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Sonntag, 28. April 2013

Teebereiter-Test: Tee Shaker von Min River Tea

Tee Shaker (Tea Shaker) von Min River Tea
Der Tee Shaker (Tea Shaker)
von Min River Tea.
Seit längerer Zeit plane ich, euch den Tee Shaker (oder auch Tea Shaker)* von Min River Tea* im Rahmen meiner Teebereiter-Tests vorzustellen. Leider verzögerte sich die Lieferung, weil das erste Paket mit Tee und Teebereiter den Weg von China nicht bis zu mir gefunden hat. Auch im zweiten Anlauf hat es mit der Lieferung aus China bisher nicht geklappt - dafür kam der Teebereiter kurzfristig aus dem Lager in England zu mir, so dass ich euch jetzt von meinen Erfahrungen berichten kann.

Der Lieferumfang

Geliefert wird der Teebereiter umhüllt von einer Plastikfolie in einer Verpackung aus Pappe. Im Teebereiter ist ein kleines "Säckchen" mit Kügelchen, die während des Transports eventuell entstehende Feuchtigkeit binden, und ein kleines Zettelchen mit ein paar Zeichnungen, die wohl die Verwendung des Teebereiters illustrieren sollen. Da allerdings sowohl die Verpackung als auch diese Kürzest-Anleitung nur in chinesischer Schrift gehalten sind, dürfte der Großteil der europäischen Nutzer zunächst so ratlos schauen wie ich. Schade, aber verschmerzbar - erschließt sich der Gebrauch des Teebereiters doch recht schnell.

Bestandteile und Material

Der Tee Shaker besteht hauptsächlich aus Polycarbonat. Die jeweils konisch geformten Hälften werden durch einen sehr fein gelochten Filter aus Edelstahl getrennt. Beide Enden des Teebereiters sind mit einem dunklen Schraubverschluss-Deckel versehen. Die Schraubverschlüsse sind durch kleine Silikoneinlagen abgedichtet, so dass keine Flüssigkeit austritt. Zusammengehalten werden die beiden Hälften in der schmaler gehaltenen Mitte durch einen Edelstahlring, in dem auch das Sieb sitzt. Der Teebereiter liegt gut in der Hand und ist sowohl in gefülltem als auch im ungefüllten Zustand ausreichend standfest.

Zum Thema Polycarbonat und BPA: Laut Herstellerangaben unterschreitet das Material die Grenzwerte, die für die Freisetzung von BPA (Bisphenol A) vorgegeben sind. Der Teebereiter ist laut dieser Information bedenkenlos zu verwenden. Leider gibt es bisher kein europäisches Prüfsiegel, dass diese Aussage weiter untermauern könnte. Natürlich sind solche Prüfsiegel auch ein deutlicher Kostenfaktor - gerade für einen jungen Online-Tee-Shop ein Problem. Andererseits sollte der Hersteller des Teebereiters selbst ein Interesse daran haben und sich zumindest an den Kosten für eine solche Prüfung beteiligen.

Verwendung des Tee Shakers

Siebeinsatz im Tee Shaker
Der Siebeinsatz im Tee Shaker
hält die Flüssigkeit im oberen
Gehäuseteil fest.
Die Verwendung des Tee Shakers ist einfach: Auf einer Seite wird der Deckel abgeschraubt, Tee hineingegeben, heißes Wasser eingefüllt und der Deckel wieder aufgeschraubt. Anders als man es erwarten könnte, fließt das Wasser jedoch nicht direkt durch das Sieb in die untere Kammer, sonder verbleibt fast vollständig in der oberen Hälfte. Das Sieb ist so fein gelocht, dass es (vermutlich dank der Oberflächenspannung des Wassers) die Flüssigkeit zurückhält.

Einen ähnlichen Effekt hatte ich schon früher beim Tepiano Teebereiter "DIE EINS" beobachtet, wenn das feinmaschige Sieb verwendet wird. Anders als dort, ist dieses Verhalten beim Tee Shaker aber bewusst eingesetzt und sorg erst einmal für Erstaunen.

