aus einer frühen Vorernte. Auf dem Etikett der Verpackung im Foto steht zwar der Jahrgang 2013, es handelt sich aber um die frische Ernte 2014, wie sich bereits im Shop gelistet ist.

Das dunkle, leicht glänzende, nadelig gepresste Blatt des Shincha ist mit hellen Sprenkeln und Blattbruch durchsetzt. Der intensive, frisch-dunkle Duft verzaubert schon im trockenen Blatt.

In der Tasse zeigt der Tee viele Schwebteilchen, so dass er trüb wirkt, zugleich aber eine intensiv hellgrün-goldene Farbe zeigt. Die Blatt-Teile entfalten sich wieder zu frischem Grün und verströmen den Duft einer frisch gemähten Frühlingswiese nach einem Regenschauer. Der Geschmack ist frisch und grün, sehr angenehm und klingt noch lange mit einer angenehmen Frische im Mund nach. Der Tee sollte nicht zu heiß aufgegossen werden, maximal 80 Grad, besser noch 70 Grad oder weniger.

Ein sehr schöner Tee, der an schwülen Sommertagen auch in abgekühlter Form oder als Kaltaufguss sehr erfrischend ist. Wie schon beim Lung Ching kannst du auch diesen Tee mindestens ein weiteres Mal aufgießen.



Bezugsquelle der vorgestellten Tees

Die oben vorgestellten Tees sind erhältlich im Hamburger Teespeicher (Ladengeschäfte in Hamburg sowie im Online-Shop). Der Darjeeling ist unter Bestellnummer 1 zu finden, der Lung Ching unter Bestellnummer 1608 und der Shincha unter Bestellnummer 1769. - Genussreiche Teestunden wünsche ich!

Sonntag, 25. Mai 2014

Zealong Black - der Schwarztee aus Neuseeland

Nr. 2697 - Zealong Black aus dem
Sortiment von TeeGschwendner
Vor ziemlich genau vier Jahren hatte ich meine erste Begegnung mit einem Tee namens "Zealong" aus Neuseeland. Damals gab es diese Oolong-Tees noch nicht in Deutschland, so dass mein Verkostungsmuster direkt aus Neuseeland kam. Es war ein Zealong Aromatic, der mich sofort begeisterte.

Insgesamt werden auf der Zealong-Teeplantage in Neuseeland drei verschiedene Oolongs produziert, die sich durch die verschiedene lange Erhitzung und Röstung unterscheiden: Zealong Pure (ungeröstet), Zealong Aromatic (kurz geröstet) und Zealong Dark (länger geröstet). - Ob wohl Hobbits, Elben und Zwerge während der Drehpausen zum "Herrn der Ringe" auch das ein oder andere verzaubernde Tässchen genossen haben? Es würde mich nicht wundern.

Seit meiner ersten Verkostung hat sich einiges getan und die Zealong-Tees haben einen guten Ruf unter Teegenießern. Inzwischen gibt es immer mal wieder auch deutsche Händler, die Zealong-Tees für kurze Zeit in ihr Sortiment aufnehmen. TeeGschwendner ist einer dieser Händler. Allerdings sind die Zealong-Tees schon vom Teegarten recht hochpreisig angesetzt, so dass der Ladenpreis nicht ohne ist. Ein eher überschaubarer Kundenkreis wird bereit sein, so viel Geld auf den Tisch zu legen. Andererseits bieten diese Tees auch ein tolles Geschmackserlebnis.

Der Zealong Black - ein Oolong als Schwarztee


Das trockene Blatt des Zealong Black

Das feuchte Blatt des Zealong Black
nach dem zweiten Aufguss.
Aktuell hat TeeGschwendner einen Tee aus der Zealong-Produktion im Sortiment, auf den ich sehr neugierig bin. Es ist allerdings kein Oolong-Tee, sondern ein voll oxidierter Schwarztee: Nr. 2697 - Zealong Black in der Edmon's Sophisticated Tea Selection. Dieser Tee wird aus den Blättern der gleichen Teesträucher gewonnen, die für die Produktion der Oolong-Sorten als Basis dienen. Allerdings werden die Teeblätter im Gegensatz zum Oolong voll oxidiert, wodurch sie ihre intensiv dunkle Farbe bekommen.

