Informationen für Genießer rund um den Tee

Neuigkeiten, Gedanken und Entdeckungen zum Thema Tee findest du hier im Tee-Tagebuch. Einen guten Tee in der Tasse, anregende Unterhaltung und viel Spaß bei der Lektüre wünscht dir
Stephan Kockmann

Bücher-Tipps für Teefreunde

Auf dieser Seite findest du alle Beiträge zu Tee-Büchern und Interviews mit Tee-Buch-Autorinnen und -Autoren, die bisher im Tee-Tagebuch.de veröffentlicht wurden. Außerdem kannst du schauen, was aktuell bei amazon.de die meistverkauften Bücher zum Thema Tee* sind.


Neue Sonntags-Tees vom Hamburger Teespeicher

Einer meiner ganz besonderen Lieblingstees ist der Sanxia Hongcha aus Taiwan, den ich schon vor längerer Zeit im Hamburger Teespeicher entdeckte. Ähnlich gut sind in meinen Augen der Zealong Black aus Neuseeland und der Honey Black aus China. Ich bin immer auf der Suche nach solch besonderen Tees und freue mich, derartige Spezialitäten bei Teehändlern zu entdecken oder darauf aufmerksam gemacht zu werden.

Tansania Green Tea Kilimanjaro, ein afrikanischer Grüntee.

Nun hat Teefreund Henning Schmidt vom Hamburger Teespeicher schon vor Ostern ein Päckchen mit seinen aktuellen Tee-Tipps auf den Weg gebracht, das mich durch den Post-Streik leider erst jetzt erreichte. Im Paket enthalten waren die folgenden Tees, von denen ich dir weiter unten den ersten etwas näher vorstellen werde:

Südindien Chamraj Frost Tea 2015
Zu den weltweit höchsten Tee-Anbaugebieten gehört der auf über 2.000 Metern liegende Teegarten Chamraj. Der "Frost Tea" ist laut Hennings Beschreibung eine Besonderheit, die nach moderaten Frostnächten geerntet wird. Durch den Frost wird der Geschmack der Teeblätter intensiver. Geschmacklich soll dieser Tee denen aus Darjeeling ähneln und eine eher helle, orange-goldene Tassenfarbe haben.

China Yellow Tea Golden Dragon 1st grade Bio
Allein das trockene Blatt dieses gelben Tees ist schon etwas Besonderes. Im Shop beschreibt Henning Schmidt den Tee wie folgt: "Der Golden Dragon ist ein wirklich sinnlicher Tee, dessen Geschmack ein wenig an Schokolade erinnert mit leichter Orangennote. Gleichzeitig ist er unglaublich klar auf der Zunge und lässt einen an Top-Darjeelings und auch Yunnantees denken." Der Tee duftet schon in der Packung leicht brotig-würzig. Ich bin gespannt!

Georgien Tkibuli Black Tea
Ein Tee aus Georgien, der den Hamburger Teespeicher auf abenteuerlichen Wegen erreichte, wie im Shop zu lesen ist: "Unser befreundeter Einkäufer musste [den Tee] nämlich selbst auf seinem Rücken den Berg heruntertragen." Die Mühen sollen sich gelohnt haben, denn der Tee bietet einen "sehr weichen Geschmack mit schöner Fruchtnote, die in Richtung Erdbeere und dunkle Schokolade geht. [...] ein toller, außergewöhnlicher (Frühstücks-)Tee." Das Teeblatt ist groß und dunkel, teils offen, teils drahtig gerollt.

Nepal Himalayan Imperial Black Jun Chiyabari
Der Imperial Black wird aus einer Pflanze hergestellt, die der Legende nach vom chinesischen Kaiser nach einem verlorenen Krieg an Nepal als Tribut gegeben wurde. Er hat sehr lange, schwarze Blätter, die von goldenen Tips unterbrochen werden. In der Packung duftet der Tee leicht würzig.

Nepal Himalayan Oolong Shilla Jun Chiyabari Bio
Ebenfalls aus dem nepalesischen Teegarten Jun Chiyabari kommt dieser Oolong-Tee in Bio-Qualität. Henning Schmidts Begeisterung macht neugierig: "Der süße, florale Oolong-Geschmack trifft auf die fruchtige Note des Nepaltees. Ein wirklich toller, handgemachter Tee. Bitte weiter so!" Das Blatt ist von hellen Tips durchzogen und kraus gedreht.