Hat der Tee die gewünschte Ziehzeit erreicht, beginnt das spielerische Element dieses Teebereiters: das Schütteln ("shaken"). Mit sanften Auf- und Ab-Bewegungen werden Flüssigkeit und Teeblätter voneinander getrennt. Beim Schütteln lässt das Sieb die Flüssigkeit schwallweise durch, so dass sich die bisher ungenutzte Kammer mit dem Aufguss füllt. Schon nach wenigen Durchgängen sind Aufguss und Teeblätter in getrennten Hälften des Tee Shakers, der nun wie eine Sanduhr umgedreht wird: Teeblätter unten, fertiger Tee oben.

Tee Shaker (Tea Shaker) im Einsatz
Der Tee Shaker (Tea Shaker) im Einsatz.

Jetzt kann der über dem Tee befindliche Deckel abgeschraubt werden und der Tee ist servierfertig. Da sich an der Trinköffnung auch das Gewinde für den Verschlussdeckel befindet, kann man zwar direkt aus dem Teebereiter trinken - angenehmer ist es aber, den Tee in eine Tasse umzufüllen. Ich empfehle euch, den Tee direkt komplett umzufüllen. Beim langsamen Neigen kann es sonst passieren, dass der Tee doch wieder in die andere Kammer zurückfließt und ihr einen zweiten "Schüttelgang" vor euch habt.

Meine Meinung zum Tee Shaker

Das Funktionsprinzip ist überraschend und faszinierend. Ein tolles Tee-Gimmick für Spielkinder, die gerne Aufmerksamkeit erregen. Der Tee, die Teeblätter und die Farbe des Aufgusses lassen sich während der gesamten Zubereitung wunderbar beobachten. Durch das Schütteln werden die Teeblätter am Ende der Ziehzeit noch einmal kräftig mit dem Aufguss vermengt und erhalten eine zusätzliche Portion Sauerstoff, was dem Geschmack durchaus zuträglich sein kann - ich habe allerdings ehrlich gesagt keinen geschmacklichen Unterschied festgestellt.

In meinen Testläufen klappte das Zubereiten und "Freischütteln" des Tees recht gut. Es gab allerdings auch Fälle, bei denen schon beim Einschenken ein bis zwei große Schlucke Flüssigkeit direkt in die untere Kammer durchliefen. Das hängt vielleicht davon ab, wie man das Wasser eingießt und welche Teeblätter in der Ziehkammer sind. Auch beim Ausgießen passierte es zeitweise, dass der fertige Tee während des Einschenkens in die zweite Kammer zurückfloss und ein weiteres "Schütteln" notwendig machte. Kein großes Problem, aber doch ein wenig lästig.

Der Teebereiter verträgt problemlos auch kochendes Wasser, so dass auch die Schwarztee-Zubereitung kein Problem darstellt. Allerdings merkt man bei Temperaturen ab 90 Grad Celsius schon recht bald, dass der Teebereiter heiß wird. Temperaturempfindliche Teefreunde werden das eventuell schon als unangenehm empfinden. Vor allem am Edelstahlring und an den Flachseiten der Deckel kommt die Hitze deutlich durch.

Die Reinigung des Teebereiters ist denkbar einfach: Etwas Wasser (warm oder kalt) einfüllen, zuschrauben, schütteln und das Wasser anschließend aus beiden Kammern ausgießen. Dann noch abtrochknen - fertig. Anders als erwartet, ist das Sieb in der Mitte fest verbaut - der Tee Shaker lässt sich also nicht weiter zerlegen. Bisher haben sich dort aber keine Blattreste festgesetzt, so dass ein Auseinandernehmen auch später kaum notwendig sein dürfte.

Mein Fazit

Insgesamt gefällt mir der hohe Spaßfaktor des Tee Shakers, auch wenn das Prinzip nicht zu einhundert Prozent zuverlässig funktioniert. Das Aufgehen der Teeblätter und die Farbe des Aufgusses kommen wunderbar zur Geltung.