Die Beschreibung dieses Tees klingt äußerst verführerisch: "ein Schwarztee, der betörend nach Honig, Karamell und ein wenig Malz schmeckt. Weich und sanft, verblüfft die Tasse mit Ausdrucksstärke, die man sonst nur aus Indonesien oder Vietnam kennt." Da sind die knapp 40 Euro für 100 Gramm schnell vergessen. Eventuell relativiert sich der Preis ja ein wenig, wenn dieser Tee mehrere Aufgüsse verträgt? Das gilt es zu testen.

Jetzt steht also eine kleine Packung des Zealong Black vor mir: Dunkle, fast komplett schwarze, relativ große, nicht gerollte Blätter. Das trockene Blatt verströmt duftet nicht intensiv, aber bereits vielversprechend - und ich bin gespannt, wie sich der Tee in der Tasse zeigen wird.

Der Tee in der Tasse - mein Eindruck


Ich habe den Tee wie empfohlen zubereitet: 13 Gramm für einen Liter weiches, kochendes Wasser, vier Minuten Ziehzeit. Die Blätter entfalten sich während des Ziehens. Im feuchten Blatt sind Stängel, Blatt-Teile, aber auch ganze Blätter zu finden. Typisch für einen Oolong-Tee, Blattgröße und Anteil der Blattstängel eher untypisch für einen Schwarztee, wie er üblicherweise produziert wird.

Erster Aufguss des Zealong Black.

Der Tee in der Tasse verströmt einen angenehmen, dunkel malzig-süßen Duft. Nach ein wenig Wartezeit, bis die tiefgoldene Flüssigkeit Trinktemperatur erreicht hat, koste ich endlich.

Genau wie der Duft und die Beschreibung im Online-Shop es versprochen haben, schmeckt der Tee intensiv, zeigt aber keinerlei Bitterkeit. Eine dunkle, malzige Süße mit einem Hauch Honig und Lakritz schmeichelt der Zunge und bleibt noch lange im Mundraum erhalten. Wunderbar. Geschmacklich erinnert mich der Zealong Black an einen Sanxia Hongcha aus Taiwan, was nicht verwundert, da die Herstellungsverfahren und Teestrauch-Typen der Tees sich ähneln.

 

Nachdem der erste Aufguss mich schon begeistert hat, wollte ich wissen, ob der Zealong Black genügend Kraft für einen zweiten Aufguss hat. Für den zweiten Aufguss habe ich wiederum 4 Minuten Ziehzeit und kochendes Wasser gewählt. Farblich ist der Tee auch jetzt intensiv bernstein-golden. Geschmacklich fehlt allerdings die dunkle, malzige Süße des ersten Durchgangs. Jetzt finde ich eher Fruchtnoten, die ich allerdings nur schwer beschreiben kann. Trockenobst, grüner Apfel, vielleicht auch ein Hauch von Süßholz oder Lakritz? Ganz anders als im ersten Aufguss, aber immer noch angenehm, ohne Bitterstoffe, durch die leichte Fruchtigkeit erfrischend im Mundraum.


Einen dritten Aufguss habe ich nicht mehr getestet, da mir das Gefälle zwischen erstem und zweitem Aufguss bereits zu groß erschien. Bei einem Schwarztee war allerdings auch nicht zu erwarten, dass er mehr als zwei Aufgüsse durchhält.

Mein Fazit


Ein wunderbarer Schwarztee, der mit seinem intensiven Aroma und seiner unaufdringlichen Süße lange am Gaumen nachklingt. Trotz des vergleichsweise hohen Preises auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für alle, die sich einen besonderen Schwarztee für besondere Stunden wünschen oder einen exquisiten Tee verschenken möchten. Wer eine preisgünstigere Alternative sucht, sollte einen Sanxia Hongcha aus Taiwan probieren.


Bezugsquellen für Zealong-Tees


Der Zealong Black ist meines Wissens derzeit in Deutschland nur bei TeeGschwendner zu bekommen. Wer weitere Zealong-Tees probieren möchte, findet beim Tee-Kontor Kiel den Dark Oolong oder bestellt direkt in Neuseeland ein Komplettpaket. Bei Direktbestellung über den Zealong-Shop ist allerdings zu bedenken, dass ggf. recht hohe Versandkosten und Kosten für den Zoll anfallen. Schneller, einfacher und kostengünstiger ist es in jedem Fall, wenn ein deutscher Händler den Tee vorrätig hat.