Tansania Green Tea Kilimanjaro
Der Grüntee eines Kaffebauern aus Tansania in Afrika, der offenbar seine Leidenschaft für Tee entdeckt hat. Dem Teeanbau widmet er sich in seiner Freizeit. Dieser Tee wurde über einen Zeitraum von drei Monaten geerntet und verarbeitet. Der Hamburger Teespeicher hat die gesamte Ernte eingekauft, die sich auf fünf Kilo beläuft. Wer diesen besonderen Tee also probieren möchte, sollte sich sputen!

China Dancong Mi Lan Xiang Oolong
Der Honig-Orchideen Duft-Oolong (Mi Lan Xiang) ist der wohl verbreitetste Vertreter der Dancongs. Ein Tee, der eventuell mehrere Begegnungen braucht, wie man im Shop lesen kann: "Unserer Erfahrung nach erschließen sich die Dancongs allerdings oft nicht beim ersten Probieren. Geben Sie ihm also einen zweiten und dritten Versuch und Sie werden sehen, dass sich Beharrlichkeit lohnt!" Das leicht nadelige, dunkle Blatt duftet schon in der Packung intensiv aromatisch.

Grüntee aus Afrika im sonntäglichen Test


Besonders neugierig war ich auf den afrikanischen Grüntee, von dem es weltweit nur fünf Kilogramm exklusiv bei meinem Teefreund Henning Schmidt gibt. Also landete dieser als erster der eingetrudelten Tees in meiner Tasse. Und da Bilder mehr sagen als viele Worte, hier einige Impressionen meiner sonntäglichen Teestunde:


Die Zubereitungs-Empfehlung lautet: 7 Gramm (4 Teelöffel) auf anderthalb Liter 75° Celsius heißes Wasser bei zwei Minuten Ziehzeit. Ich habe ungefähr einen gehäuften Teelöffel in ein kleines Glaskännchen gegeben und knapp 80 Grad heißes weiches Wasser genommen. Die Blätter beginnen sich schon nach kurzer Zeit zu öffnen:


Die Farbe des Tees ist hell-golden:

 

Das kommt auch im Kontrast zum weißen Porzellan schön zur Geltung:


Nach drei Aufgüssen haben sich die Blätter schön geöffnet und zeigen, dass der Tee liebevoll verarbeitet wurde:


Im Geschmack sind alle drei Aufgüsse mild mit einer leichten Fruchtsäure, ein wenig herb mit dezenten Anklängen an japanische Grüntees. Ein überraschender afrikanischer Grüntee mit Potenzial, den es zu probieren lohnt! Herzlichen Dank an Henning Schmidt für die tollen Tee-Tipps.

Wer Lust auf die oben gezeigten Tees bekommen hat, folgt einfach den Links in diesem Beitrag oder besucht den Hamburger Teespeicher.

Kurztest: amapodo Teebereiter #TEAFAVS Thermo-Teeglas

amapodo #TEAFAVS
Seit einigen Tagen gibt es einen neuen doppelwandigen Teeglas-Teebereiter, den amapodo #TEAFAVS. Optisch erinnert dieses Teeglas an den bereits früher von mir getesteten Bredemeijer Duo Colona und die Teegläser von tepiano. Anders als die gerade genannten, hat der #TEAFAVS einen Deckel, der mit Bambus umhüllt ist, und einen zweiteiligen Siebeinsatz. Das ist schon ein echter Hingucker!

Ansonsten sind sich die Teebereiter recht ähnlich: doppelwandiges Borosilikatglas, Innenseite des Deckels aus BPA-freiem Kunststoff mit Silikon-Dichtung. Das Fassungsvermögen fällt mit 450 ml etwas größer aus. Trinken kannst du entweder direkt aus dem doppelwandigen Glas oder du nutzt das Glas wie eine Teekanne.

Der innere Glaskörper ist auf seiner Außenseite mit einem Schriftzug und Baumsymbol inklusive QR-Code bedruckt. Der QR-Code führt direkt auf die Shop-Seite des Teeglases bei amapodo. Auf der Oberseite des Deckels sind ebenfalls ein Schriftzug und das Baumsymbol zu finden, hier aber ohne QR-Code.