Kritikpunkte sind für mich: die fehlende deutschsprachige (oder zur Not englischsprachige) Anleitung, die spürbare Erhitzung des Gehäuses und das Material, das BPA freisetzen kann.

Insgesamt ein hübsches, brauchbares Teezubehör, auch wenn es nicht mein Lieblingsgerät werden wird.

Bezugsquelle

Tee Shaker (Tea Shaker) im Online-Shop von Min River Tea*

Sonntag, 21. April 2013

Tee-Shop im Test: Whittard of Chelsea

Whittard of Chelsea - Firmenlogo
Das Firmenlogo des
Tee- und Kaffeehändlers
Whittard of Chelsea.
"Whittard of Chelsea"* ist ein in Großbritannien beheimateter Tee- und Kaffeehändler. Bereits 1886, also vor mehr als 125 Jahren, eröffnete Walter Whittard sein erstes Tee- und Kaffeegeschäft in der Fleet Street in London.

In der Selbstdarstellung des Unternehmens heißt es: Seine Philosophie war es, „nur das Beste einzukaufen“. Er bezog die hochwertigsten Qualitätstees und -kaffees aus aller Welt und passte sie den Kundenwünschen an. [...] Walters Ursprungsphilosophie [ist] immer noch das Fundament von allem, was wir tun. [...] Wir haben mehr als 130 Tees in unserem Sortiment und mischen immer noch unsere eigenen Tees, wie schon Walter es tat.

Diverse "britische" Süßwaren, Zubehör, Porzellan, heiße Schokolade und Instant-Tees ergänzen heute das Sortiment. Aktuell bemüht sich das Unternehmen verstärkt, per Online-Shop auch die Tassen deutscher Teefreunde zu erobern. Ob die Aussage „nur das Beste einzukaufen“ eingehalten wird und wie die angebotene Tee-Qualität im Vergleich zu meinen Lieblings-Teehändlern abschneidet, wollte ich testen.Zu diesem Zweck habe ich mir stichprobenartig vier lose Tees aus dem Sortiment ausgesucht, von denen ich glaube, dass ich sie gut beurteilen und vergleichen kann - auch wenn dieser Test nur rein subjektive Wertungen bietet.

Vier Teesorten im Test


Die für meinen Test ausgewählten Teesorten sind allesamt lose abgepackte Ware:

Lieferung und Verpackung


Whittard of Chelsea - Tees im Test
Vier Tees von Whittard of Chelsea
im Test bei Tee-Tagebuch.de
Bis die angeforderten Tees versandt wurden, sind ein paar Tage vergangen. Die Lieferung selbst ging dann allerdings zügig innerhalb von zwei Werktagen. Da ich meine Bestellung nicht auf dem üblichen Weg direkt im Online-Shop aufgegeben hatte, dürfte die Ware aber normalerweise ohne Verzögerung an die Kunden rausgehen.

Die gelieferten losen Tees kommen in dunkelblauen Standard-Teetüten, wie sie in vielen althergebrachten Teeläden zu finden sind. Verschlossen sind die Verpackungen mit einem breiten Klebefilm-Streifen, beschriftet mit gedruckten Etiketten, auf denen oben das Whittard-Firmenlogo zu sehen ist. Eine Ausnahme ist der Darjeeling-Tee, der in einer größeren, hellblauen Kartonverpackung kommt, in der ein eingeschobener, verschweißter "Plastikbeutel" den eigentlichen Tee enthält. Die Verpackung ist in allen Fällen somit völlig ausreichend.

Mir persönlich gefallen allerdings die heutzutage häufig anzutreffenden, aromadichten Zip-Lock-Beutel besser. Darin ist der Tee besser geschützt und auch im täglichen Gebrauch sind diese Verpackungen praktischer, da sie sich problemlos wieder luft- und aromadicht verschließen lassen.