Samstag, 10. Mai 2014

Darjeeling Flugtees vom Teekontor Nordfriesland

Teefreund Gerhard Biel, Inhaber des Teekontors Nordfriesland, hat mir aus seinem Sortiment drei Teemuster zukommen lassen, die ich gerne kurz vorstellen möchte. Es handelt sich um zwei Flugtees aus Darjeeling und einen Oolong-Schwarztee aus Sikkim. Was ein "Flugtee" ist, habe ich im vorigen Blogbeitrag schon erläutert, so dass ich hier nicht noch einmal darauf eingehe.

Die drei Teemuster im Überblick:

Teeproben vom Teekontor Nordfriesland (von links nach rechts): Darjeeling Flugtee
Orange Valley, Darjeeling Flugtee Longview, Temi Oolong/Schwarztee aus Sikkim


Die Tees kurz vorgestellt


Nachdem ich die Tees heute verkostet habe, folgen jetzt meine Eindrücke in Kurzform:

► Flugtee 2014 aus dem Teegarten Orange Valley in Darjeeling


Blattgrad: SFTGFOP 1
Ernteperiode: DJ2 / 2014
Gütesiegel: kbA
Preis: 19,95 Euro für 100 g

Der Tee: Das trockene Blatt des Flugtees des Teegartens Orange Valley verströmt einen angenehmen, leicht brotigen Duft. Das feuchte Blatt duftet "grün" und frisch. Der Aufguss ist hellgolden und klar. Der Geschmack ist für einen jungen Flugtee angenehm rund und trotz der frühen Ernte sehr aromatisch, mit einer schönen Muskatell-Note. Der Tee stammt aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA).

Mein Fazit: Der Tee gefällt mir sehr gut. Dass die Teesträucher bereits jetzt so aromatisch sind, lässt auf weitere schöne 2014er-Tees dieses Teegartens hoffen!


► Flugtee 2014 aus dem Teegarten Longview in Darjeeling


Blattgrad: FTGFOP 1
Ernteperiode: DJ3 / 2014
Gütesiegel: -
Preis: 16,80 Euro für 100 g

Der Tee: Das trockene Blatt hat einen angenehmen, eher dezenten Duft, der weniger intensiv auftritt als der Tee der Plantage Orange Valley. Das feuchte Blatt duftet intensiv grün. Der Aufguss ist klar und golden, etwas dunkler als beim Orange Valley. Der Geschmack ist frisch, leicht und blumig.

Mein Fazit: Ein schöner, geschmacklich leichter Flugtee. Preislich ist dieser Tee günstiger als der Orange Valley, der für mich aber spürbar mehr Aroma und Fülle bietet und damit seinen Mehrpreis rechtfertigt.


► Oolong/Schwarztee aus dem Teegarten Temi in Sikkim, Nordindien


Blattgrad: TGFOP
Ernteperiode: -
Gütesiegel: -
Preis: 8,45 Euro für 100 g

Informationen zur Herkunft: Der Teegarten Temi ist das nördlichste Teeanbaugebiet Indiens und liegt in Sikkim. Temi ist der einzige Teegarten in dieser Region, liefert aber dem Vernehmen nach sehr hochwertige Tees, die denen aus Darjeeling durchaus ebenbürtig sind. Aufgrund seiner Lage beginnt die Ernteperiode in Sikkim etwa einen Monat später als in Darjeeling.

Der Tee: Das trockene Blatt duftet nur wenig. Das feuchte Blatt hat einen leichten, angenehm ausgereiften Duft. Der Aufguss ist dunkel golden und klar. Der Geschmack ist intensiv, mit leichten Fruchtnoten und einer mild-nussigen Würze.

Mein Fazit: Ein ausgewogener und alltagstauglicher Oolong/Schwarztee zu einem guten Preis.


Weitere Informationen und Bezugsquelle



Herzlichen Dank an Gerhard Biel für die schönen Teemuster!
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