Die Produktbezeichnung ist pfiffig gewählt, wie ich finde, da sie einen Hashtag (#) enthält und somit jede Erwähnung in sozialen Netzen wie Facebook, Twitter und Google+ eine automatische "Verlinkung" bzw. "Verschlagwortung" zur Folge haben. Außerdem ruft der Anbieter alle Nutzer dazu auf, sich in den "Social Networks" mit dem Hashtag #teafavs auszutauschen: über den eigenen Lieblingstee, die Teezubereitung (natürlich auch mit dem Teeglas) und die eigenen (Tee-)Erlebnisse. #teafavs steht dabei als Kürzel für "tea favorites", also Tee-Favoriten. Passend dazu gibt es einen Twitter-Kanal und eine Facebook-Seite. Verbunden ist das alles außerdem mit einer monatlichen Gewinnspiel-Aktion.

Zweiteiliger Siebeinsatz für variable Teezubereitung


Das zweiteilige Sieb wird in den Glaskörper eingesteckt und dort festgeklemmt, nicht verschraubt. Beim Einstecken rastet das Sieb spürbar ein und sitzt fest im Glas. Der obere Siebteil hat einen kleinen Henkel, der das Einführen und Herausnehmen erleichtert und einen stabilen Eindruck macht.

Blick von oben in das Teeglas mi eingestecktem Siebeinsatz.

Die beiden Siebeinsätze, Teeglas und Deckel.

Gut erkennbar das Schraubgewinde und der Henkel der Siebeinsatz-Teile.


Der untere Siebteil wird mit dem oberen, kleineren Siebeinsatz verschraubt, kann aber auch weggelassen werden.

Die Zubereitung von Tee in diesem Teeglas ist denkbar einfach und kann auf zwei Arten erfolgen: Entweder gibst du den Tee direkt in das Glas und nutzt dann nur den oberen kleinen Siebteil, um die Teeblätter beim Trinken oder Einschenken zurückzuhalten. Oder du füllst deinen Tee in das größere Sieb und schraubst es dann mit dem kleineren Siebeinsatz zusammen. In diesem Fall bleibt der Tee später wie in einem Tee-Ei im Sieb. Jetzt musst du nur noch heißes Wasser in das Glas einfüllen, den Tee ziehen lassen und genießen.

Etwas Vorsicht bei der Nutzung ist gefragt


Aufpassen musst du vor allem, wenn du direkt aus dem Glas trinken willst. Durch das doppelwandige Glas isoliert der Teebereiter gut und der Tee bleibt recht lange heiß. Da kannst du dir schnell die Zunge verbrennen.

Der komplett aus Glas gefertigte Teil des Teebereiters ist optisch und haptisch toll, hat aber natürlich den Nachteil, dass er leichter bricht und stoßempfindlicher ist als Kunststoff. Dafür ist Glas geschmacksneutral, formbeständig und gibt garantiert keine unerwünschten (Schad-)Stoffe an den Tee ab.

Laut Produktbeschreibung soll der Teebereiter nicht in die Spülmaschine, sondern besser von Hand gereinigt werden. Das bezieht sich aber genaugenommen nur auf den Bambusdeckel. Auf Nachfrage bestätigte mir der Anbieter, dass Teeglas und Siebeinsatz durchaus spülmaschinengeeignet sind. Nur der Deckel darf nicht in den Geschirrspüler.

Mein Eindruck von Produkt und Shop


Bambus-Deckel des #TEAFAVS
Der Siebeinsatz sitzt fest im Glas, die Verschraubung funktioniert gut und bietet ausreichend Raum für kleinblättrigen losen Tee. Wenn du großblättrigen Oolong-Tee zubereitest, solltest du diesen lieber direkt in das Glas geben und nur den oberen Siebteil als Filter nutzen. Der Deckel sitzt fest und gut auf dem Glas, lässt sich leicht auf- und zuschrauben und schließt dicht ab.

Wie schon bei den früher getesteten doppelwandigen Teegläsern ist es auch hier toll, den Tee direkt im Glas beobachten zu können. Das Farbenspiel des Tees, die sich langsam öffnenden Blätter, allein das ist schon Genuss und Entspannung pur.

Mein Testexemplar des Teebereiters kam gut verpackt und zusammen mit einem hübschen Stoffbeutel. Abgesehen von etwas Luftpolsterfolie, in dem der Teebereiter in seinem Karton steckte, kamen nur Packpapier und Pappe zum Einsatz - angenehm umweltfreundlich.