Der nächste Punkt, der mich an den klassischen Teeladen "um die Ecke" erinnert: Auf den Verpackungen sind leider keine Zubereitungs-Empfehlungen zu finden. Wenigstens im Online-Shop ist bei einigen Tees eine allgemein gehaltene Empfehlung zu Dosierung und Ziehzeit zu finden - leider aber längst nicht bei allen Tees. Hier würde ich mir mehr Anleitung für Teegenießer wünschen.

Ich persönlich orientiere mich gerne bei der ersten Zubereitung an den Empfehlungen des Händlers, um dann ggf. selbst weiter zu experimentieren. Auch schade: Obwohl man den deutschen Käufer ansprechen möchte, sind die Beschriftungen der Teeverpackungen durchgängig in englischer Sprache verfasst - wer sich im Englischen nicht so heimisch fühlt, muss also auf der (deutschsprachigen) Website die Informationen nachlesen.

Tees können "Spuren von Nüssen" enthalten


Eine Besonderheit: Mit Ausnahme des Darjeeling ist auf allen Tee-Packungen (sowie in der Produktbeschreibung im Shop) vermerkt, dass der Tee in einer Umgebung abgepackt wurde, die Spuren von Nüssen enthalten kann. Ein solcher Hinweis ist mir bisher noch bei keinem Teehändler aufgefallen.

Meine diesbezügliche Nachfrage blieb zunächst unbeantwortet, was allerdings daran liegen kann, dass ich auf Deutsch angefragt hatte. Wie sich herausstellte, spricht man trotz der deutschen Website in der Abwicklung scheinbar nur Englisch. Als ich schließlich nochmal auf Englisch nachhakte, erhielt ich prompt folgende Rückmeldung: "Regarding the mention of nuts on packaging, this is because some of our teas contain nuts and all our products are weighed in the same area so we have to state this message as a precaution." Meine Nachfrage, welche der Tees denn Nüsse enthalten, blieb bisher leider unbeantwortet. - Die Tees sind also für Nuss-Allergiker mit Vorsicht zu genießen.

Die Tees im Geschmacks-Test


Kommen wir jetzt zu meinen sensorischen Eindrücken der gelieferten Tees:


► Yunnan-Provinz-Tee*

Der Tee hat ein dunkles Blatt, das mit goldenen Blattspitzen (Tipps) durchsetzt ist. Das feuchte Blatt entfaltet sich zu schönen, rot-braunen Blättern. Der intensive, dunkel-leuchtende Aufguss verströmt einen würzigen, leicht rauchigen Duft. Der Geschmack ist würzig-weich, mit dezent malziger Süße.

Mein Fazit: Ein schöner Yunnan-Schwarztee für jeden Tag. Preislich liegt er mit 4,84 Euro je 100 Gramm allerdings etwas über vergleichbaren Tees anderer Shops, die dann teils sogar Bio-Qualität bieten.

► Milky Oolong*

Auf der Verpackung und im Shop habe ich keinen Hinweis auf die vorgenommene Aromatisierung finden können. Üblicherweise wird als "Milky Oolong" ein Tee bezeichnet, der (angeblich oder tatsächlich) mit Milchdämpfen aromatisiert wird. Es gibt auch noch eine meist als "Milk Oolong" bezeichnete spezielle Teestrauch-Züchtung, die von Natur aus ein cremig-milchiges Aroma zeigt und meiner Erfahrung nach meist aus Taiwan kommt. Dieser Milky Oolong kommt aus Fujian in China. Da schon das trockene Blatt nach Karamell duftet, gehe ich von einer Aromatisierung der Teeblätter aus - auch wenn die Shop-Beschreibung diesbezüglich nichts angibt. Dort finde ich lediglich folgende Beschreibung: "seltener und beliebter Hybrid-Tee mit einem unverwechselbar cremigen Geschmack und einem weichen, butterähnlichen Aroma."