Leider zeigten sich im Bambus-Deckel einige kleinere Spalten und Risse, von denen einer scheinbar schon bei der Produktion mit Klebstoff "geflickt" worden war. Eine kurze E-Mail an den Shop genügte und ein kostenloser Ersatzdeckel machte sich - zusammen mit einer Entschuldigung - auf die Reise zu mir. So wünscht man sich als Kunde den Service und die Bearbeitung von Reklamationen!

Bezugsquellen


Das hier vorgestellte Teeglas kannst du direkt im Shop von amapodo bestellen oder auch im im Shop von GAIWAN ordern*. Eine ausführliche Produktbeschreibung findest du hier.

Ich vermute aber, dass es später auch über andere Händler und bei amazon* erhältlich sein wird. Außerdem kannst du dir im Rahmen der Gewinnspiel-Aktion jeden Monat die Chance auf einen #TEAFAVS sichern.

Fragen an Teefreunde - Teil 29: Jörg Bischoff von TeeVomKap.de

Jörg Bischoff, Gründer von TeeVomKap.de
Foto: © Jörg Bischoff
Allen teetrinkenden Menschen, die kein Koffein vertragen, sind Rooibos und Honeybush sicher ein Begriff. Diese Pflanzen kommen in vielen (aromatisierten) Tee-Mischungen vor. Streng genommen handelt es sich hierbei gar nicht um Tee, also nicht um die Teepflanze Camellia sinensis, sondern um eine ginsterähnliche Pflanze, die in bestimmten Gegenden Südafrikas wächst.

Der Online-Shop TeeVomKap.de, gegründet von Jörg Bischoff, hat sich auf diese afrikanischen"Kräutertee"-Varianten in purer Bioqualität spezialisiert. Vier Sorten sind derzeit im Sortiment zu finden, von denen im Verlauf des Interviews auch ein paar Fotos zu sehen sind.

Die Philosophie hinter diesem Teeladen ist ähnlich wie bei der Teekampagne, nämlich Kostenminimierung durch: Direktimport der Ware, Direktvertrieb an den Endkunden und Verkauf in festen Packungsgrößen. Anlass für mich, ein Interview mit dem Gründer zu führen und mehr über den Menschen hinter dem Projekt zu erfahren.


Bitte stellen Sie sich kurz vor, Herr Bischoff:

Ich bezeichne mich selber als einen kreativen Menschen und versuche dies wann immer möglich umzusetzen. Eine meiner Leidenschaften handelt vom Genuss. Hierzu gehören vor allem die Themen Essen, Wein, Tee und Whisky. Eine weitere wichtige Komponente in meinem Leben ist meine Familie: So bin ich glücklich verheiratet mit einer selbstbewussten Frau, die mich nach Kräften bei meinen kreativen Ideen unterstützt. Unser großes gemeinsames Hobby sind unsere beiden heranwachsenden Söhne. Die beiden fordern nicht nur, sondern machen auch viel Spaß.

Welche Bedeutung hat Tee in Ihrem Leben? Welche Beziehung haben Sie zum Tee?

Ich bin ein Genussmensch. So liebe ich gutes Essen und liebe es vor allem, in fremden Ländern dessen Ess- und Trinkgewohnheiten kennen zu lernen. Tee ist genauso wie ein guter Wein: Es gibt Tees die sind ein wundervoller Begleiter zu einem guten Essen. Und es gibt andere Tees, die wollen lieber solo zelebriert werden. Tee ist für mich vor allem eine wundervolle Quelle, um nach einem arbeitsreichen Tag entspannen zu können.

Rooibos "Rot"
Was ist für Sie das Besondere am Tee?

Tee ist eine Reise, die einem täglich neues bieten kann. Es gibt immer wieder neue Tees zu erforschen und Geschmäcker zu erfahren. Und nicht nur der Geschmack, sondern auch der Geruch und die Farbe eines Tees ist immer wieder eine Entdeckungsreise wert. Das Zusammenspiel der verschiedenen Eindrücke kann immer wieder Glücksmomente hervorbringen. Es gibt so viele Tee-Gärten. Kein Mensch der Welt wird je alle probieren können. Diese Reise macht besonders viel Spaß und wird glücklicherweise nie enden. Eine Reise, wo sprichwörtlich der Weg das Ziel ist.