Der Duft des trockenen Blattes ist dezent und macht daher schon einen guten Eindruck. Sehr starke Duftnoten würden für eine zu starke, eher minderwertige Aromatisierung sprechen. Der erster Aufguss liefert einen angenehm milden, cremig-karamelligen Geschmack mit leicht zuckriger Süße. Im zweiten Aufguss bleibt der Geschmack leicht und ausgewogen. Ebenso im dritten Aufguss. Eine positive Überraschung, spricht das für eine sehr gute Qualität der Aromatisierung und des als Basis dienenden Tees.

Mein Fazit: Eine sehr gute Qualität. Preislich liegt der Tee bei 5,69 Euro je 50 Gramm - ein vergleichsweise günstiger Preis für diese Qualität.

► Feinster Formosa Oolong*

Bei diesem Tee handelt es sich um einen dunkelblättrigen Oolong aus Taiwan. Weitere Angaben zur Herkunft gibt es nicht. Vom Blatt her würde ich den Tee durchaus in die Kategorie eines "Oriental Beauty" einordnen.

Aufgegossen habe ich diesen Tee zweieinhalb Minuten mit 90 Grad Celsius heißem Wasser. Der Duft des feuchten Blatts nach dem ersten Aufguss ist von angenehmer, leicht fruchtiger Säure geprägt. Die Tassenfarbe zeigt einen vollen, dunklen Goldton, der an Bernstein erinnert. Der Aufguss bietet Frucht- und Beerennoten (Blaubeere) mit einem Anflug von grüner Haselnuss. Das in der Produktbeschreibung angegebene malzig-blumige Aroma konnte ich nicht herausschmecken.

Mein Fazit: Ein qualitativ guter Tee, bei dem mir allerdings die Tiefe fehlte. Mit 9,96 Euro je 50 Gramm liegt der Tee im marktüblichen Preisniveau für einen (einfacheren) Oriental Beauty.

► Darjeeling (eingeschweißt im 125g-Päckchen)*

Auf der Verpackung ist der Hinweis "Blended in Germany" zu finden. Es handelt sich also um eine Teemischung aus unterschiedlichen Ernteperioden und ggf. Teegärten, die bereits in Deutschland für Whittard abgepackt wird. Das ist nicht negativ, dient es doch dem Zweck, dem Teetrinker einen immer gleichbleibenden Geschmack liefern zu können.

Allerdings liebe ich persönlich die puren Gartentees, am liebsten sogar pur aus einer Pflückung, was dann an Namensbestandteilen wie DJ2 oder DJ3 erkennbar ist. Der Teegenuss lebt ja gerade von den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen verschiedener Erntegeänge, Jahrgänge und Lagen. Mischungen (blended teas) sind immer dann ideal, wenn man Wert darauf legt, immer wieder den gleichen Geschmack zu erhalten, unabhängig von Jahrgang, Plantage und Erntezeitpunkt.

Aber zurück zum Tee: Das trockene Blatt ist dunkel, fast vollständig oxidiert und enthält einige kleine Holzanteile (Stängel). Es verströmt einen angenehm brotigen Duft. Das feuchte Blatt öffnet sich gut und zeigt zerrissene Blätter, die aber noch gut in der Struktur sind.

Geschmacklich bietet der Tee eine leichte Adstringenz mit etwas Zitrusnote. Das ist angenehm, aber insgesamt zeigt der Tee für mich wenig Tiefe, was schade ist.

Mein Fazit: Mir fehtl bei diesem Tee die Komplexität und Tiefe reiner Gartentees. Trotzdem ist dieser Blend ein durchaus guter, brauchbarer und milder Alltagstee. Mit 59,76 Euro je Kilogramm finde ich den Tee allerdings zu teuer für einen Blend. Hier bieten andere Teehändler vergleichbare Qualität zu besseren Preisen.

Mein Testergebnis und Fazit


Die Qualität der von Whittard angebotenen (und stichprobenartig getesteten) Tees reicht von gut bis sehr gut. Das Preisniveau pendelt von günstig bis leicht überteuert. Verpackung, Beschreibung und Service sind einfacher Standard und bieten damit noch Luft nach oben.