Wann hatten Sie den ersten Kontakt zum Tee und welcher Tee war das?

Wann ich das erste Mal Kontakt mit Tee hatte, weiß ich gar nicht mehr. Aber mit tee-ähnlichen Aufgußgetränken wie Pfefferminze, Fenchel, Früchtetee und Kamille bin ich dank meiner Eltern schon im Kindesalter aufgewachsen. Allerdings war das alles aus der Teebeutelfraktion.
Als junger Erwachsener habe ich dann langsam die Tees aus der Familie “Camellia sinensis” kennen gelernt. Aber zuerst auch noch in der einfachen Teebeutel-Qualität. Erst wesentlich später fing ich an, meinen ersten losen Tee aus Darjeeling mal zu probieren. Da hatte ich einen richtigen Aha-Effekt und merkte dass es wohl noch mehr gibt. Ich denke, dieses recht späte Ereignis kann ich zwar nicht als ersten Kontakt, aber als meinen Startschuss bezeichnen.

Honeybush "Gelb"
Was hat sich seitdem in Ihrem Verhältnis zum Tee geändert?

Nach dem zitierten Startschuss begann ich, mich durch verschiedenste Tee-Sorten und Gärten dieser Welt durchzuprobieren.
Hier habe ich dann schnell gelernt, dass es auch innerhalb der gleichen Teesorte viele Varianten in Qualität und Geschmack zu erkunden gibt. Ich begann für mich zu entdecken, dass aufgrund der unendlichen Variantenvielfalt von Tee, eben dieses Thema verdammt spannend sein kann. Dabei habe ich mich aber nie “nur” auf Camellia sinensis beschränkt. Für mich gehören auch die sogenannten tee-ähnlichen Aufgüsse zu meiner Entdeckungsreise.

Was war Ihr schönstes Tee-Erlebnis?

Eines der schönsten Tee-Erlebnisse hatte ich wohl in Südafrika bei einem der Landwirte die Rooibos produzieren: Eigentlich mag ich ja keinen Zucker im Tee und schon gar nicht Milch. Durch die Situation vor Ort wurde mir aber liebevoll verständlich gemacht, dass ich unbedingt den Rooibos “Farm-Style” probieren müsste. Und in diesen gehört Zucker und Milch hinein! Vermutlich war es genau diese Situation mit den netten Menschen um mich herum und die in dem Moment vorherrschende gelöste positive Stimmung: An diesem Tag hätte es keinen köstlicheren Tee für mich geben können! Dieses Ereignis werde ich wahrscheinlich nicht mehr vergessen. Wenn ich jetzt davon erzähle, meine ich den Geschmack wieder auf meinem Gaumen abrufen zu können. Die gute Laune während dieser kurzen Zeit hat sich auf jeden Fall tief in mein Herz eingebrannt.

Rooibos "Grün"
Was ist Ihr Lieblings-Tee, was ist das Besondere daran und wie bereiten Sie ihn zu?

Wen wird es wundern: Ich liebe Rooibos und Honeybush. Sowohl wegen dem Geschmack als auch der Tatsache, dass diese beiden Tees koffeinfrei sind. Letzten Endes kenne ich hier natürlich auch persönlich die Quellen.
Einen richtigen Lieblingstee habe ich aber nicht. Denn es gibt viel zu viele Varianten und Möglichkeiten, etwas Neues zu probieren. Jeder Tee hat seinen eigenen Charakter. Und dann kommt es oftmals auch auf die eigene Stimmungslage an, welcher Charakter in diesem Moment zu mir passt.
Aktuell trinke ich am liebsten geradezu den koffeinfreien Honeybush. Den mag ich warm wie kalt. Da ich gerne Sport mache, habe ich vor allem diesen Tee für mich zum Sport entdeckt. Das ist ein prima Spender von Mineralien und ich persönlich liebe diesen Tee durch seine leichte Eigensüße als Durstlöscher.

Wann und wo trinken Sie am liebsten Tee?

Tee trinke ich zu jeder Tageszeit. Morgens einen Rooibos, weil mein Magen zu dieser Zeit noch kein Koffein verträgt. Nach dem Mittagessen trinke ich gerne einen gepflegten Darjeeling. Hin und wieder mache ich mir auch mal einen Matcha. Und am Abend soll’s dann wieder etwas Koffeinfreies sein. Für die Familie setze ich dann oft einen Früchteaufguß auf. Oder in letzter Zeit einen Honeybush.