Um den deutschen Markt begeistern zu können, sollte unbedingt ein deutschsprachiger Shop-Service für Anfragen zur Verfügung stehen. Insgesamt ist Whittard aber ein Tee-Shop, der gute Qualität liefert und Fans der englischen Teatime auch wegen der angebotenen Süßwaren und des "britischen" Tee-Zubehörs gefallen dürfte.

Link zum Online-Shop: Whittard of Chelsea*

Donnerstag, 28. März 2013

Fragen an Teefreunde –Teil 22: Stephan Mrozik

Im Teil 22 meiner Reihe "Fragen an Teefreunde" möchte ich euch heute Teefreund und Namensvetter Stephan Mrozik von Teekunst Mrozik aus Hameln vorstellen. In seinem Teeladen mit angegliedertem Teeversand und Online-Shop bietet Stephan viele leckere Teesorten, passendes Geschirr und Zubehör an.

Stephan Mrozik von Teekunst Mrozik mit dem "Smiling Gaiwan Tea-Shirt"*
Foto © Stephan Mrozik

Bitte stell dich den Lesern kurz vor, Stephan.
Im Privaten bin ich verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebe in der Nähe von Hannover. Beruflich bin ich Wirtschaftsinformatiker, Inhaber des Teeladens Teekunst Mrozik und Betreiber eines dazu gehörenden Teeversands. 
Ursprünglich habe ich das Gymnasium abgebrochen, Elektriker gelernt, ein paar Jahre auf dem Bau gearbeitet, mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und während des Studiums u. a. im Bühnenbau für Konzerte und im Theater gearbeitet.

Welche Bedeutung hat Tee in deinem Leben? Welche Beziehung hast du zum Tee?
Bis vor 10 Jahren hätte ich nie daran gedacht, mal Teeverkäufer zu werden. Mittlerweile bin ich Teeliebhaber, trinke jeden Tag Tee und verdiene mein Geld mit Tee. Der Tee hat meinem Leben eine Konstante gegeben, weil Tee für mich nie langweilig wird.

Was ist für dich das Besondere am Tee?
Das Besondere am Tee ist für mich die Vielfalt. Sowohl die geschmackliche Vielfalt, die vielfältigen Produktionsmethoden als auch die verschiedenen Zubereitungstechniken. Es gibt so viele Arten, tollen Tee zu produzieren. Ich liebe besonders den Duft der Teeblätter, wenn man eine Packung Tee öffnet. Das ist wirklich alles sehr faszinierend.

Wann hattest du den ersten Kontakt zum Tee und welcher Tee war das?
Als ich noch ein Kind war, gab es bei uns am Wochenende immer schwarzen Tee im Teebeutel mit Zitrone. Fand ich damals schon lecker, große Teetrinker waren wir jedoch nicht. Aber auch später hatte ich regelmäßigeren Kontakt zum Tee. Einer meiner besten Freunde ist auch Teetrinker, bei ihm gab es dann eine andere Variante, Tee mit Milch. Grünen Tee z.B. kannte ich gar nicht.

Was hat sich seitdem in deinem Verhältnis zum Tee geändert?
Von den verschieden Tees wie grünem, schwarzem usw. hatte ich damals gar keine Ahnung, ebenso nicht von den unterschiedlichen Sorten wie Assam, Darjeeling & Co. Tee war halt Tee. Mittlerweile bin ich so richtig auf den Tee gekommen. 
Es begann durch das bislang traurigste Erlebnis in meinem Leben, dem Tod meines Vaters. Damals stellte sich die Frage, was aus dem Fotoladen und Kunstatelier meines Vaters wird. Die Idee war, Tee und Kunst praktisch zu verbinden. So entstand Teekunst Mrozik. Das ist nun 10 Jahre her und mittlerweile stellt Tee, neben meiner Familie, meinen Lebensmittelpunkt dar. Kein Tag ohne Tee. Heute stecke ich mitten in der Materie und kann die Tees auch am Aussehen, am Duft und am Geschmack ganz gut unterscheiden.

Was war dein schönstes Tee-Erlebnis?
Als ich mit meinem Sohn, der im Grundschulalter ist, das erste Mal eine richtig schöne Teezeit mit grünem Tee gemacht habe. Wir haben eine Kukicha getrunken und mein Sohn kommentierte den Tee mit "köstlich" und Lauten wie "aahhh, ooohhh und mmmhhh". Das war ein wirklich schöner Augenblick. Ich muss heute noch vor Freude grinsen, wenn ich daran denke.

Was ist dein Lieblings-Tee, was ist das Besondere daran und wie bereitest du ihn zu?
Den Lieblingstee habe ich nicht. Ich bin eher ein Quartalstrinker. Manchmal hauptsächlich schwarzen Tee, dann wieder grünen Tee, wobei ich mal China und mal Japan bevorzuge. Dann trinke ich auch ab und zu eher viel Oolong Tee. Hat auch etwas mit der Vielfalt zu tun. Ein guter neuer Tee ist bei mir auch gleich so ein bisschen Lieblingstee. 
Ich habe aber natürlich auch meine Sorten, auf die ich immer wieder zurückgreife. Da wären ein Tukdah aus Darjeeling, Lung Ching aus China, ein Miyazaki Sencha oder auch ein Dong Ding Oolong. Ein besonderes Ritual habe ich bei der Zubereitung eigentlich nicht, der Oolong und der Lung Ching werden aber so gut wie immer im Tonkännchen aufgegossen.

Wann und wo trinkst du am liebsten Tee?
Nachmittags, bevor ich meine Söhne abhole. Bei uns im Wohnzimmer scheint zu dieser Zeit so richtig schön die Sonne rein. Damit schöpfe ich Ruhe und Kraft für die dann anstehende Action ;)

Welches ist dein liebstes Tee-Zubehör?
Da ich in einer Region mit relativ hartem Wasser wohne ist mein liebstes Teezubehör mein Wasserfilter. Ich habe da auch noch ein Yixing-Kännchen*, das kommt bei besonderen Tees zum Einsatz. Auch trinke ich fast nur aus dünnwandigen Gefäßen, es schmeckt mir einfach besser.

Was ist dein Lieblingsbuch zum bzw. über Tee? Welche Musik passt für dich zu einer schönen Teestunde?
Ganz nett finde ich "Tee für Genießer" von James Norwood Pratt. Für Schwarzteetrinker finde ich "Tee" von Rainer Schmidt* auch recht gut. Zum Tee liebe ich die Musik von Daniel Lanois*. Ich lege jedem die Trilogie Omni Series ans Herz, das passt richtig gut zum Tee.

Was ist dein Lieblings-Zitat zum Thema Tee?
Man trinkt Tee, damit man den Lärm der Welt vergisst

Wen würdest du gerne einmal zum Tee einladen und welchen Tee würdest du servieren?
Ein besonderes Idol habe ich nicht. Aber ich sage mal Georg Schramm, das wird sicher lustig. Der Tee wäre Bauchsache, Assam mit Zitrone und Zucker vielleicht, sauer macht ja bekanntlich lustig.

Was möchtest du sonst noch zum Thema Tee erzählen, das ich vergessen habe zu fragen?
Einen großen Tee-Wunsch hätte ich: Ich würde gerne mal in eine Anbauregion fahren und mir vor Ort ansehen, wie Tee geerntet und verarbeitet wird. Ich glaube, damit bekäme ich noch einen engeren Bezug zum Tee.

Vielen Dank für das Interview, Stephan!

Wer jetzt neugierig auf das Tee- und Zubehör-Angebot geworden ist, kann gleich online bei Teekunst Mrozik reinschauen. Euch allen gemütliche Teestunden!
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