Welches ist Ihr liebstes Tee-Zubehör?

Das variiert von Zeit zu Zeit. In letzter Zeit genieße ich es gerne, meinen Tee aus einer Teetasse aus Glas zu trinken. Das liegt ausschließlich daran, dass ich dann das Farbspiel mit seinen Reflexen durch das Glas so liebe.

Rooibos "Schwarz"
Was ist Ihre Lieblings-Zutat zum Tee?

Tee genieße ich am liebsten pur. Da kommen mir in der Regel keine weiteren Zutaten hinein. Keine Milch, kein Honig, kein Zucker oder sonst etwas. Hin und wieder mache ich mir allerdings ganz gerne einen Chai mit frischen Ingwer und anderen leckeren Gewürzen.

Was ist Ihr Lieblingsbuch zum bzw. über Tee? Welche Musik passt für Sie zu einer schönen Teestunde?

Es kommt auf die Stimmung drauf an. Wenn ich richtig relaxen will, zum Beispiel am Abend mit einem koffeinfreien Tee und mich so langsam aber sicher auf die Nachtruhe einstimmen möchte, dann höre ich am liebsten Klassik von Bach oder Tschaikowsky. Gerne auch in der Kombination mit einem guten Buch. Statt Musik oder das physische Buch habe ich für mich mittlerweile Hörbücher entdeckt. Zum Abschalten darf es dann mal ein Hörbuch von “Dan Brown” sein. Dann schaltet sich das Kopfkino ein und in Kombination mit einer guten Tasse Tee steht der Entspannung nichts mehr im Wege.

Was ist Ihr Lieblings-Zitat zum Thema Tee?

Ein wirkliches Lieblingszitat habe ich nicht. Aber es gibt ein paar moderne Zitate, die ich am Whiteboard neben meinem Schreibtisch aufgehängt habe und die Verbindung und das Empfinden zu Tee recht gut widerspiegeln. Stellvertretend nenne ich hier mal “a cup of tea is like having a bath on the inside”.

Wen würden Sie gerne einmal zum Tee einladen und welchen Tee würden Sie servieren?

Die wenige freie Zeit verbringe ich mit meiner Familie oder meinen Freunden. So laden wir gerne Freunde zu uns zum Essen ein. Dafür stehe ich auch gerne Stunden lang in der Küche und koche etwas Leckeres. Beim entspannten Essen lässt es sich gut miteinander austauschen. Jetzt im Winter habe ich unsere Gäste neulich mal mit einer selbst gemachten Chai-Mischung überrascht. Mir läuft beim Erzählen das Wasser wieder im Munde zusammen.

Was möchten Sie sonst noch zum Thema Tee erzählen, das ich vergessen habe zu fragen?

Wenn man sich mit fremden Leuten unterhält, dann ist es immer wieder erstaunlich wie sehr die Menschen zwar wissen das beispielsweise Wein unzählige Möglichkeiten bietet aber wie wenig den meisten Leuten bewusst ist, dass es beim Tee genauso ist. Viele kennen Tee leider nur aus dem Teebeutel. Dabei hat Tee noch so viel mehr zu bieten! Tee hat ein Potenzial, was in Deutschland leider immer noch viel zu wenig Menschen bewusst ist.
Deswegen möchte ich den Lesern nochmal mit auf den Weg geben, dass das Leben vermutlich zu kurz ist, um sich nur auf einen Tee zu konzentrieren. Und löst euch bitte von den Teebeuteln. Gönnt eurer Tasse einen qualitativ hochwertigen losen Tee. Probiert euch durch die Gärten dieser Welt. Wenn mal was dabei ist, was euch nicht schmeckt, ist das auch eine gute Erfahrung. Mit der Zeit reift ihr und werdet immer mehr Geschmäcker, Farben und Düfte kennen lernen. Und wenn sich tatsächlich ein Lieblingstee heraus kristallisiert, dann ist das auch OK, aber hört nicht auf, immer wieder mal nach links und rechts zu schauen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Bischoff!

Das Sortiment umfasst derzeit vier Sorten.

Du bist jetzt neugierig auf Rooibos und Honeybush? Hier geht es direkt in den Online-Shop TeeVomKap.de.
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